Polarkreis und Nordkap

Reisezeit: August / September 2021  |  von Klaus-Peter Kahts

Tag 2, Mittwoch, den 11.08.2021

Mittwoch, den 11.08.2021
Erste Übernachtung in Schweden.
Gut geschlafen bis um sechs Uhr. Bin durch einen fernen Gewitter-Donner geweckt worden aber noch regnet es nicht. Ein wenig frisch gemacht und die Zähne geputzt.

Jetzt fängt es zu regnen an, bei Nebel und dem Sonnenaufgang. Alles auf einmal. Ich hoffe, man kann es auf den Fotos gut erkennen.

Jetzt bei Dauerregen den letzten Kaffee getrunken (Ina, er war noch trinkbar) und hoffen, dass, wenn der Gekas um 7 Uhr seine Türen öffnet, auch die Cafeteria auf macht und ich ein erstes schwedisches Frühstück genießen kann. Bin echt auf die innere „Größe“ dieses Supermarktes (kann man das eigentlich so schreiben?) gespannt. Dazu später mehr.
Jetzt ist später und …
WOW!
Also der Reihe nach. Als erstes fallen mir die vielen Tesla-Ladestationen für die E-Autos auf. Ganze 30 Ladesäulen stehen hier bereit und der erste Parkplatz vor dem Eingang ist schon voll belegt.

Alle Autos und Wohnmobile haben schwedische Nummernschilder. Der einzige Fremdländer bin wohl ich mit dem OD-Kennzeichen.

Alle warten geduldig (geschätzt 100 Kunden) bis es hinein geht. Ich auch. Neben den Einkaufswagen (tausende) gibt es auch Einkaufskörbe (viele Tausend). Die nimmt aber keiner, nur der Deutsche. Vorsichtshalber. Ich will ja nichts kaufen aber man weiß ja nie.

Also den Anderen hinter her und als erstes bemerkt, es sind fast 100 Kassen (hat man mir erzählt), genau genommen sind es 82 Kassen. Und die Leute kaufen die Regale leer und was sie schon hier alles in den Einkaufswagen haben, ist der Wahnsinn. Dabei bemerke ich, dass einige Familien sogar zwei Wagen dabeihaben.

Habe kurz einen Verkäufer angesprochen, ob das immer so ist? Nein aber die Ferienzeit in Schweden geht zu Ende und alle kommen auf dem Heimweg hier vorbei. Man muss es sich so vorstellen, als wenn es in Norddeutschland nur einen einzigen Aldi-Markt geben würde und alle wollen dahin.
Also bin ich auch mal durch alle Abteilungen geschlendert. Drogerie und Lebensmittel natürlich aber auch mit Textilien mit einer Abteilungsgröße, da kann sich bei uns zu Hause keiner messen. Kein C+A, Karstadt oder … keiner eben. Technik und Elektroartikel größer als (na ihr wisst schon) zusammen. Spielwaren und Haushaltsartikel ebenso. Und alles über zwei Stockwerke. Erlebenswert.
Im Obergeschoß ist auch das Restaurant. Es macht leider erst um 11.30 Uhr auf; die Kunden sollen ja erst einmal richtig viel in den Einkaufswagen füllen. Vor dem Restaurant gibt es einen Einkaufswagen-Parkplatz, durchnummeriert, damit auch jeder seinen Wagen wiederfindet. Die größte Nummer, die ich gefunden habe, ist die 2412! Mindestens so viele Einkaufswagen haben hier also Platz.
Dann bin auch ich mit meinem noch leeren Einkaufkorb Richtung Ausgang und habe dann doch aus Verlegenheit noch drei Artikel gekauft. Die Kassiererin hat mich verwundert angeschaut, dann aber gelächelt (oder ausgelacht).
Das Fazit: Wer einmal ein Einkaufsparadies erleben möchte, ist hier genau richtig. Und alles zu Aldi-Preisen, auch die Textilien, die Technik, eben alles. Leider ist die Anreise ein wenig lang und leider habe ich vor Aufregung ganz vergessen weitere Bilder zu machen.

Ich mache mich jetzt auf, meinen zweiten geplanten Urlaubspunkt auf zu suchen. Wie sich einige bestimmt erinnern, habe ich im letzten Jahr auf der Rückreise Uschi und Imke getroffen und die hatten mir im Nachlauf der Reise empfohlen, doch mal einen Abstecher ins Huskvarna-Werksmuseum zu machen. Und wenn man schon einmal vor Ort ist auch den ganz in der Nähe liegenden Taberg zu erklimmen. Gesagt, geschrieben und getan (mein Navi hat gesagt, dass ist der richtige Weg!).

Aber erst einmal das Huskvarna-Museum. Echt sehenswert, was hier in den letzten 330 Jahren so entwickelt und gebaut wurde.

Am Anfang der Werksgeschichte stand die Flinte/Büchse oder wie man ein Gewähr nennt, dass man mit Schwarzpulver und einer Lunte zünden muss. Wie eine Kanone und eigentlich sieht das Ding auch nicht viel anders aus, nur handlicher halt. Damit war es aber in ihrer Zeit eine überlegene Kriegswaffe (jetzt habe ich den Namen von dem Ding) für die Musketiere. (Muskete natürlich). Man denke nur an die vier Musketiere aus Hollywood, obwohl die mehr gefochten als geschossen haben. Was soll’s.

Zusammenfassung: Die Firma Huskvarna hat also jede Menge verschiedene Schusswaffen produziert. Auch heute noch aber auch so viele andere Dinge.

Nähmaschinen zum Beispiel und ganze Kücheneinrichtungen mit Öfen und Kochherden für Holz, Kohle und Gas Beheizung. Kochtöpfe, die man auch heute noch so kaufen kann und Mikrowellen, div. Waschmaschinen und Trockner.

Natürlich auch Fahrräder, wie ein ganz modernes Hochrad (zu seiner Zeit) und am bekanntesten die Motorräder für die Straße, das Militär und den Motorrad-Cross-Sport.

Die Geländemotorräder bauen sie heute noch, nur ein wenig moderner halt.

Dann noch die Maschinen für die Wald-, Forst- und Garten-Technik die jeder gute Baumarkt führt und jeder kennt.

Was aber nicht jedermann weiß, den guten alten Fleischwolf, den man an jeden Küchentisch schrauben kann, wurde von Huskvarna entwickelt, gebaut, mit einem Patent versehen in die ganze Welt verkauft. Wer sich also für die ganze Produktvielfalt, die Technik und die alten Werkzeuge der Fertigung interessiert, ist hier sowas von richtig. Aber dann auch ein wenig Zeit mitbringen. Mit husch mal durch die Ausstellung, ist es nicht getan.

Der Taberg ist mein nächstes Ziel hier ganz in der Nähe. Er ist mit 330m die höchste Erhebung in der ganzen Gegend hier und wenn es mal nicht regnen würde, sicher auch lohnender Abstecher. Egal. Rauf auf den „Berg“. Er will erklommen werden.

Nicht zu Fuß – mit dem Auto natürlich. Weil ich hier auch gerne Übernachten will, habe ich mir einen ebenen Parkplatz suchen müssen. An einem Berg nicht ganz einfach aber es hat geklappt.

Nachdem es trocken geworden ist, werde ich vom Taberg ein paar Beweisfotos schießen. In jede Richtung eins. Was man auf den Fotos ganz gut erkennen kann, ist wieviel Wald es rund um den Taberg gibt und davon soll es in den nächsten Tagen für mich noch viel mehr geben. Darauf freue ich mich schon.

Morgen geht es zum Little-Wolf-Cottage. Ich will mir noch einmal den „Bunker“ ansehen.
Hej da und eine gute Nacht.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Von Malmö aus nach Mittelschweden (Falun) und dann auf unbefestigten Straßen den Polarkreis erreichen. Weiter, immer weiter, bis ans Ende der Welt und zurück.
Details:
Aufbruch: 10.08.2021
Dauer: 4 Wochen
Heimkehr: 08.09.2021
Reiseziele: Schweden
Der Autor
 
Klaus-Peter Kahts berichtet seit 21 Monaten auf umdiewelt.
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