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1. In und um Kambodscha: 8. Kampot Kep und Pfeffer

21.12.2016 Kampot / Kep, sonnig + Gewitter 28°C

Der Tag in der Kampot Cabana startet mit einem tipptopp Frühstück. Da hier Simon ein extrem fröhlicher Franzose der Chef ist, gibt’s keinen Pancake, sondern 1A Crepes, dazu auch alles andere was man braucht. Ganz entspannt starten wir danach die Mopedtour, um die Umgebung von Kampot zu erkunden und die hat so einiges zu bietet. Über eine schmale Brücke geht’s über rotbraune Lehmwege nach Fisher Island. Reisanbau soweit das Auge reicht und nach ca. 10 holprigen Kilometern sehen wir zum ersten Mal nicht nur Fluss, sondern auch die Meermündung. Kleiner Aussichtspunkt, netter Blick ansonsten unspektakulär. Auffällig freundlich sind allerdings alle Menschen die wir treffen. Hello!! Rufen fast alle, nicht nur die Kinder. Unverfälschte Neugier auf beiden Seiten. Das nächste Ziel ist der „versteckte See“ und eine Pfefferfarm. Angeblich soll es in Kampot den besten Pfeffer der Welt geben. Der Weg dahin ist schon mehr als abenteuerlich. Schuld ist wie immer der Regen des Vortags auf den unbefestigten Straßen. Matsch ohne Ende, Pfützen so tief wie kleine Badewannen machen die Fahrt zu einer ziemlichen Rutschpartie. Als wir den See nach ca 10 km Fahrt endlich erreichen sind wir begeistert. Riesig groß, auf der Gegenüberliegenden Seite ein schickes Ressort mit Bungalows, Schwimmbad und allem Zipp und Zapp. Wir tunken zur Abkühlung die Füße in den See und dann geht’s aber auch schon weiter zur „La Plantage“, klingt nach Großgrundbesitz und als wir ankommen, bestätigt sich das auch. Empfangen werden wir von freundlichen Mitarbeitern, die erklären, dass wir oben erstmal ein Getränk nehmen sollen. Der erste Eindruck ist sehr professionell und wir erfahren, was es mit dem Pfeffer alles so auf sich hat. Wirklich interessant, vor allem sind wir überrascht als wir feststellen, dass es erst 2013 losgegangen ist mit der Farm. Ein pfiffiger Belgier hat mit seiner Frau einer Französin alles ins Leben gerufen, vielen Familien damit Arbeit gegeben, eine Schule für die Kinder gegründet – kurz eine Perspektive für die doch sehr arme Landbevölkerung geschaffen. Der Pfeffer hat in Europa seinen Preis. Ca. 120 € fürs Kilo. Alles Öko – ohne Pestizide, diese Qualität kaufen wir direkt beim Erzeuger, natürlich ist es hier noch günstiger. Aber ca. 30 $ für ca. 500 Gramm, da weiß man warum es heißt: gepfefferte Preise. Aber es scheint kein Nepp zu sein, sondern Pfeffer, den auch Spitzenköche schätzen. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf ein Steak mit frischem Pfeffer, wenn ich wieder in Kölle bin.

Nachdem wir die Pfefferstauden, die wie Weinreben an Stöcken hochwachsen persönlich inspiziert haben, geht’s weiter ins 30 Km weiter südlich, an der Küste gelegene Kep.

Die Hauptattraktion ist hier der Crab-Market. Schauen wir mal. Früher einmal war das leicht verschlafene Örtchen die Kleine –Cotes D’Azur. Aber Mr Pot und die roten Khmer haben auch das platt gemacht. Auf dem Markt ist davon nichts zu spüren – hier tobt das Leben! Schön. Wir schlendern erstmal durch um uns einen Überblick zu verschaffen und da wir keine Ahnung aber Hunger haben bestellen wir erstmal gegrillte Squids und heben uns die Crabs für später auf. Nach und nach checken wir, dass man die Crabs Kiloweise bei den Frauen frisch aus dem Meer kauft, (5$ das Kilo) dann kommt ein weiterer Mann ins Spiel, dem man nachmal ca 2,5$ zahlt damit er sie ausnimmt, wäscht und dann zubereitet. Schon ein ziemliches Gemetzel, denn die Krebse werden einfach mit der Schere zerteilt.

So frisch kommen sie dann in einen riesen Topf, dazu Unmengen frischer Pfeffer, eine rote Sauce nach Familienrezept und köchelt ca 10 min vor sich hin. Was dann dabei rauskommt ist er Knaller!

Wir essen zu zweit das komplette Kilo, nach 2-3 Versuchen haben wir auch gecheckt, wie man aus Körper und Zangen das meiste superzarte Krabbenfleisch rauspult. Komplett eingesaut aber glücklich essen wir alles bis aufs letzte auf.

Schwer zu beschreiben, muss man schmecken. So beseelt, stört uns auch das sinnflutartige Gewitter nicht. Sitzen wir einfach mit einem weiteren Bier unter den Marktplanen aus und besonders ich freue mich, dass ich auch hier mit Snapchat etwas Freude verbreiten kann… (Bilder sagen hier mehr als Worte).

Technische Unterhaltung unter Jungs

Technische Unterhaltung unter Jungs

Zack 2 h später sind wir einigermaßen trocken wieder in unserer Cabana, ziemlich platt. Daher: Der Tag ist zu Ende, weiter ist nichts passiert, außer dass ich noch weiter an meinen Backgammon Fähigkeiten üben muss, wie ich feststelle…
(Written by Ghost A.)

© Eike Jahn, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In zwei Teilen, einmal quer durch Südostasien. Der erste Teil beginnt am 25. November 2016 in Hongkong und Macao über Thailand, Laos über Angkor Wat bis an die kambodschanische Küste. Der zweite Teil geht über große Strecken mit dem Motorrad durch das goldene Dreieck, Laos und endet am 02.02.2017 im Süden von Vietnam.
Details:
Aufbruch: 24.11.2016
Dauer: 10 Wochen
Heimkehr: 02.02.2017
Reiseziele: Hongkong
Thailand
Laos
Kambodscha
Vietnam
Der Autor
 
Eike Jahn berichtet seit 32 Monaten auf umdiewelt.
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Eike über sich:
Mit meinen 49 Jahren, einer tollen Beziehung, einer 21 jährigen Tochter und einem ausgefüllten Job als Physiotherapeut und Geschäftsführer eines Gesundheitszentrums, bin ich ein überaus glücklicher Mensch.
Schon immer war ich auf Reisen und interessiert an anderen Ländern und Kulturen.
Es ist für mich das höchste Gut, dass wir in unserer Dekade der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit haben uns die ganze Welt anzuschauen und diese möchte ich auch nutzen.... denn egal was auch kommt, die Erinnerung bleibt bis zum letzten Atemzug.