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:= Auf einer Enfield Bullet durch den Norden Indiens :=
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Den zweiten Teil der Reise findet ihr in der Rubrik Südostasien/Laos unter "Dauerlächeln und Bombenstimmung - der Fortsetzungsroman in Südostasien". Bis jetzt ist erst der Teil über Laos fertig, Kambodscha folgt noch.
der weg von mathura nach bharatpur ist nicht lang, aber etwas beschwerlich. teilweise geht es 2 km am stück über schotter und schlaglöcher. ich bin mir spätestens jetzt sicher, irgendwann neue reifen zu brauchen.
endlich angekommen, schlage ich den weg richtung naturschutzgebiet ein. dort gibt es viele unterkünfte und es ist ein wenig ruhiger als im zentrum der Stadt. das zimmer ist gleich gefunden, denn die hauptsaison ist schon vorbei. billig, mit veranda und garten davor. die ersten beiden tage verbringe ich - noch krank - hauptsächlich auf der veranda. endlich ein ort, wo man noch vor dem allmorgendlichen hupkonzert von vogelgezwitscher geweckt wird. und auch ansonsten herrscht hier eine für indien fast himmlische ruhe.
natürlich hat sich in den vergangenen neun jahren (seit meinem letzten Besuch) einiges verändert, sowohl positiv als auch negativ. weniger positiv ist sicherlich die tatsache, dass jetzt direkt am nationalpark entlang eine hauptstraße verläuft, und dass die eintrittsgebühr, wie mittlerweile überall üblich, für ausländer verzwanzigfacht wurde. die größere auswahl an unterkünften ist sicherlich gut, es gibt internet (zum ersten mal ein fast neuer pc, sogar mit windows xp), einige der straßen im park werden gewartet, es gibt schilder mit erklärungen und sogar bänke. ach ja, vögel gibt es selbstverständlich auch.
der nationalpark heißt "keoladeo ghana national park" und dürfte das größte vogelschutzgebiet in indien sein.
wieder gesundet, bin ich mit einem fahrradrikschafahrer, der gleichzeitig mein führer war, in den park. das hat sich wirklich gelohnt: durch die 19-jährige erfahrung meines führers habe ich viel gesehen, was ich sonst vermutlich verpasst hätte.
ich bin dann nochmal alleine in den park - sehr früh morgens und zu fuß. zu bestaunen gibt es immer was und die ruhe ... himmlisch. auch wenn das jetzt nicht nett klingt, aber einer der gründe, in den park zu gehen ist der, dass es dort kaum inder gibt. inder interessieren sich im allgemeinen nicht für die natur, die meisten haben wirklich andere sorgen (mein gastgeber beispielsweise ist hier geboren und aufgewachsen, war aber bis heute noch nie in dem park), und die paar, die dort sind, arbeiten dort oder kommen aus den ganz großen städten.

gerade habe ich hier im internet-café mit meinen englischen nachbarn geplaudert und die frage diskutiert, was wohl das schönste und was das schlimmste in und an indien sei? wir waren uns schnell einig... die antwort auf beide fragen ist: die menschen.
außerdem gibt es im park natürlich noch die ganz besonderen vögel zu sehen: den bebrillten schwedischen naturalisten, die weißbeinige englische krähe, den immer mindestens paarweise auftretenden indischstämmigen loch-in-den-bauch-frager und natürlich der auch hier lauernde rikscha-raubvogel.
nun ja, aus den geplanten drei tagen sind jetzt aus verschiedensten gründen acht geworden, ich habe mich vollständig erholt... und es wird zeit, aufzubrechen.
ach ja...: die gründe für mein langes bleiben........................