Senegal-Reisebericht :das feuerrote spielmobil

WIR MACHEN URLAUB

Nachdem Sylvia und Karsten ihre Visaangelegenheiten in Nouakchott schneller erledigen konnten als erwartet, beschlossen wir auch den nächsten Teil der Route -in den Senegal- gemeinsam zu fahren. Daniel, der Dritte im Bunde benötigte leider noch etwas Zeit in Nouakchott, da er als Schweizer auch ein Visum für den Senegal brauchte. Man verabredete sich aber vage in St. Louis... Und auch ein neuer Reisegefährte war schnell gefunden: am 8.12. auf der Ausfahrtstraße von Nouakchott überholten wir plötzlich einen uns bekannten Radfahrer. Klaus, aus Darmstadt -ihn hatten wir in Tiznit (Marokko) kennen gelernt und nach unseren Berechnungen hätten wir ihm eigentlich in der Westsahara wieder begegnen müssen. Man fuhr also rechts ran und es gab ein großes 'Hallo'. Nachdem man 10 Minuten sämtliche Neuigkeiten ausgetauscht hatte, entschied er sich für die bequemere Art des Reisens (wie auch schon in der Westsahara, deshalb trafen wir ihn dort nicht). Das Fahrrad kam auf unseren neuen Dachgepäckträger und Sitzplätze gab's bei Sylvia und Karsten genug. Wir fuhren weiter bis wir 50km vor Rosso auf

unsere erste 'echte' Piste

unsere erste 'echte' Piste

abzweigten. Uns war schnell klar warum alle über Wellblech schimpfen (lauter und holpriger geht's nicht) doch dieser Abschnitt nahm zum Glück bald ein Ende. Vor allem in der ein oder anderen Sandpassage hatten alle Insassen sehr viel Spass, wobei Lars auch ganz schön ins Schwitzen kam. Sand, Wellblech und tiefe Furchen wechselten sich regelmäßig ab, doch auch landschaftlich war die Strecke sehr abwechslungsreich. Die wenigen Dörfer auf der Strecke wirkten schon sehr afrikanisch (z.B. mit Dornengestrüpp als Weidezäune), man sah nochmal viele Dromedare und

Esel,

Esel,

ein paar letzte Sanddünen, der Rest wurde bereits mehr Busch und man hätte sich auch vorstellen können, dass nun eine Giraffe o.ä. daher spaziert. Als wir dann auf den Damm stießen um zum Grenzübergang Djamma zu fahren, war alles bereits sehr grün und wir sahen neben Tausenden von Flamingos, Fischreihern und unzähligen Vögeln deren Namen wir nicht kennen, auch zum ersten Mal Pelikane.

Ein toter Waran,

Ein toter Waran,

sowie ein paar Warzenschweine machten die Fahrt perfekt. Die anderen trafen nebenbei noch einen Bekannten auf der Piste, der soeben die Heimreise von Senegal aus angetreten hatte, also blieb man erstmal stehen um ein Pläuschen zu halten und kurze Zeit später stießen noch 2 englische Jeeps zu uns, die wir aus der Auberge in Nouakchott bereits kannten.

Doch nachdem man die Grenze noch bei Tage passieren wollte und hiesige Zöllner auch nicht die einfachsten sein sollen, musste man sich schließlich doch verabschieden und wir legten die letzten 30km ohne weitere Vorkommnisse zurück. Selbst von der Grenze gibt's nichts keine Horrorgeschichten zu berichten. Sogar das geforderte Bakschisch hielt sich in Grenzen. Lediglich unser Carnet wurde nicht anerkannt (das Thema scheint sich echt erledigt zu haben), so dass wir nun also wie alle anderen auch unser Passavant nach 10 Tagen verlängern müssen. Der Plan war direkt in die Zebrabar zu fahren, sofern der Einbruch der Dämmerung und noch kommende Polizeikontrollen dies zulassen sollten. Doch trotz schneller Abfertigung an der Grenze und 2 völlig harmloser Kontrollen wurde es immer dunkler und wir beschlossen den Campingplatz in St.Louis anzusteuern. Darüber sind wir sehr froh, denn die Fahrt in die Stadt gab einem das Gefühl, Afrika erreicht zu haben.

Welch ein Leben, welch Farbenpracht, was für eine Geräuschkulisse! Und welch Gerüche -auf dem Weg zum Campingplatz durchquert man auch das Fischerviertel und wir begannen sehr schnell alle Fenster im Auto zu zu drehen. Am nächsten Tag bei Sonnenschein konnte man erkennen, dass die Straße mit Fisch und allem was da rein gehört gepflastert ist... Der Sud in unseren Radkästen lässt auch jetzt dieses nasale Erlebnis immer mal wieder aufleben! Der Campingplatz stellte sich als sehr nett heraus, daher entschied man sich noch eine zweite Nacht zu bleiben. Im Laufe des Abends tauchte plötzlich auch Daniel wieder auf und das Team Mauretanien war wieder komplett. Außerdem war noch ein weiterer Landrover mit deutsch-österreichischer Besetzung da, die wir auch aus Nouakchott bereits kannten.
Alles zog weiter in die Zebrabar, 20km südlich von St.Louis hat eine Schweizer Familie (mit einem 7-jährigen Sohn und einer 11-jährigen Tochter!) ein Campement inmitten eines Nationalparks an einer Lagune errichtet. Und hier sitzen wir nun im kleinen Paradies, wo wir nach zwei Tagen 'Hausputz' und Wäsche waschen, unseren Urlaub von der Reise genießen. Man vertreibt sich die Zeit mit

Kanu fahren,

Kanu fahren,

Schwimmen gehen, Angelversuchen, chillen in der Hängematte, Spaziergängen,

die Tierwelt erforschen (wir haben einen ca. 80cm langen Waran als Nachbar) und das Schöne ist: das alles bleibt so bis Weihnachten!
Alle anderen verließen uns, doch seit dem 14.12. ist unsere Reisegruppe um eine Person reicher:

Lisette,

Lisette,

vor Kurzem erst 30 Jahre alt geworden, hat sich entschlossen, dass ihre allwinterliche Flucht dieses mal nach Afrika gehen soll und sie uns für 7 Wochen auf unserer Tour begleiten möchte. Schön für uns, denn abgesehen von einer tollen Zeit mit einer Freundin, kommen wir in den Genuss einer Babysitterin, Lehrerin, Haushälterin, und, und, und. Die bereits erwähnten 1000 Aufgaben können also nun durch drei geteilt werden!
Momentan sind wir nochmal für 2 Tage in

St. Louis,

St. Louis,

v.a. um unser Passavant (die Aufenthaltserlaubnis fürs Auto) zu verlängern. Aber auch um Lisette dieses Städtchen im Kolonialstil näher zu bringen und unsere Essensvorräte wieder auf zu füllen, da es in dem Dorf bei der Zebrabar außer Eier und Reis wirklich gar nichts gibt! Ja, das ist Afrika! Um hierher zu fahren mussten zur Abwechslung allerdings mal wir aus dem Tiefsand raus gezogen werden...

So und dann wollten wir unsere Leser noch darauf hinweisen, dass es noch eine Familie gibt, die mit ihrem Feuerwehroldtimer -der wie unser Auto sogar auch Grisu heisst!-derzeit an der afrikanischen Ostküste entlang fährt. Mehr dazu auf www.four4afrika.de.

Wir wünschen Euch allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2010!!!

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Die Reise
 
Worum geht's?:
im august09 soll es für uns (lars 32j.,silke 35j.)und unsere 4 jungs (dejan 8j.,jaris 6j.,navin 3j. und arjun 4monate) mit unserem 43j. alten feuerwehrlkw (mb 1113) nach westafrika gehen. über fr,p und sp wollen wir im oktober nach marokko übersetzen und dann weiter durch mauretanien,senegal,gambia,mali,burkina faso bis nach ghana. wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen,wird der lkw von dort im mai2010 zurück verschifft und unsereins nimmt den flieger...
Details:
Aufbruch: August 2009
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2010
Reiseziele: Ghana
Frankreich
Spanien
Portugal
Marokko
Mauretanien
Senegal
Gambia
Mali
Burkina Faso
Der Autor
 
lars+silke mutmann-engelskirchen berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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lars+silke über sich:
im august 09 soll es für uns (lars 32j., silke 35j.) und unsere 4 jungs (dejan 8j., jaris 6j., navin 3j. und arjun 4 monate) mit unserem 43 jahre alten feuerwehrlkw (mb 1113) nach westafrika gehen. über die carmargue, die pyrenäen, portugal und spanien wollen wir im oktober nach marokko übersetzen und dann weiter durch mauretanien, senegal, gambia, mali, burkina faso bis nach ghana. wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen, wird der lkw von dort im mai 2010 zurück verschifft und unsereins nimmt den flieger...