Sambia-Reisebericht :yebo, yes! 12 monate unterwegs auf dem schwarzen kontinent!

oh du schöner lenz

livingstone - sonnenuntergang am zambesi

livingstone - sonnenuntergang am zambesi

on tour in zambia - polizeikontrolle vor brücke

on tour in zambia - polizeikontrolle vor brücke

livingstone - affen knuddel

livingstone - affen knuddel

sambia begann mit einem paukenschlag. nein, die visas waren kein problem. zimbabwe war die schnellste ausreise bisher, sambia vias kostete 50 us dollar und der stempel wurde sogar auf der gewünschten seite aufgedrückt (viele, unter anderem auch ich, haben nicht genügend leere seiten im pass - wir müssen deshalb ein bisschen haushalten, denn wir haben noch einige visas vor uns.
aber nun zurück zum paukenschlag! ich meinte eigentlich der zambesi-boatcruise. für 40 us dollar bier und spirituosen so viel der körper zulässt oder eben nicht. mit der einstellung "ich lass lieber meine teure kamera zu hause, sonst lass ich die noch irgendwo liegen im suff." ging die ganze gruppe ans werk. nach weniger als 20 minuten war der rum schon alle oder wie man so schön sagt, ausverkauft! manche massen sich beim wett-trinken und schrieben sich die anzahl flaschen bier auf den arm, könnte ja vergessen gehen... wiederum andere welzten sich wie warzenschweine am boden. es muss sich wohl um eine neue australische anmache handeln. kaum jemand bemerkte den eigentlichen grund dieser bootsfahrt, den sonnenuntergang. ich tat es. ich tat es sogar mit meiner kamera und es war herrlich.
die rückfahrt zum hafen diente eigentlich nur noch dazu, den pegel hoch zu halten oder noch einen drauf zu setzen. wieder land unter den füssen, waren alle so breit, dass es ausartete. in der bar torkelten oder welzten sich die leute (inzwischen waren das immer mehr leute). noch in der bar übergab sich der erste (er flog am nächsten morgen um 7 uhr mit einem micro-flight über die victoria fälle). die meute wollte feiern. der dj war nicht zu beneiden, einen haufen trunkebolde laberten ihn mit musikwünschen voll! ach ja, hab ich schon erwähnt, dass es erst 7 uhr abends war?
die busfahrt zurück ins camp war auch ein kleines desaster. es dauert eine gute halbe stunde bis wir alle leute zusammen gesammelt hatten, dann folgt das nächste problem; es übergaben sich inzwischen mehrere leute und die mussten an die fenster gesetzt werden. die rückfahrt selbst war dann ein mix aus "pfadi-lieder-singen" und aufpassen, dass man nicht angekotzt wurde. die party ging dann an der bar im camp bis tief in die nacht weiter. gewisse fielen in ein emotionales loch, während andere schnarchend auf dem klo aufgefunden wurden. am morgen danach hatte ich küchendienst und erlebte jede menge hangover. netter junge aus norwegen hatte ein ziemliches funkloch vom vergangenem abend, er wusste eigentlich gar nichts mehr. er hatte am morgen einen abseil-termin und gorge-swing. er war total neben den schuhen. als er die uhrzeit auf seinen iphone nachschauen wollte, leuchtete ihm ein männlicher, behaarter, nackter hintern als hintergrundbild entgegen. da erlaubte sich wohl einer einen spass mit ihm, während er den rausch ausschlief...

aber nicht, dass ihr jetzt meint, wir haben nur gesoffen, nein, wir haben also tatsächlich auch seriöse dinge unternommen. lusaka, die hauptstadt von sambia, war das nächste ziel. schmerzhaft oder besser gesagt leidgeprüft, mussten wir feststellen, dass in der südlichen hemisphäre halt doch noch winter ist. die nacht war saukalt und fiona war in der selben nacht noch krank dazu. hoody, jacke, schlafsack, zwei wolldecken und sie hatte immer noch kalt. schlussendlich haben die kälte aber alle überlebt. nach einem halt in chipata stand der south luanga national park auf dem programm. schlechte strassen und zusätzliche strassenarbeiten brachte die fahrt dorthin beinahe zum ausdruck "höllentrip". fünf stunden für 130 kilometer, tausende von schlaglöchern und noch viel mehr staub. mit einem overland truck absolut kein vergnügen. guten mutes buchte ich einen morning-drive und einen nachtdrive. die fahrt am morgen war zum vergessen. jetzt geht das schon wieder los, dachte ich, zieh ich eigentlich alle schlechten drives an? wir sahen viele antilopen, einen giraffen, aber von katzen war weit und breit keine spur zu finden. mit wenig erwartungen ging ich an den nachtdrive und siehe da, das glück wendete sich auf meine seite. elefanten, elefanten mit jungen, hyäne, spraykobra, hippos zu land und wasser, krokis, antilopen, trächtige löwinnen, löwen nach dem reissen eines büffels und das highlight, die heiligkeit der savanne, einen leoparden. diesen begleiteten wir einige minuten, bis er im gebüsch verschwand. herrlich, einmaliges erlebnis! der zeltplatz war unmittelbar am luanga-river gelegen. hippos watschten durch unser camp, krokodile sonnten sich am wenige meter entfernten flussufer und affen verursachten unser essen streitig zu machen. unangenehme erfahrung damit machte ein australier unserer gruppe. nachdem er erfolgreich die affen davon abhielt, uns das nachtessen zu klauen, pisste ihm als retourkutsche ein affe auf den kopf. soll ja gesund für die haare sein, sagt man. und dann gab es noch die waghalsigen lokalen fischerleute, welche im fluss zwischen hippos und kroks nach fischen suchten. suizid-ähnlicher job: kein tier ausser die mücke töten mehr leute pro jahr als hippos! wenn nicht hippos, dann sicher die kroks. wenn nicht die kroks, dann die tatsache, dass diese leute nie schwimmen gelernt haben. ende, gelende!
mit der gewissheit, wundervolle tage im south luanga verbracht zu haben, war die rückfahrt auf dieser schlechten strasse halb so schlimm und meisterten sie in 4 stunden, da farron einfach gewisse strassen benutze, die noch nicht für den verkehr freigegeben waren. erwähnte ich schon, dass wir den besten truck-driver haben?

south luanga - trächtiges löwenweibchen

south luanga - trächtiges löwenweibchen

south luanga - aha, was geht da ab?

south luanga - aha, was geht da ab?

south luanga - leopard

south luanga - leopard

south luanga - löwenweibchen ruht sich aus nach gerissenem jungbüffel

south luanga - löwenweibchen ruht sich aus nach gerissenem jungbüffel

© Markus Knüsel, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
wir reisen in ferne länder, verlassen unsere männer und frauen, buchen fröhlich die teuersten flüge und nehmen fast jede entbehrung in kauf, nur um genau dasselbe immer wieder und wieder zu tun. warum, zum teufel, nur? weil wir süchtig sind, süchtig nach freiheit, ferne und glück...!!! yebo yes!
Details:
Aufbruch: 10.11.2010
Dauer: 12 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Marokko
West-Sahara
Mauretanien
Mali
Burkina Faso
Ghana
Südafrika
Namibia
Botsuana
Simbabwe
Sambia
Malawi
Tansania
Uganda
Kenia
Äthiopien
Sudan
Ägypten
Der Autor
 
Markus Knüsel berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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