Tibet-Reisebericht :Quer durch Südostasien statt nur drum rum

08.09.07 Tibet

04:15 Uhr, der Wecker klingelt.... es geht los! Tibet wir kommen! Ziemlich puenktlich um halb sieben fuhr unser Bus los. Kaum hatte sich unser Gefaehrt in Bewegung gesetzt wurde auch schon ein Zettel ausgeteilt, der darauf hinwies, was fuer Extrakosten auf uns zukaemen, wenn denn eine Schlammlawine die Strasse blockieren wuerde... Das Argument, das wir fuer alles gezahlt haetten wurde von unserem Guide mit einem Grinsen und einem simplem "No" weggewischt...

Was da kam, musste ja kommen... Einige Kilometer vor unserem angegebenen Tagesziel, war es dann soweit... "Alles aussteigen! Die Strasse ist blockiert!" meinte unser so "allwissender" Guide. Kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, umlagerte uns schon eine Heerschar Nepalis, die unsere Gepaeckstuecke tragen wollten... Wir verzichteten und gingen zu Fuss ueber die riesige, aber nicht gerade neue Schlammlawine. Am Treffpunkt dahinter gings dann los... Fuer nur unschlagbare 500 Nepali Rupees pro Person sollten uns einige Jeeps bis zur Grenze bringen, vorausgesetzt es waere moeglich ohne weitere Blockaden dorthin zu gelangen. Die Gruppe war empoert, da in unserem "Extra-Kosten" Zettelchen von maximal 300 NRP die Rede war... Wir sagten also "Nein!" zu diesem "Freundschaftspreis". Da wurde unser "Tourguide" richtig pampig und begann uns zu drohen...! "Wenn ihr nicht zahlen wollt, muesst ihr eben laufen! Dann geht's heute eben nicht ueber die Grenze!" bruellte unser zweieinhalb Kaesehoch.. Darauf musste dem Wicht erstmal ordentlich die Meinung gegeigt werden! Waehrend einige Leute ihm seperat deutlich machten was sie von seinem Vorschlag hielten, huepfte und schrie das kleine Hutzelmaennchen wie wild in der Gegend herum... Kein Wunder das er wuetend war... so wie es aussah hatte sich unser Verantwortlicher schon ueber seinen kleinen Extraverdienst gefreut... leider hat er nicht mit dem geschlossenen Auftritt der Gruppe gerechnet! Nachdem er dann verschwunden war, tauchte er mit einem Bus auf, der uns fuer nur 300 NRP pro Kopf bis zur Grenze bringen wuerde.
Wir machten unserem kleinen Hitzkopf klar, das wir die Haelfte anzahlen wollten und die ausstehende Summe bei erreichen der Grenze zahlen wuerden.
Wieder tobte Rumpelstielzchen... doch die Gruppe war staerker und so nahm er zaehneknirschend an.
Es ging etwa 2 Kilometer vorwaerts bis wir auf ein Hindernis stiessen, das zum einem unueberwindbar schien und uns zum anderen deutlich machte, das uns unser Gruppenleiter mit seinem Jeepangebot uebel abzocken wollte...
Wir standen vor einem reissendem Fluss, der quer ueber die Strasse tobte!

Da mussten wir durch, es half alles nix!

Da mussten wir durch, es half alles nix!

Kein Jeep kann dieses Ungetuem bezwingen, und auch mit dem Bus schien es uns unmoeglich... Direkt vor uns blieb nur noch ein unbelandener Lastwagen uebrig... Wuerde er es wagen? Nach 10 Minuten Bedenkzeit entschloss sich der Fahrer zu einem halsbrecherischen Versuch und.... schaffte es bis ans andere Ufer!!
Obwohl allen etwas mulmig war, wollten wir es trotzdem versuchen... Wir stiessen in die Fluten, das Wasser knallte gegen unsere linke Seite, spritze bis ueber die Fenster und ein Getoese brach los... kurz schien es als wuerden wir davongespuelt... Wasser stand im Bus... dann endlich erreichten wir die andere Seite! Bis zum Grenzuebergang war es jetzt ein Kinderspiel.

Auf der nepalischen Seite gab's ein paar Formalitaeten zu erledigen, dann ging es zu Fuss auf die "Bruecke der Freundschaft" die von Nepal nach Tibet (China) fuehrt. Auf diesem zugigen Ueberweg wurden dann erstmal unsere Rucksaecke desinfiziert. Ein chinesischer Offizieller rannte mit etwas herum, das aussah wie ein Staubsauger, aber Desinfektionsmittel verspruehte. Bei uns selbst wurde Fieber gemessen (zum Glueck mit einem Laserthermometer , das zwar eher wie eine futuristische Knarre aussah und ein unangenehmes Gefuehl vermittelte als es eine Grenzbeamtin einem vor die Stirn hielt... trotzdem war es besser als die "althergebrachte" Methode...)
2 Meter weiter wurden unsere Paesse und Visa gecheckt, danach hiess es umsteigen in den Jeep... Nach etwa einer halben Stunde erreichten wir den "richtigen" Grenzposten... den fiesen sozusagen...!
Was uns sofort auffiel: Die chinesischen Uniformierten lachen nicht... alle schauen boese, als haette man Mao persoenlich auf's Grab gepinkelt...! Die Kontrolleure hatten eine Liste auf der all unsere Namen und sonstigen Angaben vermerkt waren. Nach dieser Liste sollten wir uns der Reihe nach anstellen... Steffi stand direkt hinter mir, und ich war das erste "Opfer" unserer Gruppe. Waehrend wir so dastanden und auf unsere Abfertigung warteten gaben die Herren in Gruen ab und zu Befehle an unsere Warteschlange. "Nicht sprechen! Nicht lachen!" ordneten sie an... aber so wie die sich auffuehrten musste man einfach grinsen!
Markus Ausweis und sein Visum wurden genau in Augenschein genommen... Der Blick des Beamten wechselte mindestens 5 mal zwischen seinem Passfoto und dem Gesicht hin und her, waehrend er zweifelnd und gleichzeitig boese schaute... Steffi fand das sehr amuesant, konnte und wollte das auch nicht verhehlen... "Na warte" dachten sich die humorlosen Grenzer wohl und Markus durfte passieren...
Natuerlich bekam er noch ein - zwei Befehle von so einem gruenen Heini mit Baumwollhandschuhen hingeknallt, worauf er sich nur dachte: "Was willst du eigentlich von mir?" Jetzt war Steffi dran.
Kaum hatte Sie ihren Reisepass abgegeben, verschwand er auch schon. Steffi musste sich einer gesonderten Kontrolle unterziehen bevor sie ihren Pass wiederbekam und passieren durfte. Soviel zum Humor chinesischer Beamter...

Angekommen in Zhuangmu meinte unser Gruppenleiter (der alte wurde beim Grenzuebertritt ausgetauscht) das es heute nicht mehr moeglich waere das Etappenziel zu erreichen, da das Buero das die Erlaubnis ausstellt fuer die Passstrasse, zu haette. "Wir seien halt zu spaet dran!" waren seine Worte... Der Typ war uns sofort genauso sympathisch wie sein Vorgaenger...
Er versprach aber dann doch sein bestes zu geben um eine "Permission" zum Ueberqueren der Strasse zu bekommen.. Wuerde er sie erhalten, muessten wir aber um ein Uhr Nachts starten, da die Strasse wegen Bauarbeiten nur zwischen ein Uhr und sieben Uhr Morgens geoeffnet waere..."Okay, besorg die Erlaubnis, und wir springen um eins in den Jeep! Kein Problem!" war unsere Antwort. Um 10 Uhr Abends trafen wir uns alle wieder in dem Restaurant, wo wir schon vorher zu Abend gegessen hatten. Er erklaert uns, das er die Erlaubnis habe, das die Strasse aber in einem sehr, sehr schlechtem Zustand sei..."Aha! Red nur weiter..!" dachten wir... Er koenne uns zwei Vorschlaege machen: 1. Die Abfahrt nach "Plan" um ein Uhr, wobei er uns verdeutlichte, das es schon passieren koenne, das die Strasse von einem Erdrutsch versperrt sei... Die zweite Alternative waere hier in Zhuangmu in einem Hotel zu uebernachten und es dann um 5 Uhr frueh am naechsten Tag zu versuchen. Er hatte da wohl schon was vorbereitet und so entschloss er sich, erst am naechsten Morgen zu fahren.
So gab es also gar keine 2. Option und allen Protesten zum Trotz, wurden wir auf unsere Zimmer verwiesen...! Dieser kleine Schelm hatte es auch sehr schnell geschafft alle Sympathien zu verspielen...

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Reise mit Open End..... Bald ist es soweit und wir lassen alles hinter uns Nach mehreren Monaten Planung brechen wir auf um unsere persönlichen Grenzen zu überschreiten
Details:
Aufbruch: 11.03.2007
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 16.05.2008
Reiseziele: Indien
Nepal
Tibet
Thailand
Kambodscha
Vietnam
Laos
Der Autor