Brunei Darussalam-Reisebericht :Die Ferne ruft ....

Malaysien: Brunei

Donnerstag, 26. August 2010

Brunei wurde von unserer Wunschliste gestrichen, als wir von anderen Reisenden hörten, dass es wegen der Grenzformalitäten zeitaufwändig sei hinzukommen. Andere klagten, dass es ein sehr teueres Pflaster sei und einen Besuch kaum lohne.

Als wir dann aber in Kota Kinabalu sehen, dass man ganz einfach in drei Stunden mit dem Boot nach Labuan, einer vorgelagerten Insel, kommt, mit Anschluss-Fähre nach Bandar Seri Begawan, der Hauptstadt des Sultanats, ist unser Entscheid schnell gefallen. Wir gehen am Wochenende hin, nur mit kleinem Gepäck, und lassen uns überraschen.

Die Überfahrt mit dem Schiff ist problemlos, aber es geht nur bis nach Muara. Dann warten wir fast eine Stunde am Quai auf den Bus, der uns aber nur etwa 1 km bis zum nächsen Dorf bringt und da warten wir wieder. Auf den Bus nach Banda Seri Begawan? ...

Die Überfahrt mit dem Schiff ist problemlos, aber es geht nur bis nach Muara. Dann warten wir fast eine Stunde am Quai auf den Bus, der uns aber nur etwa 1 km bis zum nächsen Dorf bringt und da warten wir wieder. Auf den Bus nach Banda Seri Begawan? ...

Nun sind wir also im Sultanat Brunei, 5770 km2 gross und mit 379'000 Einwohnern. Ähnlich wie Sarawak und Sabah geriet auch Brunei im 19. Jh. unter britischen Einfluss. Obwohl die alte Kolonialmacht bei der Gründung der Föderation von Malaysien auf einen Anschluss auch von Brunei drängte, weigerte sich der Sultan vor allem aus ökonomischen Gründen, denn er wollte die sprudelnden Öleinnahmen nicht mit seinen armen Brüdern teilen. Im Unterschied zu Sarawak und Sabah, das mehrheitlich christlich ist, ist Brunei ein sehr muslimisches Land wo Alkohol nicht verkauft wird und Drogenbesitz mit der Todesstrafe geahndet werden kann.

Wir gehen wie üblich sofort auf Erkundigung und sind vom Prunk von Moschee und einigen anderen Gebäuden sehr beeindruckt. Grosse Plätze und breite Strassen, die aussergewöhnlich sauber sind, geben der Stadt ein völlig unasiatisches Gepräge.

Die imposante Moschee in weissen Carrara-Marmor aus Italien und Granit aus Shanghai.

Die imposante Moschee in weissen Carrara-Marmor aus Italien und Granit aus Shanghai.

In der Lagune hinter der Moschee spiegelt sich der steinerne Nachbau einer königlichen Barke aus dem 16. Jh.

In der Lagune hinter der Moschee spiegelt sich der steinerne Nachbau einer königlichen Barke aus dem 16. Jh.

Breite Strassen, sauber und fussgängerleer...

Breite Strassen, sauber und fussgängerleer...

Kaum zu glauben, dass Bandar Seri Begawan noch vor 50 Jahren "Venedig des Orients" genannt wurde und aus kaum mehr als einem Pfahldorf im Wasser und einigen chinesischen Geschäftshäusern bestand. Die Pfahldörfer auf der anderen Seite des Flusses gibt es immer noch. Im Gegensatz zu den ärmlichen Wasserdörfern in Malaysien sind hier alle Häuser heute an Strom und Wasser angeschlossen.

Sicht von einem Fischerdorf auf die Kampong Ayer, die "Fluss-Stadt". Etwa 27'000 Menschen leben in diesen Pfahldörfern und sie haben eigene Schulen, Moscheen, Spital etc.

Sicht von einem Fischerdorf auf die Kampong Ayer, die "Fluss-Stadt". Etwa 27'000 Menschen leben in diesen Pfahldörfern und sie haben eigene Schulen, Moscheen, Spital etc.

Einige sehen zwar recht schitter aus....

Einige sehen zwar recht schitter aus....

haben aber Satelitenschüsseln...

haben aber Satelitenschüsseln...

und/oder einen schönen weissen Gartenhag...

und/oder einen schönen weissen Gartenhag...

Garage Sales kennen sie scheinbar auch.....

Garage Sales kennen sie scheinbar auch.....

Viele Wassertaxis rasen kreuz und quer über den Fluss.

Viele Wassertaxis rasen kreuz und quer über den Fluss.

Später sitzen wir gemütlich im italienischen Restaurant und sehen dem Treiben auf dem Fluss zu.

Später sitzen wir gemütlich im italienischen Restaurant und sehen dem Treiben auf dem Fluss zu.

Auf dem Morgenspaziergang entdecken wir hinter unserem Hotel ist noch ein kleines Pfahldorf

Auf dem Morgenspaziergang entdecken wir hinter unserem Hotel ist noch ein kleines Pfahldorf

und einen geschäftigen Markt schon seit 6 Uhr früh! Neben den üblichen Gemüsen und Früchten werden lebende Hühner, Kaninchen, Vögel und andere Tiere angeboten.

und einen geschäftigen Markt schon seit 6 Uhr früh! Neben den üblichen Gemüsen und Früchten werden lebende Hühner, Kaninchen, Vögel und andere Tiere angeboten.

Zum Abschluss noch ein Bild wie aus 1001 Nacht - so kommt uns diese Stadt vor.

Zum Abschluss noch ein Bild wie aus 1001 Nacht - so kommt uns diese Stadt vor.

Ein tolles Wochenende, das wir nicht missen wollen. Und - wir haben wieder ein Malaysia-Visum für 90 Tage erhalten. Wir sind nämlich etwas in Zeitnot geraten. Es gibt noch viel zu sehen und am 28.8. wäre unser altes Visum abgelaufen.

Nun sind wir schon wieder weiter gezogen, von Kota Kinabalu nach Sandakan. Morgen werden wir uns Blutegelsocken besorgen müssen, denn wir gehen wieder in den Dschungel. Diesmal um Nashörner und kleine Borneo-Elefanten zu suchen. Bitte Daumen drücken!

Liebe Grüsse
Ruth & Chris

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Die Reise
 
Worum geht's?:
wie damals, vor etwa 40 Jahren, als wir beide unabhaengig voneinander die Schweiz verliessen und uns dann in New York kennenlernten. Nun wollen wir es nochmals versuchen. Mit dem Rucksack geht es diesmal fuer 6 Monate Richtung Osten, genauer nach Malaysien, Indonesien und weiter...
Details:
Aufbruch: 28.05.2010
Dauer: 18 Monate
Heimkehr: November 2011
Reiseziele: Singapur
Malaysia
Brunei Darussalam
Indonesien
Thailand
Laos
Kambodscha
Vietnam
Der Autor
 
Ruth & Chris Zoebeli berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt. Ruth & Chris über sich:
Die Ferne ruft...
... wie damals 1966 resp. 1970 als wir, unabhängig voneinander, die Schweiz verliessen. Wir lernten uns dann 1972 in New York kennen, heirateten 1975 in Chicago und blieben noch weitere 15 Jahre im Ausland bevor wir nach Bern zogen.

Nun, 20 Jahren später, wollen wir es nochmals wagen! Die Kinder sind ausgeflogen und wir zwei sind pensioniert. Die Wohnung ist aufgelöst, die Möbel eingelagert. Nach 6 Monaten Florida, wo wir den Winter verbrachten und alte Freundschaften auffrischten, fleissig am Haus arbeiteten und viel Golf spielten, geht's am 28. Mai 2010 los. Diesmal Richtung Osten, genauer gesagt nach Südostasien.