Russland-Reisebericht :Mit dem Zug nach Südostasien

Von Moskau zum Baikalsee

Viereinhalb Tage im Zug

Pünktlich um 23:45h verlässt unser Zug den Bhf in Moskau. Unser Zuhause für die nächsten viereinhalb Tage teilen wir mit Mutter und Tochter in einem Viererabteil. Das Abteil ist im Vergleich zu den bisherigen Zügen richtig Luxerioes. Der Wagon ist wohl ganz neu. Das bequeme Bett lässt uns schnell einschlafen und es war eine ruhige Nacht.
Die Landschaft gleitet nur so dahin. Endlose Mischwälder mit überwiegend Laubholz,
dann wieder scheinbar unendliche Birkenwälder unterbrochen von großen Sumpfgebieten. Tief ausgefahrenen Schlammstraßen führen zu kleinen Dörfchen mit vielleicht 15 bunten Holzhäusern. Dann gibt es auch immer wieder große Industrieruinen, Raffinerien und grosse Holzwerke. Ab dem nächsten Mittag haben wir das Abteil für uns alleine. Die beiden Damen steigen in Kirov aus.
Je weiter wir nach Osten fahren desto früher geht die Sonne auf. Jetzt sind wir schon an Jekatharinenburg vorbei und über 3000 km von daheim entfernt. Den ganzen Tag über steht im Zuge heißes Wasser aus einem Boiler zur Verfügung. Bei der Schaffnerin kann man jederzeit Kaffee, Tee oder Snacks kaufen. Man kann auch gut seinen Kaffee oder Tee selbst mitbringen. Sehr empfehlenswert sind Fertigsuppen die nur noch mit Wasser aufgegossen werden. Tasse, Schüssel und Besteck sollte man dabei haben.
Jetzt ist bereits der 30. August und die Zeit vergeht wie im Zug. Am Mittag erreichen wir bereits Krasnoyarsk und sind schon über 4000 km von Zuhause entfernt - fast auf dem gleichen Längengrad wie Bangladesch.
Es wird langsam Herbst in Sibirien, das Birkenlaub färbt sich gelb und der Farn ist bereits braun. Wir sind in der 5. Zeitzone von Zuhause. Unser Rhythmus hat sich noch nicht daran gewöhnt. Hier mitten in Sibirien hat es gerade 26 Grad.
Zum Abendessen gibt es Raeucherfisch ( Omul) und gefüllte Pfannkuchen welche wir auf dem letzten Bahnhof gekauft haben. Von Wasilli, unserm neuen Abteilgenossen, gibt es einen originalen kasachischen Konjak und von uns einen Grappa dazu.

© Helmut V., 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Meine Frau Martina und ich fahren mit der Transsib nach Peking und von dort weiter nach Vietnam,Laos und Kamboscha. Wie es dann weiter geht wird sich zeigen.
Details:
Aufbruch: 24.08.2017
Dauer: 10 Monate
Heimkehr: Juni 2018
Reiseziele: Ungarn
Russland / Russische Föderation
Mongolei
China
Vietnam
Laos
Kambodscha
Thailand
Indien
Live-Reisebericht: Helmut schreibt diesen Reisebericht live von unterwegs - reise mit!
Der Autor
 
Helmut V. berichtet seit 6 Monaten auf umdiewelt.
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Aus dem Gästebuch (3/11):
anonym 1515858506000
Wie schön, Eure Besch­rei­bun­gen zu lesen,­sehr aut­hentisch, span­nend und in­for­ma­tiv. Freue mich auf die For­tset­zung.
Bettina 1513970030000
Liebe Martina und lieber Helmut ! Ich denke immer wieder an Euch und frage ab und zu bei Bärbel oder Sepp nach. Letztes mal beim Bau­er­nmarkt gab mir Bärbel diese Ad­res­se. Ich wünsche Euch ein frohes Weih­nach­tsfest in der Ferne - wird dort Weih­nach­ten ge­fei­ert ? Ich wünsche Euch noch viel span­nen­de und schöne Er­leb­nis­se und Be­geg­nun­gen uhd bleibt gesund, gesund gesund und froh !!!
Viel Glück und alles Liebe !!! Eure Bettina und Albert
sibylle 1512835980000
Hallo liebe Mar­ti­na, lieber Helmut. Es ist so schön, immer ein bis­schen teil­ha­ben zu können an eurer wun­der­ba­ren Reise und gleich­zei­tig beginne ich auch, darüber nach­zu­den­ken, wieso ich sowas ei­gent­lich nicht auch mal mache. Hier ist es jetzt richtig kalt - zu kalt, wie ich finde, vor allem, wenn wie bei mir dauernd die Heizung kaputt ist. Ihr seid an so vielen Orten, die schon seit E­wig­kei­ten auf meiner Wun­schlis­te stehen. Auch in die Ferne wünsche ich euch einen ???? 2. Advent- keine Ahnung, wie ich euch den soo weit woan­ders hin wünschen soll. Habt wei­ter­hin eine er­füllte und un­ver­ges­sliche Zeit - lasst euch drücken - Sibylle