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2000 km mit Bus durch den Himalaya
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Es ist dunkel und wir sind endlich da, hurra, lebend geschafft! Nun "nur noch" Unterkunft, das heißt Hausboot auf dem Dal Lake suchen und ausruhen. Kaschmir zu besuchen und nicht auf einem Hausboot zu übernachten würde so ähnlich sein wie Agra zu besuchen und das Taj Mahal nicht zu besichtigen. Also, wir steigen nach Diskussionen mit den Abschleppern in eine Shikara, eine kleine Gondel, wie man in Venedig sagen würde, die uns zu dem gewünschten Übernachtungsplatz bringen soll. Wir sind es leid, noch groß zu reden und nehmen das, was man uns anbietet, der Morgen wird zeigen, wo und wie wir sind!
Unser Hausboot ist einfach überwältigend, 30 bis 50 m lang, bestehend aus einer Lounge, einem Esszimmer, Sonnendeck und 2 oder 3-Bettzimmer. Hergestellt ist das Hausboot aus poliertem Zedernholz mit phantasievoll geschnitzten orientalischen Mustern und mit einem Charakter der 30iger Jahre. Wie moderne Kolonialherren/damen schlürfen wir in der Abenddämmerung auf dem Deck Gin Tonics. Man teilt sich die Lounge and das Esszimmer mit anderen Besuchern. Viele Boote gehören einer Familie, die für die Gäste kochen und man bekommt einen guten Einblick in das Leben der Kaschmiris.
Hausboote auf dem Dal-See
geschnitzter Eingang meines Hausbootes
Feierabend für Shikara-Fahrer
Shikaras für Touristen
Das Tal - mit der Stadt Srinagar im Mittelpunkt - ist Kaschmirs fruchtbares Herzstück mit einer Kulisse grüner Berge. Dichte Fichten- und Kiefernwälder, Felder voller kostbarer Safrankrokusse, Reisterrassen, Maulbeerhaine; Gärten mit Apfel-, Birnen-, Pflaumen- und Walnussbäumen. Der größte Teil von Kaschmirs legendärer Schönheit ist immer noch unversehrt. Selbst im Herzen Srinagars, wo kastenförmige Betonhäuser aus dem Boden schießen, ist genug Altes intakt, um die Phantasie des Besuchers zu beflügeln. Der Dal-See (umgeben von den hohen Gipfeln des Himalaya und den Kämmen des Pir Pandschal), der Fluss Dschelam und ein mäandernder Kanal, der die beiden verbindet, machen aus dem geschäftigsten Viertel der Stadt eine Insel. Von den etwa zwei Dutzend Brücken, die sich über Fluss und Kanal wölben, kann man beobachten, wie die Kaschmiris mit kleinen Holzbooten an den alten Häusern vorbeistaken. Wir unternehmen eine Shikara-Fahrt durch die Lotusfelder, alle Menschen grüßen uns sehr freundlich, da sich in diesen Teil Indiens bis jetzt nur wenige ausländische Gäste verirren, meistens sehen wir indische Ferienreisende und Hochzeitspärchen. Abends sitze ich am Wasser, höre das leise Plätschern der abendlich heimkommenden Shikaras, mit einem Gondelfahrer habe ich ein sehr interessantes, philosophisches Gespräch, was mir wieder d a s Indien zeigt, das mich weiterbringt. Und da ist sie, eine der Antworten auf die Frage, warum ich immer wieder dieses Land bereise.
Wir werden oft fotografiert und immer wieder gefragt, wie wir Kaschmir finden. Ein Shikarafahrer knüpft mir eine Kette aus Lotusblüten, ich bin wie verzaubert... Hätte das jemals ein Mann in Deutschland für mich gemacht (selbst wenn es hier Lotusblüten auf einem See geben würde)? Nie! Der hätte höchstens gesagt: Knüpf dir deine Kette selber, du bist doch emanzipiert!
Blumenverkäufer mit Shikara
Das Ganze erscheint ziemlich unwirklich, einfach wie im Märchen. "Wo die Welt endet und das Paradies beginnt", Straßenschild auf der indischen Seite der Waffenstillstandslinie, die den indisch besetzten vom pakistanisch besetzten Teil der Region trennt, 1998.
Damit komme ich zur anderen Seite dieses Teils von Indien -die allgegenwärtige Präsenz des Militärs und das geopolitische Spannungsfeld zwischen Indien und Pakistan. Hier lebt ein Volk, dessen Angehörige sich weder für Inder noch für Pakistanis sondern für Kaschmiris halten und sich durch eine künstliche Linie getrennt sehen. Indische Soldaten patroullieren in den Straßen unaufhörlich. Sie tragen kugelsichere Westen über Tarnuniformen, dazu Maschinenpistolen. An jeder Ecke Sandsackunterstände, Militärposten und Checkpoints. Bunker mit starkem Maschendraht vor den Eingängen, zum Schutz vor Granaten mit gestapelten Sandsäcken abgedeckt, beherrschen die größeren Verkehrskreuzungen. Milizsoldaten halten Autos und knatternde Dreiradtaxis an, scheuchen die Fahrer herum und suchen unter den Sitzen nach Bomben und Waffen. Der Hass in den Blicken von Passanten lassen keinen Zweifel zu, dass die Kaschmiris die Soldaten als Besatzungsarmee betrachten.
militärischer Kontrollposten mitten in Srinagar
Die Region ist seit fast einem halben Jahrhundert Streitobjekt zwischen Indien und Pakistan. Seit der Abspaltung Pakistans von Indien im Jahre 1947 führten die beiden Staaten zwei Kriege um das Kaschmirtal, das unter Vermittlung der UN 1949 aufgeteilt wurde. Ein Drittel des Gebietes ging an Pakistan, zwei Drittel erhielt Indien. Ende der achtziger Jahre flammte der Kaschmir-Konflikt wieder auf. Seitdem kämpfen im indischen Teil Kaschmirs moslemische Rebellengruppen um die Loslösung des überwiegend von Moslems bevölkerten Gebiets. Wen wundert's, dass Kaschmir als einer der gefährlichsten Explosionsherde der Erde gilt. Im Januar vergangenen Jahres leiteten die beiden Atommächte allerdings einen Friedensprozess ein.
Nach 7 wunderschönen Tagen auf meinem Hausboot und gemischten Gefühlen verlasse ich Kaschmir in Richtung Zanskar, dem buddhistischen Teil meiner Reise.
Für alle, die gerne individuell reisen ein kleiner Tipp:
Der 1974 gegründete Club ist die älteste Globetrottervereinigung Deutschlands und der größte Zusammenschluß leidenschaftlich Reisender auf ideeller Basis in Europa
www.globetrotter.org
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| anonym | ||
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Hallo! Dein Bericht spricht mir aus der Seele. Ich war 1992 drüben, da hat Dir niemand gesagt, daß dort Unruhen herrschen. Wir hatten in Delhi einen "Direkten" Super.Delüxe Bus in einem Reisebüro am Bahnhof gebucht . Mehr muß ich Dir als Indienreisendem nicht mehr sagen...."oben" in Srinagar, war ab 18 .00 Ausgangsperre, überall wo es schön gewesen wäre war "Restrictet Area", Wir machten eine Tagesfahrt mit dem Auto (war im Hausbootpreis dabei) ,überall "No Foto please" | ||
| Annette | ||
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Hallo Kai, in jeder Überschrift meiner Berichte steht die Datumsangabe drin, da ich es auch blöd finde, keine Zeitangaben in Berichten zu finden. Zusätzlich steht noch auf jedem Foto (leider aus Versehen) das genaue Datum drin. Gruß Annette | ||
| Kai Dose | ||
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Hallo und besten Dank für die Berichte, leider vermiss ich Datumsangaben so das man nie weiss wann was geschriben wurde oder welcher Zeitraub berichtet wurde. Das trifft aber leider auf viele Reiseberichte hier zu, SCHAAAAAAAAAAAAAADE Kai | ||
| bärbel Kaffka | ||
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Hallo Anette, tolle Beiträge, mach weiter so ich freue mich schon auf neue Berichte, Bärbel aus Hannover | ||
| susann | http://www.geocities.com/susannthomsen | |
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liebe annette, endlich eine frau unter den mutigen, endlich jemand meines alters: ich grüße dich! habe eben deinen bericht aus kashmir gelesen und mir fiel auf, wie lange ich schon wieder hier in deutschland sitze und wie unbeweglich ich geworden bin... werde über deine worte nachdenken, danke. solltest du deinerseits berichte aus pakistan lesen mögen, sei auf meiner website willkommen! herzliche grüße aus hamburg, susann | ||
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