Tansania-Reisebericht :Rückenwind

Adiós, Kwaheri

Auf Wiedersehen! (Span.: Adiós, Swaheli: Kwaheri)

Irgendwann geht auch die schoenste Reise zu Ende. Nach ereignisreichen 14 Monaten steht die Rueckkehr in meine Heimat bevor. Ich freue mich auf Deutschland und dann schauderts mich wieder. Freuen, weil ich meine Familie und Freunde wiedersehe, den Rucksack in die Ecke stellen kann, in ein funktionierendes Land komme und viele neue Ideen und Energie mit nach Hause bringe. Schaudern, weil ich Angst habe vor dem hektischen Leben, dem engstirnigen System und dass der gute Reisegeist schnell wieder verfliegen koennte.
Ich schreibe hier mit einem dicken Kloss im Hals, da ein grosses und sehr wichtiges Kapitel in meinem Leben schon zu Ende geht. Das kann ich noch gar nicht richtig begreifen. Nach dieser langen Tour bin ich tatsaechlich reisemuede und kann neue Dinge nur noch schwer aufnehmen, geniessen und verarbeiten. Es wird Zeit heimzukehren!

Die meisten denken, dass man auf einer Weltreise ja so frei waere, tun und lassen koennte, was man moechte. Das stimmt in grossen Teilen. Aber damit dies so sein konnte, gab es viele Menschen in der Heimat, die Klein- und Grosskram erledigt haben. Mir ueber ein Jahr den Ruecken frei gehalten und immer wieder gestaerkt, oder mich in kritischen Momenten beraten haben. Diesen Menschen moechte ich herzlichst danken. Vielen lieben Dank an Anton, meine Schwester Jessica, Chrissi, Tante Christel und Onkel Arno, Herrn Frehse, Florian und meine Mama. Ohne Euch waere die Reise komplizierter verlaufen oder fruehzeitig abgebrochen worden.

Herzlichen Dank an euch Leser fuers eifrige Mitlesen. Ihr habt mir mit Zuschriften und Gaestebucheintraegen das Schreiben immer wieder versuesst. Und mich zum Schreiben motiviert. Inzwischen duerfte der Stoff fuer ein Buch reichen. Dies wird nun leider der letzte Reisebericht meiner Tour "Rueckenwind" gewesen sein.

Ein Extradank geht an Jan. Du hast die ganze Afrika-Reise hervorragend geplant und vorbereitet. Ich durfte auf einen fahrenden Zug oder vielmehr Bigfoot springen. Einfacher und schoener haette ich diesen Kontinent nicht erleben koennen.

Kristallwasser auf Zanzibar

Kristallwasser auf Zanzibar

Die letzten Tage verbringe ich auf der Paradiesinsel Zanzibar in Tansania und denke ueber die beste Zeit meines Lebens nach. Ich hab soviel erlebt, dass ich manchmal selbst in meinen Berichten lesen muss, wo ich was und wen gesehen habe. Ich muss mich oft selbst kneifen ob dieses gelebten Traums. Nicht einen Moment habe ich diesen gewaltigen Schritt bereut. Ich bin froh und sehr dankbar, dass alles so gut gegangen ist.

Zum Schluss noch ein paar Reisefakten

-500 m unter der Erde in einer Mine gewesen
bei -25 Grad C in der Antarktis gefroren
1 Rucksack fasst alles, was man zum Leben braucht, Paar Wanderschuhe abgelatscht, Mal vor dem Reiseabbruch mit laediertem Knie gestanden, Bigfoot gefahren, Leopard und Vogelspinne gesehen, Mal an Cap Horn gesegelt, Mal ueberfallen worden, Schamanen kennengelernt, Floss benutzt, Reisepass vollgestempelt, Mal mit Ratten uebernachtet
2 Handtuecher verlegt, Segler benutzt, Mal Polizisten bestochen, Mal mit Bigfoot festgesteckt, Mal in Kapstadt gewesen (beste Stadt der Welt)
3 Schiffe benutzt, Zuhaelter und ihre Angestellten im Hostel gehabt
4 Kontinente besucht, Giftschlangen gesehen
5 Paar Socken geloechert
6 Flaschen Sonnenmilch verbraucht
7 Weltwunder meiner Reise Rueckenwind gekuert: Antarktis, Machu Picchu, Cataratas de Iguazu, Salar de Uyuni, Valle del Colca, Perito Moreno und Wueste Namib
8 Wale gesehen (Finn- und Buckelwale sowie Orkas)
9 Buecher gelesen
Top 10 meiner Reise habe ich versucht aufzulisten und habe bei 17 abgebrochen
13 m hohe Wellen befahren
14 Monate unterwegs gewesen, Loewen gesehen
17 Laender bereist, Flugzeuge benutzt
25 Tage Bus gefahren (kummuliert)
29 Gorillas im tiefen Dschungel gesehen
45 Tage Duennpfiff gehabt (10 davon katastrophal), Grad C in der Wueste Namib durchgestanden
49 Reisebusse gefahren
53 m freien Fall ueberstanden
60 Naechte im Zelt geschlafen, Mal Waesche gewaschen
68 Reiseberichte geschrieben
85 Stationen auf meiner Reise angefahren
in 108 Betten geschlafen
250 Euro in ein Solarofen Start-up investiert
416 Tage auf Achse gewesen
500 km zu Fuss durchs Gebirge gelaufen
4.090 m in der hoechsten Stadt der Welt (Potosi) gewesen
6.000 km auf See gefahren
6.034 m erklommen am Tocllaraju
13.000 km mit Jan und Bigfoot durch Afrika getigert
15.000 Bilder geschossen
45.000 km ueber Land gefahren
55.000 km in der Luft verbracht
2.158.665 Euro Jackpot beim Handy-Poker geknackt
unzaehlig(en) Menschen begegnet, Taxen gefahren (Minibus, Auto, Dreirad, Motor- und Fahrrad), Polizeikontrollen passiert, Ameisen, Faultiere, Elefanten, Giraffen, Zebras, Antilopen, Bueffel, Nashoerner, Pinguine, Robben, Seeleoparden und Riesenschildkroeten gesehen

Letztes Boot nach Deutschland

Letztes Boot nach Deutschland

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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