Burgund - Kernland des europäischen Mittelalters

Reisezeit: September 2018  |  von Angelika Gutsche

Alesia: Julius Cäsar und Vercingetorix

Freiheit für Gallien!

Weiter geht’s zum Camping Municipal Alesia in Venarey. Der Camingplatz befindet sich am Stadtrand und ist schön angelegt. Die Anzahl der Gäste ist um diese Zeit sehr übersichtlich und auch hier findet sich eine wunderbare Gelegenheiten für Hundespaziergänge: Gleich neben dem Campingplatz ist ein Park mit Weiher angelegt. Von Venarey aus starten wir zur Besichtigung des Schlachtfelds, das im Jahre 52 v.u.Zt.re. der Schauplatz des Kampfes zwischen dem Römer Julius Cäsar und dem Gallier Vercingetorix war.

Venarey - Camping Municipal Alesia

Venarey - Camping Municipal Alesia

Zwischen 1200 und 600 v.u.Zt.re. wanderten Kelten aus dem Osten kommend im damaligen Gallien und somit auch in Burgund ein. Über die Flüsse Rhône und Saône wurde mit den Griechen Handel getrieben. Allerdings verübten die Kelten immer wieder Überfälle auf die Griechen, die deshalb die Römer zu Hilfe riefen. Rom startete eine Offensive gegen die Kelten, die sie Gallier nannte, und so wurde zunächst Südfrankreich zur römischen Kolonie (118 v.u.Zt.re.).

Im Jahr 52 v.u.Zt.re. kam es zur großen Entscheidungsschlacht zwischen den gallischen Stämmen und den Römern in der Ebene von Alesia, in der die Gallier vernichtend geschlagen wurden. Zum Gedenken an diese schicksalsträchtige Schlacht wurde mitten in dieser Ebene ein imposantes Museum errichtet, entworfen vom Stararchitekten Bernard Tschumi, der auch das Museum auf dem Akropolishügel in Athen gestaltete. Das als Rundbau angelegte Museum ist mit Holzpfeilern ummantelt, die dem Palisadenbau der Römer nachempfunden sind. Das Flachdach ist mit Birkenbäumchen bepflanzt. Es ist eines der best gemachten Museen, die ich kenne. Die Entscheidungsschlacht zwischen Römern und Galliern wird eindrücklich dargestellt. Auf römischer Seite kämpften unter Julius Cäsar 50.000 Soldaten sowie germanische Hilfstruppen, auf gallischer Seite unter Vercingetorix 80.000 Mann, die von einem römischen Belagerungsring eingeschlossen worden waren. Ihr Ausbruchsversuch hatte ihre Vernichtung zur Folge.

Ebene von Alesia - Museum

Ebene von Alesia - Museum

Diese Schlacht hätte auch ganz anders ausgehen können, wären die Gallier nicht so einem genialen Strategen wie Julius Cäsar gegenüber gestanden. Und obwohl Vercingetorix die Schlacht verlor, wird er heute als Nationalheld verehrt, denn es war ihm gelungen, die verschiedenen Gallierstämme unter dem Motto Freiheit für Gallien im Kampf gegen Rom zu einen.

Im Museum ist ein kleines, mit modernster Technik ausgestattetes Kino untergebracht, in dem die Schlacht um Gallien filmisch dargestellt wird. Im freien Gelände der Ebene sind die Befestigungsanlagen nachgebaut.

Welche Welten bei Galliern und Römern aufeinanderprallten erzählen in humorvoller Weise noch heute die Bände Asterix und Obelix: „Die spinnen, die Römer!

Im Anschluss an den Museumsbesuch fahren wir zu der auf einem Hügel gelegene Ortschaft Alise-Sainte-Reine. Um diese Jahreszeit ist auch hier das Restaurant geschlossen, so dass wir unter schattigen Bäumen am Fuße der sieben Meter hohen Bronzestatue des Vercingetorix Picknick machen. Wie gut, dass wir uns im Supermarkt von Venarey mit leckerer Terrine, Käse und Obst eingedeckt haben. Und schon wieder kann ich mir den schwierigen Namen Vercingetorix einfach nicht merken. Beim besten Willen reicht es nur bis Wirschingfix.

Alise-Sainte-Reine - Vercingetorix-Denkmal

Alise-Sainte-Reine - Vercingetorix-Denkmal

Hinter dem kleinen Parkplatz führt ein Fußweg durch die Felder zur Ausgrabung des gallo-römischen Alesia. Nach dem Rundgang vorbei an den spärlichen Überresten von Theater, Tempel, Basilika und Forum lassen wir uns auf einer Bank unter einem Baum nieder. Da fällt uns eine Nuss auf den Kopf. Na so was! Ein Walnussbaum! Da stopfen wir uns die Taschen voll.

Alesia - Feldkreuz

Alesia - Feldkreuz

© Angelika Gutsche, 2019
Du bist hier : Startseite Europa Frankreich Alesia: Julius Cäsar und Vercingetorix
Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir haben viel gelernt über das dunkle Mittelalter mit der maßgeblichen Rolle, die burgundische Herzöge darin spielten, über Religionsgeschichte und die Bedeutung neugegründeter Orden und deren Klöster, über Baugeschichte und Kultur mit dem Hauptaugenmerk auf romanischer und gotischer Architektur und Kunst, aber auch über Käseherstellung und Weinerzeugung
Details:
Aufbruch: 18.09.2018
Dauer: 13 Tage
Heimkehr: 30.09.2018
Reiseziele: Frankreich
Der Autor
 
Angelika Gutsche berichtet seit 20 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors