Dubai

Reisezeit: September 2016  |  von Stephanie Balmer

Dubai-Portrait: Die Stadt der Superlative

Da wir ja zusätzlich unseren Videoblog führen und ihr dort sehen könnt, was wir wie, wann und wo machen, dachten wir uns, wir erzählen euch hier anstattdessen ein paar Dinge und Gedanken, die man auf den Aufnahmen nicht zu sehen bekommt.

Wir sitzen hier nun am Flughafen von Dubai und haben uns heute von dieser wunderschönen Stadt verabschiedet um unseren nächsten Stop Kuala Lumpur anzugehen.

Zurückblickend kann man den Charakter dieser Stadt wohl kaum in Worte fassen.
Es gibt keinen anderen Ort dieser Welt, der permanent versucht, das bisher Dagewesene zu übertrumpfen und alles andere immer wieder in den Schatten zu stellen.
Wenn man der Meinung ist, dass man gerade die fantastischste Sehenswürdigkeit besucht, vor dem höchsten Gebäude gestanden hat oder dem unfassbar unmöglichsten Hobby nachgegangen ist (ich meine, wer kann schon behaupten, dass er inmitten der Wüste bei 47°C Außentemperatur Ski gefahren ist??), dann hat man noch nicht von den unzähligen neuen Projekten gehört, die in der Zukunft auf Dubai warten.

Alles was wir als modern und "in" bezeichnen, ist in dieser Stadt schon längst aus der Mode und hat sich unlängst mit neueren Trends beschäftigt. Man kann sogar sagen, dass Dubai der Trendsetter schlechthin ist.
Nur hier gibt es in den Einkaufszentren "Gold-to-go"-Automaten, aus denen man handtaschenpraktische, echte Goldbarren erhält, nachdem man sie per Kreditkarte gezahlt hat.
Nur hier bekommt man vom Makler zusätzlich nach dem Kauf einer Immobilie einen brandneuen Lamborghini als kleines "Schmankerl" gratis obendrauf (was hier wohl nichts besonderes ist, da diese Flitzer hier auch als Polizeiwagen benutzt werden).

Und nur hier gibt es das weltgrößte Einkaufszentrum der Welt, in dem wir uns, zugegeben, nicht nur einmal verlaufen haben und welches, was die Freizeitideen und auch den Geldbeutel angeht, sehr viel Spielraum nach oben bietet. Falls man sich hier nicht ausschließlich mit shoppen vergnügen möchte, der kann sich zwischendurch das 51 auf 20 Meter große Aquarium ansehen, on dem sich 33000 bunte Fische verschiedener Spezies tummeln, eine Runde Eislaufen gehen oder sich den ein oder anderen Film im Kino ansehen.
Aber was rede ich denn da? Das Einkaufszentrum ist schließlich schon total out, weshalb das nächste schon längst in Planung ist.

Bis 2020 soll die neue "Mall of the World" eröffnen, eine 4,5 Millionen Qudratmeter großer Einkaufskomplex, der dem Charakter einer ganzen Stadt nachempfunden werden soll (natürlich komplett klimatisiert). Diese soll unter anderem eine 7km lange Einkaufsstraße, den größten Indoor-Spielepark der Welt, Theater und über 20000 Hotelzimmer beinhalten.

Wie ihr seht, zu entdecken gibt es hier viel.
Die Stadt ist ganzjährig gut besucht. Natürlich sieht man überall Touristen wie uns, jedoch scheint es aufgrund der Weitläufigkeit nie sehr überfüllt zu sein.
Was jedoch absolut auffallend ist, ist die Aufgeschlossenheit und Höflichkeit der Einheimischen. Selten haben wir es erlebt, dass man in einem fremden Land dermaßen hilfsbreit und weltoffen ist. Uns wurde stets freundlich mit einem ehrlichen Lächeln im Gesicht gegrüßt (und das nicht nur von Angestellten, dessen Job es ist, freundlich zu sein). Sahen wir unsicher aus, weil wir nicht weiter wussten, kam man sofort freiwillig auf uns zu, um uns zu helfen. Als wir am ersten Tag keine Unterkunft hatten, halfen uns zwei wildfremde Menschen und führten Telefonate mit Freunden, ob diese eine vorübergehende Bleibe für uns hätten.

Täglich führten wir Gespräche mit Menschen aller Herren-Länder, die total interessiert an unserer Reise waren und uns alles Glück der Welt wünschten. Und das schöne daran ist, dass diese Wünsche tatsächlich aufrichtig waren.
Man fühlt sich in dieser Stadt zudem sehr sicher, denn Kriminalität scheint hier selten eine Rolle zu spielen (obwohl Pit schon gerne einmal eine echte Verfolgungsjagd mit den Sportflitzern der lokalen Polizei erlebt hätte!).

Während einer Kaffeepause im Einkaufszentrum beobachtete ich ab und an die vorbeilaufenden Passanten. Ein Großteil der hiesigen Frauen trägt hier eine Burka. Der Unterschied jeoch zu denjenigen Frauen, die wir aus Deutschland mit diesen Gewändern kennen, ist, dass sie hier weitaus selbstbewusster und stärker wirken. Bei uns scheint ab und an einmal ein dunkles Gewand vorbeizuhuschen, den Blick schüchtern auf den Boden gerichtet.
Hier jedoch fühlen sie sich nicht ausgeschlossen, scheinen geradezu ein Strahlen von sich zu geben. Ihre Augen haben etwas mystisches und selbstbewusstes. Sie gehen mit ihren Freundinnen einkaufen, lachen laut auf, rauchen und tänzeln sogar durch die Gegend. Ein Stück weit traurig, diesen Unterschied zu sehen, da man erkennt, wie sehr sie sich bei uns in ihre Schranken verwiesen fühlen.

Außerdem ist kaum zu fassen, wie penibel sauber die Stadt hier ist. Nirgends findet man einen Fetzen Müll oder Zigarettenstengel auf dem Boden. In den Gebäuden sorgen unzählige Reinigungskräfte dafür, dass permanent alles glänzt und immer auf den Punkt sauber ist.

Wir haben uns hier vom ersten Moment an sehr wohl und willkommen gefühlt und sind glücklich, diese Gegend als ersten Zwischenstopp auf unserer Reise ausgesucht zu haben. Schade, dass die ersten Tage so schnell verflogen sind, trotzdem freuen wir uns auf unser nächstes Ziel.

Wir sagen "Danke, Dubai" für deine Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit und dein pulsierendes Leben.

Auf bald!

© Stephanie Balmer, 2016
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Über die Anreise in die Emirate und den chaotischen Einstieg in unsere Weltreise
Details:
Aufbruch: 03.09.2016
Dauer: 6 Tage
Heimkehr: 08.09.2016
Reiseziele: Vereinigte Arabische Emirate
Der Autor
 
Stephanie Balmer berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.