me, myself and i in Südamerika

Reisezeit: Oktober - Dezember 2015  |  von Will Dannmalwech

128 STUNDEN NACH DEUTSCHLAND

...startet mein erstes Wochenende in Buenos Aires

...Ich lebe noch. Wurde nicht überfallen oder schräg angeguckt. Die Herzlichkeit der Menschen ist zu spüren. Vielleicht nicht im ersten Moment... Aber sie kommt. Es sind kleine Sachen die mich hier schon sehr erfreut haben. Por ejemplo = In der U-Bahn wird peinlichst darauf geachtet das ältere Menschen einen Sitzplatz bekommen. Mir ist auch schon öfters etwas runter gefallen, mindestens 3 Leute bemerken es, heben es auf und geben es mir. Wenn man Jemanden anlächelt bekommt man ein Lächeln zurück.
Die Zeit raaaaaaaast hier, mit meinen Schulen (Spanisch &Tango) ist der Tag auch gut bestückt... Nicht zu vergessen... Ich muß hier Hausaufgaben machen (nach 15Jahren bin ich echt aus der Übung gekommen). Die Gegensätze sind hier gigantisch! Und ich habe hier noch nicht alles sehen können. Anbei kurze Stichpunkte: Sonntag=..körperlich Anwesend, aber Geistig nicht da. Super lieber Empfang von meiner Gastfamilie. Es gibt hier einen legalen Schwarzmarkt für Dollar. In der Bank 100US$ tauschen 1000Pesos. Auf der Straße bekomme ich für das gleiche Geld 1600Pesos. Also US$ mitbringen! "blue Dollar" Montag=Erster Tag Schule anschließend erste Fahrt mit der U-Bahn, in der Rushhour,...krampfhaft mich an meinem Stadtplan festgehalten ihn gleichzeitig durchnässt. Irgendwie auch bis zur Tanzschule geschafft. Von außen sah man nur die Hausnummer, der Rest war auch nicht einladend!.. "f_ _ _, wo bin ich hier gelandet."
Mit argentinischer Pünktlichkeit kam dann mein Lehrer um die Ecke. Küßchen zur Begrüßung. Das ist hier gängig....aber nur auf die Wange. Dann gleich im Anschluß das Kommentar = "...In 3Wochen lernt man keinen Tango... Es dauert Jahre." Dankeschön, aufbauende Worte! Und es ist ein Studium für sich... Ich bemühe mich, aber es ist hart. Nix mit ein, zwei Step.. Dienstag = Endlich wieder Deutsch in meinen Ohren und auch noch ein schweizer Akzent. Ich bin nicht mehr alleine... Gleich mit den Mädels zur Milonga verabredet, die 2Stunden Tangounterricht in der Catedral (LA CATEDRAL, SARMIENTO 4006) unter Beweis gestellt. Muß man gesehen haben...! Mittwoch = Wieder einmal verlaufen, deswegen zu spät am Treffpunkt gewesen. Wir sind in Richtung Puerto Madejo gelaufen, Fußgängerbrücke "Puente de la Mujer", alte Kräne VEB Eberswalde, Nobel, alles recht neu, moderne Hochhäuser...viel Platz....und endlich Wasser, braunes Wasser... Und dann das Highlight für die Augen und die Lunge... RESERVA ECOLÓGICA CASTANERA SUR. Leider im Oktober nur bis 18Uhr offen. Aber das wird noch einmal definitiv inspiziert. Denn im November bis 19Uhr offen, am Wochenende kann man auch Fahrräder ausleihen und mit max. 10h/km dort umher flitzen. Zum Schluß den Sonnenuntergang im Café genossen. So ein bißchen wie in Hamburg am Hafen. Donnerstag = In Palermo Hollywood das erste Filet de Lomo vernascht und einen Vino Tinto aus Mendoza genossen. Spaziergang Nachts durch die Straßen, nicht alleine gewesen deshalb auch keinen Anflug von Unwohlsein gespürt. Freitag = Abschiedsessen, eine liebe Campañera aus der Sprachschule verabschiedet. Vorher noch den Sonnenuntergang von der 12.Etage genossen. Wahnsinn!! Samstag = Fahrradtour, 4Stunden Kamikazestyle durch die Straßen dieser eigensinnig Stadt. Blinken,... Ja, kann man, muß man aber nicht. Rechts vor Links, kennen die Autofahrer auch nicht. Hier wird gefahren, irgendeiner wird schon bremsen. Ob man nun das schwächere Glied im Straßenverkehr ist,...interessiert keinen. Fahren und immer schön die Augen aufhalten! Eva Peron gefunden (CEMENTERIO DE LA RECOLETA), ein wunderschöner, opulenter Friedhof. Dann auch wieder was für Augen&Nase = der Rosengarten (PASEO DEL ROSEDAL). Und dazwischen noch so viel,.... bekomme ich aber nicht mehr zusammen. ¡Perdon! Super Tour, super Guide (REISELEITER.COM.AR). Dann am Abend "La Noche de los Museos", wurde aus Berlin übernommen. Um 2 Uhr morgens...saßen wir auf der Straße am Museum von dem Tangosänger schlechthin (Carlos Garden) es war ein Bühne aufgebaut und bei einer Flasche Bier,1 Liter (wird hier soooooooooo ausgeschenkt), wurde Tango gesungen. Ein älterer Herr setzte sich an unseren Tisch und dann wurde gequasselt. Einfach herzlich ehrlich! Und ein paar Wörter konnte ich sogar verstehen . Sonntag = Mal ausschlafen, soweit es ging. Denn hier beben meine Fenster, selbst im 7. Stock werden sie von den Bussen, Autos etc. ins schwingen gebracht. Egal welche Uhrzeit.... Vielleicht gewöhnt man sich ja daran. Danach in den japanischen Garten bei mir um die Ecke. Kann man angucken, muß man aber nicht unbedingt, 50Pesos Eintritt. Überall die Manga Fans, dementsprechend auch das Auftreten, blaue, rote, grüne, gelbe Haare, bis in das kleinste Detail wurden die Kostüme zusammen gebastelt. Und dann um 18 Uhr das Fußballspiel La Boca gegen Tigre. Glücklicher Zufall, wir fanden eine Sportsbar in unserem Viertel. Ausnahmezustand im Stadtteil LaBoca. Mein Gastvater hat davon abgeraten ins Stadion zu gehen. Zu kriminell und gefährlich. Also dann wird doch das gesittere Spiel demnächst hier in BA angeschaut. Brasilien gegen Argentinien. Tja,...Und schon ist eine Woche um. Eigentlich müsste ich mal lernen,....

© Will Dannmalwech, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Entjungferung. 1.Mal in Südamerika + 1.Mal alleine = ob das gut geht?
Details:
Aufbruch: 24.10.2015
Dauer: 8 Wochen
Heimkehr: 19.12.2015
Reiseziele: Argentinien
Uruguay
Brasilien
Der Autor
 
Will Dannmalwech berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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