Kamerun-Reisebericht :Transafrika

Benin, Nigeria und Kamerun

Benin? Lange waren wir nicht dort. Aber wir werden dieses Land in guter Erinnerung behalten; vor allem der freundlich lächelnden Menschen wegen, die uns halbnackt vom Strassenrand zugewunken haben.

In Nigeria war's dann vorbei mit lustig: Schon kurz nach der Einreise mussten wir auf wenigen Kilometern etwa 20 Strassenkontrollen über uns ergehen lassen. Völlig genervt nahmen wir in der ersten grösseren Stadt ein Hotelzimmer, wo wir uns mit Pringles aufbauten und uns mit Tetrapackwein den Tag schön tranken. Wir nahmen zum ersten Mal auf dieser Reise ein Zimmer. An den TV und die Klimaanlage könnte man sich durchaus gewöhnen...

Dank Pringles und Wein wird’s doch noch ganz lustig...

Dank Pringles und Wein wird’s doch noch ganz lustig...

Der nächste Tag begann ganz gut, bis wir in der Grassstadt Ibadan zum ersten Mal auf "die Gelben" (wegen ihren gelben Warnwesten) stiessen. Das sind irgendwelche Steuereintreiber, die uns ständig gestoppt und sogleich das Auto mit Nagelbrettern gesichert haben. Lange und zum Teil aggressive Diskussionen folgten, weil die uns jeweils alle Steuern und Gebühren für das ganze Jahr 2007 aufbrummen wollten. Zu horrenden Preisen, versteht sich! Einmal wurde es uns zu bunt und so haben wir einen Teil bezahlt. Es wäre wahrscheinlich auch ohne gegangen - aber manchmal hat man einfach keine Lust, mehrere Stunden bei solchen Posten auszuharren.
Immer wenn wir in Nigeria am Strassenrand etwas Gelbes entdeckt haben, ist der Puls in die Höhe geschnellt. Dies hat sich erst in Kamerun wieder gelegt...

Nigeria bleibt uns auch durch die tagtäglich mehrmals auftretenden Stromausfälle in Erinnerung. Ist die Elektrizität weg, dauert's meist wenige Sekunden und überall brummen die Stromgeneratoren...

Nigeria von der schönen Seite: Babydrills in der Afi Mountain Drill Ranch.

Nigeria von der schönen Seite: Babydrills in der Afi Mountain Drill Ranch.

Die Hauptstadt Abuja ist eine in den 70er Jahren erbaute Planstadt, die recht amerikanisch rüberkommt: viel Platz und riesige Highways. Ein ungewohntes Nigeria, denn in den meisten Städten ist Chaos angesagt.

Kamerun hat uns mit Hügeln, Bergen und einem angenehmen Klima begrüsst. In höheren Lagen konnten wir nachts wieder mal die Schlafsäcke auspacken und sind morgens nicht verschwitzt und klebrig aufgestanden.

Nur unser Landcruiser hat uns ein paar Sorgen und Arbeitsstunden beschert. Die Vorderachse war an mehreren Stellen angerissen und musste geschweisst werden. Dann haben wir vorne höhere Federn eingebaut, um den Durchschlägen ein Ende zu setzen. Für hinten konnten wir in Bamenda keine höheren Federn auftreiben. Tja, was macht man da in Afrika? Man nimmt die alten Vorderfedern und schraubt sie in die hinteren ein! Bis jetzt funktioniert dieses Doppelfedersystem prima...

Unser Fidel in der Werkstatt: Einer arbeitet, vier schauen zu...

Unser Fidel in der Werkstatt: Einer arbeitet, vier schauen zu...

Seit gut zwei Wochen sind wir mit einem jungen deutschen Pärchen unterwegs. Sonja und Ian touren mit ihrem Landi für ein Jahr durch Afrika. Zusammen sind wir die Ringroad gefahren und haben während eines dreitägigen Trekkings den Mount Kamerun bestiegen. Dies ist ein gut 4000 Meter hoher Vulkan und der höchste Berg in Westafrika.
Es ist ganz witzig, mal mit anderen Leuten Erlebnisse zu teilen. Auch beim Kochen kann man sich inspirieren: im Moment sind wir gerade auf dem Bratkartoffel mit Spiegelei und Tomatensalat-Trip.

Am Morgen an unserem Wildcampingplätzchen: Schüler holen an einer Quelle Pausenwasser.

Am Morgen an unserem Wildcampingplätzchen: Schüler holen an einer Quelle Pausenwasser.

Auf der Ringroad: Sonja, Ian und Chris diskutieren, wie sie den Baum von der Piste ziehen wollen.

Auf der Ringroad: Sonja, Ian und Chris diskutieren, wie sie den Baum von der Piste ziehen wollen.

Joshua am Lake Nyos. 1986 sind aus diesem Kratersee giftige Gase ausgetreten und haben über 1500 Menschen in der Umgebung das Leben gekostet.

Joshua am Lake Nyos. 1986 sind aus diesem Kratersee giftige Gase ausgetreten und haben über 1500 Menschen in der Umgebung das Leben gekostet.

Wer sitzt denn da auf der Klorolle?

Wer sitzt denn da auf der Klorolle?

Chris kurz vor dem Gipfel des Mount Kamerun.

Chris kurz vor dem Gipfel des Mount Kamerun.

Bald geht's weiter nach Gabun und durch die Kongos. Dort ist gerade die Regenzeit im Gange und wird uns bestimmt ein paar Schlammlöcher bescheren.

Liebe Grüsse und bis bald!
Volmar und Chris

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Volkmar und Christoph wollen mit einem Toyota Landcruiser Afrika von Norden nach Süden durchqueren.
Details:
Aufbruch: November 2006
Dauer: 6 Monate
Heimkehr: Mai 2007
Reiseziele: Frankreich
Spanien
Marokko
Mauretanien
Senegal
Ghana
Kamerun
Angola
Namibia
Südafrika
Der Autor
 
Christoph Müller berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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Christoph über sich:
Tja, was soll ich von mir erzählen? Die meisten Leserinnen und Leser kennen mich ja schon. Die brauchen die folgenden Zeilen auch gar nicht zu lesen.
Zuhause bin ich Student an der PH Bern. Noch muss ich während eines Semesters Vorlesungen besuchen und einige Arbeiten schreiben. Dann bin ich Oberstufenlehrer. Aber da ich nun eine Weile weg bin, lässt der Abschluss noch auf sich warten.
Auf den Lehrerberuf freue ich mich, denn ich arbeite gerne mit Jugendlichen. Aber im Herzen bin ich eigentlich ein Bauernbube. Es ist ein grosses Ziel von mir, diese zwei Pfade in Zukunft zu kombinieren.

Und dann habe ich da noch meine grosse Leidenschaft, durch die Welt zu fahren. Fremde Kulturen kennen zu lernen, interessante Menschen zu treffen, wunderschöne und uns fremde Landschaften zu entdecken, draussen in der Natur zu kochen und so weiter. So bin ich seit der Matura mehr als drei Jahre per Fahrrad und Motorrad durch Teile dieser Erde gestreift.

Und jetzt ist es endlich wieder soweit: die Durchquerung Afrikas ist das ganz grosse Ziel. Ein Kontinent, welcher unsäglich viel zu bieten hat und uns so fern liegt. Ich freue mich auf das Unbekannte und hoffe, viele gute Erfahrungen sammeln zu können und das eine oder andere Thema in Zukunft aus einer zusätzlichen Perspektive reflektieren zu können.

Ich hoffe, dass sich Volkmar, mein Reisepartner aus Mannheim, bald auch noch kurz vorstellen wird...