Iran-Reisebericht :Iran - 2014

Iran - Juni 2014: Teil 2 - Kermanshah / Borujerd (Lorestan)

Kermanshah - Taq-e Bostan
Die Grotten befinden sich am Fuß des Felsens gleichen Namens. Hier steht eine sassanidische Anlage, bestehend aus Grotten und Reliefs, die bei einem Quellsee angelegt wurden, mitten im Herzen des Zagros-Gebirges, wo es fast 1700 Jahre lang Wind und Regen ausgesetzt war. Bewusst wählten die sassanidischen Könige ein schönes Umfeld entlang eines Rastplatzes der historischen Seidenstraße. Die Reliefs liegen neben einer heiligen Quelle, die in ein Becken am Fuße einer Klippe mündet. Die hier zu sehenden sassanidischen Werke zeigen mit ihren Bildern die Macht, religiöse Tendenzen, Ruhm, Ehre, die Größe des Könighofes, den Kampf- und Spielgeist, Festlichkeiten, Freude und Jubel.

Kermanshah - Taq-e Bostan
Die Grotten befinden sich am Fuß des Felsens gleichen Namens. Hier steht eine sassanidische Anlage, bestehend aus Grotten und Reliefs, die bei einem Quellsee angelegt wurden, mitten im Herzen des Zagros-Gebirges, wo es fast 1700 Jahre lang Wind und Regen ausgesetzt war. Bewusst wählten die sassanidischen Könige ein schönes Umfeld entlang eines Rastplatzes der historischen Seidenstraße. Die Reliefs liegen neben einer heiligen Quelle, die in ein Becken am Fuße einer Klippe mündet. Die hier zu sehenden sassanidischen Werke zeigen mit ihren Bildern die Macht, religiöse Tendenzen, Ruhm, Ehre, die Größe des Könighofes, den Kampf- und Spielgeist, Festlichkeiten, Freude und Jubel.

Kermanshah - Taq-e Bostan - umgeben von einem schönen Garten

Kermanshah - Taq-e Bostan - umgeben von einem schönen Garten

Taq-e Bostan. Wir treffen dort eine Gruppe junger iranischer Studenten, die sehr gut Englisch sprechen und uns ein Loch in den Bauch fragen, uns aber auch viel über ihr nicht einfaches Leben im Iran berichten. Auch ein älteres iranisches Ehepaar, gut Deutsch sprechend, begrüßt uns. Man merkt den Menschen an, wie sie es genießen, mit Fremden zu reden.

Taq-e Bostan. Wir treffen dort eine Gruppe junger iranischer Studenten, die sehr gut Englisch sprechen und uns ein Loch in den Bauch fragen, uns aber auch viel über ihr nicht einfaches Leben im Iran berichten. Auch ein älteres iranisches Ehepaar, gut Deutsch sprechend, begrüßt uns. Man merkt den Menschen an, wie sie es genießen, mit Fremden zu reden.

Kermanshah / Borujerd (Lorestan)

10. Mai 2014 16. Tag
Kermanshah / Borujerd (Lorestan) 4 ½ Std. / 250 km
Hotel Zagros - 26,49 Euro mit Frühstück

Wecker um 7 Uhr und um 8 Uhr gehen wir zum Frühstück, treffen dort das deutsche Bikerpaar wieder. Heute sind Vater und Sohn gesprächiger. Sie fahren nach Esfahan und dann weiter durch die Wüste. Ihr Visum gilt nur 25 Tage. Das Frühstücks-Büfett ist wirklich vom Feinsten und lässt keine Wünsche offen.

Kurz nach 9 Uhr laufen wir zum nahen Taq-e Bostan. Die Grotten und Reliefs sind gut zu sehen und sehr gut erhalten. Wir treffen dort eine Gruppe junger iranischer Studenten, die sehr gut Englisch sprechen und uns ein Loch in den Bauch fragen, uns aber auch viel über ihr nicht einfaches Leben im Iran berichten. Auch ein älteres iranisches Ehepaar, gut Deutsch sprechend, begrüßt uns. Man merkt den Menschen an, wie sie es genießen, mit Fremden zu reden.

Taq-e Bostan
Die Grotten befinden sich am Fuß des Felsens gleichen Namens. Hier steht eine sassanidische Anlage, bestehend aus Grotten und Reliefs, die bei einem Quellsee angelegt wurden, mitten im Herzen des Zagros-Gebirges, wo es fast 1700 Jahre lang Wind und Regen ausgesetzt war. Bewusst wählten die sassanidischen Könige ein schönes Umfeld entlang eines Rastplatzes der historischen Seidenstraße. Die Reliefs liegen neben einer heiligen Quelle, die in ein Becken am Fuße einer Klippe mündet. Die hier zu sehenden sassanidischen Werke zeigen mit ihren Bildern die Macht, religiöse Tendenzen, Ruhm, Ehre, die Größe des Könighofes, den Kampf- und Spielgeist, Festlichkeiten, Freude und Jubel.

Die große Grotte - Sie ist seitlich eingerahmt von Reliefs, Füllhörnern und Schutzengeln. Im Inneren steht unten eine überlebensgroße Wandplastik des sassanidischen Königs Khosroq II. (590 - 628) in voller Rüstung mit eingelegter Lanze auf seinem Pferd Shabdiz.
In dem Tonnengewölbe darüber ist er mit der Göttin Anahita links und dem Gott Ahuramazda rechts dargestellt. Schön sind auch die Reliefarbeiten an den Seitenwänden: Links eine Wildschweinjagd, rechts Hirsche.

Daneben die kleine Grotte mit zwei Reliefs von König Shapur III. (383 - 388) links und seinem Großvater, König Shapur II. (303 - 379) rechts.
Rechts der Grotten ist ein Relief mit der Investitur König Ardeshirs II. (379 - 383) zu sehen. Unter seinen Füßen liegt der römische Kaiser Julian II., bei dessen Niederlage er mitgewirkt haben soll.
Schön sind auch die Säulenkapitelle aus sassanidischer Zeit, von denen einige aus Bisotun stammen sollen. Taq-e Bostan mit seinen Reliefs ist eines von 30 der Sassaniden im Zagros-Gebirge. Laut Arthur Pope, dem Gründer des Iranischen Kunst- und Archäologie Institutes der USA, war Kunst charakteristisch für die iranischen Menschen und ein Geschenk, das sie der ganzen Menschheit hinterlassen haben.

Zagros-Gebirge
Das Zagros-Gebirge ist das größte Gebirge des heutigen Iran, wobei sich kleinere Teil auf dem Gebiet des Irak befinden. Der höchste Berg ist der Zard Kuh mit 4.550 m Höhe. Das Gebirge zieht sich ca. 1.500 km von der Provinz Kordestan an der irakischen Grenze bis zur Straße von Hormus, wo sich Vorderasien und die Arabische Halbinsel auf 50 km nähern. Das Gebirge läuft parallel zum Schwemmland des Tigris bzw. zum Persischen Golf in ca. 50 - 100 km Entfernung und ist in mehreren Gebirgszügen ca. 200 bis 300 km breit. Der höchste Gipfle liegt nahe Esfahan mit 4.500 m Höhe, während die Gipfel bei Shiraz um ca. 1.000 m niedriger sind. Der Kel-i-Schin Pass zwischen Rawanduz (Irak) und Miandoab (Iran) ist der einzige Pass durch den nördlichen Teil des Zagros-Gebirges. Schon seit dem 10. Jahrtausend vor Christi ist Landwirt-schaft im Zagros nachweisbar. Man nimmt an, dass der Mensch Ziegen zuerst im Zagros-Gebirge domestiziert hat. Plätze wie Hajji Tepe und Godin Tepe zeigen, dass in der Zeit zwischen 5400 - 3500 v. Chr. im Zagros schon Weinbau betrieben wurde.
Das Gebirge bildete oft die Grenze zwischen verschiedenen Reichen, wie dem Römischen Reich bzw. Byzantinischen Reich und Partherreich bzw. Sassanidenreich und zwischen Safawiden und dem Osmanischen Reich. Heute leben u. a. Araber, Bachtiaren, Kaschgai, Kurden, Luren und Perser im Zagros-Gebirge.

Nach 10.30 Uhr verlassen wir den sehr schönen und geschichtsträchtigen Ort und fahren Richtung Borujerd. Auch heute wieder hat Rolf eine herrliche Strecke ausgewählt, mitten durch die wilde Berglandschaft. Viele Nomaden mit ihren Viehherden (Schafe und Ziegen) sind zu sehen. Wir erwischen ein paar Tropfen Regen.

Und auch heute Militär- und Polizeikontrolle, doch nur aus Neugierde für das Motorrad. Die Pässe können wir stecken lassen. Jeden Tag sehen wir auf unserer Fahrt große Militäranlagen, meist am Ein- bzw. Ausgang einer Stadt. Soldaten winken uns zu von den Wachtürmen, ich winke zurück. Man darf dort nicht fotografieren. Auch Bahnhöfe, Airports, Fabrikanlagen sind tabu.

Leider ist es schwierig vom Motorrad aus zu fotografieren, da die Straßen zum Teil sehr holprig sind und Rolf meist dann gerade in ein Schlagloch fährt, wenn ich fotografieren will. Im Gegensatz zur Türkei, wo die guten Straßen meist 4- bis 8-spurig sind, gibt es hier im Iran meist nur 2-spurige Straßen, nicht immer in gutem Zustand.

Und dann die vielen Speedbumps, selbst in den entlegensten Dörfern. Meist sieht man sie nicht, denn baulich sind sie total verschieden, oft selbst gebastelt. Das ist nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. Doch bis heute sind wir und das Motorrad heil geblieben.

In Borujerd hält ein Jeep neben uns. Man will uns zum Essen und zum Übernachten einladen. Wir er-zählen, dass wir das Hotel Zagros vorreserviert haben und daher die Einladung nicht annehmen können. Der nette Iraner bedauert das, doch nun fährt er vor uns her, um uns den Weg aus der Stadt, hin-auf auf den Berg, zum Hotel zu zeigen. Eine junge Frau, in einem weißen Audi, begleitet uns auch und wieder werden endlose Fotos gemacht. Unterwegs hält ein anderes Auto, man will uns etwas zum Trinken reichen. Im Hotel angekommen, verschenkt Rolf einige Zigarillos an unsere Begleiter, auch die junge Frau ist begeistert davon. Wir erfahren, dass dem Iraner eine Werkstatt gehört, er bietet Rolf an, an der Harley kostenlos einen Ölwechsel vorzunehmen. Rolf ist platt, lehnt aber dankend ab. Wir haben Öl dabei und Ölwechsel ist nicht erforderlich. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ist immer wieder sehr zu Herzen gehend.

Im Hotel erwartet man uns schon. Es ist 15 Uhr, wir sind heute 155 Meilen (250 km) gefahren. Das Hotel war sicher mal ein Luxushotel, doch nun in die Jahre gekommen. Aber es gibt ein modernes Bad, Fernsehen und eine gefüllte Minibar. Wir sind immer ganz ausgedörrt nach der Fahrt und die Getränke in der Minibar kosten nur Centbeträge, anders als bei uns. Wir haben eine herrliche Aussicht von unserem Zimmer. Zunächst ist Duschen und Relaxen angesagt.

Borujerd
Borujerd liegt in der Provinz Lorestan im Westen des Iran, auf 1.670 m Höhe, mit ca. 240.000 Einwohnern. Der Ort ist einer der ältesten erhaltenen Städte im Iran. Das Stadtbild ist geprägt durch zahlreiche Moscheen, Basare, Brücken, Häuser, die während der Seldschuken- und Kad-scharenregentschaft erbaut wurden. Die Bevölkerung gilt als sehr tolerant und so ließen sich dort im Laufe der Zeit religiöse Minderheiten nieder. Der Ort liegt in der Silakhor-Ebene, dem größten landwirtschaftlichen Gebiet Lorestans, das vom meist schneebedeckten Zagros-Gebirge umschlossen wird. Das Gebiet wurde mind. seit dem 3. Jh. v. Chr. von den Medern als Weideland für ihre Pferdezucht benutzt.
Borujerd trägt auch den Namen "Haus des Glücks". Viele Menschen bezeichnen Borujerd als "Kleines Paradies".

Lorestan
Die Provinz Lorestan hat ca. 1,7 Millionen Einwohner, sie ist die Heimat der Loren. Lorestan ist eine der ältesten Regionen des Iran. Es gibt hier seit dem 3. und 4. Jahrtausend vor Christi Siedlungen. Wann die Vorfahren der Loren hier einwanderten, ist unbekannt, man nimmt an, dass sie aus der Gegend um das Kaspische Meer kamen.
Sie gelten als Hersteller der "Lorestan-Bronzen, die in vielen Museen der Welt vom frühen zivilisatorischen Aufbruch in dieser Region künden. Wegen der teilweise unzugänglichen Gebirgslandschaft konnten sich die Loren immer eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Der höchste Gipfel ist der Oschtoran Kuh mit 4.050 m und die niedrigsten Täler liegen auf 500 m Höhe.
Auch heute noch leben viele Loren als nomadische Hirten. Die traditionellen Behausungen sind schwarze Zelte, offene Unterstände mit Blätterdach im Sommer und Steinhäuser im Winter.
Während der Herrschaft Reza Schah Pahlavis wurden die Loren unterdrückt. Das Volk wurde zur Sesshaftigkeit gezwungen und viele seiner Führer hingerichtet, um sie gezielter "unter Kontrolle" zu halten.

Wir machen uns auf einen Spaziergang um das Hotel herum, wo es einen kleinen Park mit See gibt. Auch hier finden sich interessante Skulpturen. Rolf meint zwar, kitschig, doch mir gefallen sie. Eine Seilbahn führt hinab in den Ort, der auch wieder mit schönen Boulevards ausgestattet ist. Auf dem breiten Grünstreifen inmitten der Straße finden sich Bänke, Tische, Stühle, kleine Häuschen für das Pick-nick. Da es wieder anfängt zu regnen, verziehen wir uns gegen 17.30 Uhr ins Hotel und trinken Tee.

Dieses war vor der Revolution mal ein Luxus-Hotel, doch nun ist es in staatlicher Hand, nur Männer als Angestellte und doch sehr verwahrlost. Die jungen Männer lungern herum, es sind kaum Gäste da. Hin und wieder steigen hier die Studiosus-Gruppen ab. Doch wir sind zufrieden, das Zimmer hat alles, es ist sauber und dazu der tolle Blick auf das schneebedeckte Zagros-Gebirge.

Schreiben und Lesen, dann um 20 Uhr gehen wir zum Essen, ich wie immer "verkleidet", zumindest komme ich mir so vor. Es gibt ein gutes Salat-Büfett, Rolf hat Hunger, endlich mal wieder. Er bestellt Suppe und Chicken-Kebab, ich nehme Forelle, dazu zwei Peach-Bier und Wasser. Alles schmeckt sehr gut, aber wir müssen um ein Glas und ein Messer kämpfen. Keiner der jungen Männer versteht Englisch, sie haben außerdem keinen Bock, etwas zu tun. Erst essen sie in Ruhe, dann kommen die Gäste dran. Bei uns genau umgekehrt. Internet funktioniert nicht. Was soll es? Rolf schreibt SMS an Töchter und ich an Sandra, unsere Freundin, die unser Haus hütet. Um 22 Uhr gehen wir schlafen.

Bilder auf www.harley-rolf.de oder auf meiner Facebook Seite Uschi & Rolf - Iran - Eine Tour der Besonderen Art.

Freizeitpark in Borujerd

Freizeitpark in Borujerd

Blick von unserem Hotelfenster in Borujerd - Zagros Gebirge

Blick von unserem Hotelfenster in Borujerd - Zagros Gebirge

© Uschi Agboka, 2014
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Als Rolf in der Schule von Kyros, Darius und Xerxes hörte, entstand in ihm der Wunsch, einmal die Wirkungsstätten dieser großen Herrscher zu sehen. 2014 wurde dieser Traum Wirklichkeit und für uns beide wird diese Reise unvergesslich bleiben.
Details:
Aufbruch: 25.04.2014
Dauer: 7 Wochen
Heimkehr: 15.06.2014
Reiseziele: Iran
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Uschi über sich:
Anonyme Eintragungen in meine Gästebücher werden von mir sofort gelöscht. Menschen, die beleidigen, unqualifizierte Äußerungen von sich geben und dabei nicht den Mut haben, mit ihrem Namen gerade zu stehen, haben bei mir nichts zu suchen.

Die Menschen in ihrer wirklichen Welt erleben, abseits der normalen Touristenwege, das ist unser Motto.

Meine schönste Beschäftigung: mit meinem Lebensgefährten auf dem Motorrad die Welt abseits der Touristenpfade zu erkunden.
Da ich oft vom Motorrad aus fotografiere, sind die Bilder manchmal etwas krumm .

Es lohnt sich, die homepage meines Mannes anzusehen: www.harley-rolf.de. Dort gibt es Bilder und Diashows zu den einzelnen Reisen.

Hinter mir liegt ein interessantes und ungewöhnliches Leben, doch trotzdem bin ich neugierig, auf das, was vielleicht noch kommt.

Wer möchte, kann mich auch auf Facebook finden - Uschi Agboka.