Laos-Reisebericht :Katja und Joerg around the world

Laos

Hallo Zusammen!

Mittlerweile sind wir in Laos, dem 28. von uns bereisten Land, angekommen. Von Chiang Rai aus fuhren wir mit dem Bus nach Chiang Khong. Chiang Khong liegt am Mekong Fluss. Von der Terasse unseres Zimmers blickten wir direkt auf den Fluss und auf Laos, das auf der anderen Seite liegt. Wir verbrachten dort zwei Naechte und reisten dann nach Laos ein.

Die Demokratische Volksrepublik Laos ist der einzige Binnenstaat in Suedostasien. Bis 1949 war Laos eine franzoesiche Kolonie und ist seitdem selbststaendig. Es ist eins der aermsten Laender der Welt. Laos grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar und hat sechs Millionen Einwohner. Die Hauptstadt und groesste Stadt ist Vientiane. Die Hauptglaubensrichtung in Laos ist der Theravada-Buddhismus. Ahnenkult und Animismus sind vor allem in der Bevoelkerung der Gebirgsregionen verbreitet. Laos hat eine sehr niedrige Alphabetisierungsrate. Nur zwei Drittel der Maenner und ein Drittel der Frauen ueber 15 Jahren koennen lesen und schreiben. Fast 40 % der Laoten haben noch nie eine Schule besucht, in manchen Provinzen sind es mehr als 60 %. Zwei Drittel der laotischen Kinder brechen vorzeitig die Grundschule ab, um zum Lebensunterhalt der Familie etwas beitragen zu koennen, insbesondere in der Feldarbeit.

Die meisten Reisenden fahren nach dem Grenzuebertritt direkt per Boot weiter nach Luang Prabang. Da der Mekong derzeit aber nur sehr wenig Wasser hat, ist dies zur Zeit nicht moeglich. Die Trockenzeit hat fuer ein stetiges Sinken des Wasserstandes gesorgt, und zudem haben die Chinesen einige Staudaemme geschlossen. Dies hat fuer Laos, Thailand und Vietnam drastische Folgen, da die Landbevoelkerung auf, mit und auch vom Fluss lebt. Lediglich dort koennen sie in der Trockenzeit Gemuese anbauen und Reis ernten. Zudem ist der Fluss ein wichtiger Verkehrsweg und ersetzt vor allem in Laos und Vietnam Strassen. Fuer uns war es kein Problem, da wir sowieso erst weiter in den Norden fahren wollten. Wir sind mit einem Minibus ins drei Stunden entfernte Luang Namtha gefahren.

Luang Namtha ist eine Provinzhauptstadt unweit der Grenze zu China. Von hier aus kann man verschiedene Touren in umliegende Bergdoerfer und Nationalparks machen. Der Ort besteht hauptsaechlich aus Reisebueros, Guesthouses und Restaurants. Uns waren die angebotenen Touren zu teuer und der Ort zu touristisch und so sind wir am folgenden Tag auf eigene Faust weiter in den Norden nach Muang Sing gefahren. Die Strasse fuehrte durch eine Berglandschaft und war recht holprig. Es wurde zunehmend trockener und staubiger. Dort angekommen waren wir im ersten Moment etwas geschockt. Der Ort wirkte trostlos und nicht sehr einladend. Vom umliegenden, im Reisefuehrer wunderschoen beschriebenen Bergpanorama, war leider nichts zu sehen.Wie schon im Sueden Thailands brennen auch hier die Bergvoelker momentan ihre Felder ab. Die Kombination Staub und Feuer sorgt fuer eine sehr bescheidene Weitsicht und es regnet Asche. Nachmittags trafen wir zwei Deutsche wieder, mit denen wir im Bus angekommen waren und entschlossen uns, mit ihnen am naechsten Tag eine Wanderung durch verschiedene Bergdoerfer zu machen und dann am Nachmittag wieder zurueck nach Luang Namtha zu fahren.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, penetranten Souvenirverkaueferinnen nach Moeglichkeit aus dem Weg zu gehen und Einladungen auf einen "big smoke" auszuschlagen. Dabei handelt es sich um das Konsumieren von Opium. Viele der Einheimischen rauchen hier Opium und einige Touristen kommen in diesen Ort, um dies auch einmal auszuprobieren.

Die Wanderung mit Chris und Isabel hat sich gelohnt. Wir sind vier Stunden gewandert, haben Melonenfelder, Zuckerrohrfelder, Yao- und Akhadoerfer besucht. Wir hatten Glueck, in einem Dorf die Vorbereitungen fuer eine am Abend stattfindende Hochzeit zu sehen. Das ganze Dorf war auf den Beinen und viele der Frauen trugen fuer diesen Anlass ihre traditionellen Trachten. Insgesamt waren die Doerfer wesentlich uespruenglicher als im Norden Thailands. Einige waren nur zu Fuss ueber kleine Feldwege erreichbar.

Die Nacht verbrachten wir wieder in Luang Namtha, wo wir noch mit Chris, Isabel, dem Mann von Chris und zwei laotischen Aerzten zu Abend assen. Chris und ihr Mann leben jedes Jahr fuer ein halbes Jahr in Laos (genauer Luang Prabang), wo er Aerzte im Bereich Gynokologie ausbildet.

Am folgenden Morgen machten wir die staubigste Busfahrt unserer Weltreise. Wir verbrachten sieben Stunden in einem uralten Bus mit offenen Fenstern, der hauptsaechlich durch Baustellen oder auf Schotterstrassen fuhr. Zum ersten Mal seit Kambodscha haben wir wieder unsere Staubmasken getragen, um etwas besser atmen zu koennen. Reichlich verstaubt erreichten wir Nong Khiaw und waren sofort hellauf begeistert. Dieser kleine Umweg Richtung Luang Prabang war ein Volltreffer. Das Oertchen liegt am Fluss Nam Ou, in einer sehr idyllischen Landschaft. Es ist umgeben von hohen Sandsteinbergen und zum ersten Mal seit unser Ankunft in Laos war es nicht ganz so staubig und viel gruener als wir es erwartet hatten.

Wir blieben in Nong Khiaw fuer drei Naechte und wohnten in den "Golden Sunset Bungalows". Wir genossen das leckere laotische Essen und die Aussicht auf den Fluss. Der Name unseres Hotels hielt, was er versprach und die Sonnenuntergaenge waren wunderschoen. Trotz einer stattlichen Anzahl von Guesthouses und Restaurant ist der Ort eher untouristisch und es leben dort mehr Laoten als Touristen. Wir haben das Umland mit dem Mountainbike erkundet und dabei eine Hoehle, mehrere Doerfer, Reisfelder und zwei Kloester gesehen. Sobald man Nong Khiaw verlaesst, sieht man keine weiteren Farangs ("Langnasen"), wie Weisse hier genannt werden, mehr und kann das einfache Leben auf dem Land erleben.

Am folgenden Tag fuhren wir mit einem Boot weiter den Fluss hinauf und lernten, wie man mit einem Wurfnetz fischt. Besser gesagt lernten wir, wie man das Netz wirft, da wir leider keinen einzigen Fisch gefangen haben. Unsere einzigen Beobachter waren eine kleine Herde Wasserbueffel, die unsere Anwesenheit in ihrem Territorium nicht weiter interessierte. Der Bootsfahrer hatte zum Glueck mehr Erfolg als wir und wir mussten nicht verhungern. An einem Sandstrand bereitete er uns die Fische ueber einem kleinen Feuer zu. Das leider erfolglose Fischen und die Zeit am Fluss hat uns sehr gut gefallen. Auf dem Rueckweg besuchten wir noch ein kleines laotisches Dorf und genossen einen wunderschoenen Sonnenuntergang vom Boot aus.

Eine weitere siebenstuendige Bootsfahrt fuehrte uns nach Luang Prabang. Diese kleine Flusskreuzfahrt gefiel uns sehr gut. Wesentlich angenehmer als Bus oder Minibus. Wir fuhren durch bezaubernde Landschaften und vorbei an unzaehligen Doerfern. Wir sahen die Einheimischen beim Fischen, Goldschuerfen, Schwimmen, Schlauchtauchen, Waschen und Kinder spielten im und am Fluss. Aufgrund des auch hier eher niedrigen Wasserstandes mussten wir einmal mitten im Fluss das Boot verlassen und es ein paar hundert Meter schieben. Wir waren begeistert, wie sicher uns ansonsten ein erfahrener Captain durch das meist nur etwas mehr als knietiefe Wasser mit vielen Stormschnellen navigierte.

Luang Prabang (48.000 Einwohner) ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im bergigen Norden von Laos und alte Koenigsstadt. Die Stadt ist ein Handelszentrum für Reis, Kautschuk und Teakholz. Die Stadtgeschichte Luang Prabangs ist untrennbar mit der Entstehungsgeschichte von Laos verknuepft. Unter Koenig Setthatirat wurden in Luang Prabang im 16. Jahrhundert viele buddhistische Kloester errichtet. Einen erheblichen Machtverlust bedeutete fuer Luang Prabang die Verlegung der Hauptstadt nach Vientiane. Dennoch blieb Luang Prabang kultureller Mittelpunkt des Landes. 1995 wurde die Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe erklaert. 32 buddhistische Kloester sowie die gesamte franzoesische Kolonialarchitektur in der Stadt wurden unter Denkmalschutz gestellt und werden seitdem restauriert.

Nach unserer Ankunft fanden wir sehr schnell ein nettes Guesthouse etwas ausserhalb des historischen Zentrums. Am naechsten Morgen schlenderten wir durch die Altstadt, besuchten verschiedene Kloester und bewunderten die wunderschoenen Kolonialgebauede. Mittags besuchten wir unsere "Wanderfreunde". Leider wurde unser erster Eindruck hier durch viel zu viel Rauch eher vernebelt. Nachmittags stiegen wir auf den 100 Meter hohen Berg Phu Si im Stadtzentrum, auf dem mehrere kleinere Tempel und Buddhastatuen stehen und mussten aufgrund der miesen Sicht an unsere Zeit in Peking denken. Das der Smog hier organischer Natur ist, macht die Laune auch nicht besser. Nach einer Weile an der "frischen" Luft jucken die Augen und man fuehlt sich schlapp und muede.

Tags darauf standen wir sehr frueh auf, um die allmorgendliche Prozession der Moenche zu sehen. Sie verlassen um kurz nach sechs ihre Kloester und sammeln Almosen (Nahrungsmittel) von der Bevoelkerung und Touristengruppen ein. Mehrere hundert Moenche passieren fuer eine gute halbe Stunde die Glaeubigen. Ein sehr friedlicher und entspannter Anblick. Anschliessend besuchten wir den jeden Morgen stattfindenden Markt.

Da uns Laos zwar sehr gut gefaellt, die Trockenheit und der Rauch aber auf die Nerven geht, beschlossen wir, das Land innerhalb der naechsten Tage zu verlassen und nicht, wie geplant noch eine gute Woche zu bleiben. Wir wollen die Mitte und den Sueden Laos lieber irgenwann einmal nach dem Ende der Regenzeit sehen. Dann haben die Fluesse Wasser und die Luft ist angenehmer. Wir verschoben unseren Flug nach Kuala Lumpur um acht Tage und kauften uns Bustickets fuer den naechsten Tag nach Vientiane.

Nach einer zehnstuendigen Busfahrt kamen wir in Vientiane an und unser erster Eindruck war positiv. Wir fanden sofort ein sehr schoenes Guesthouse inmitten von Cafes und Restaurants im Zentrum.

Vientiane ist seit 1975 die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Laos. Auf Lao heißt die Stadt "Stadt des Mondes" oder "Stadt des Sandelholzes". Vientiane ist das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes. Offiziell hat die Stadt etwa 350.000 Einwohner, im gesamten Ballungsraum leben etwa 620.000 Menschen. Somit ist es eine der kleinsten Hauptstaedte, die wir auf unserer Reise besuchten. Wir machten einen laengeren Spaziergang durch Vientiane und sahen uns verschiedene Sehenswuerdigkeiten an. Neben Tempel kann man sich einen Triumphbogen, lokale Maerkte, Museen und die Uferpromenade am Mekong ansehen. Letztere ist im Moment eher zu vernachlaessigen, da man aufgrund der bereits erwaehnten Probleme Wasser nur erahnen kann.

Ganz liebe Gruesse aus der Ferne!

Katja und Joerg

MUANG SING

Frauen mit tragbarem Tropf vor dem Krankenhaus.

Frauen mit tragbarem Tropf vor dem Krankenhaus.

Solche und aehnliche Fahrzeuge dominieren den laendlichen Strassenverkehr.

Solche und aehnliche Fahrzeuge dominieren den laendlichen Strassenverkehr.

WANDERUNG ZU DEN BERGVOELKERN

Melonenfeld

Melonenfeld

Sieht man unterwegs leider sehr oft: Kinder bei der Feldarbeit.

Sieht man unterwegs leider sehr oft: Kinder bei der Feldarbeit.

AKHADORF

An solchen Brunnen waschen sich die Dorfbewohner.

An solchen Brunnen waschen sich die Dorfbewohner.

YAODORF

Mohnpflanze?Opium

Mohnpflanze?Opium

NONG KHIAW

Aussicht von der Terasse unserer Huette am Morgen...

Aussicht von der Terasse unserer Huette am Morgen...

...und am Abend!

...und am Abend!

RADTOUR

Tankstelle mal etwas anders!

Tankstelle mal etwas anders!

Abends waschen die Laoten sich und ihre Waesche im Fluss.

Abends waschen die Laoten sich und ihre Waesche im Fluss.

AUSFLUG ZUM FISCHEN

Technisch nett anzusehen, aber leider ohne Erfolg.

Technisch nett anzusehen, aber leider ohne Erfolg.

...das langweilte auch die Wasserbueffel!

...das langweilte auch die Wasserbueffel!

Der Fang!

Der Fang!

DORFBESUCH

BOOTSFAHRT NACH LUANG PRABANG

Mit einem solchen Boot fuhren wir den Fluss runter.

Mit einem solchen Boot fuhren wir den Fluss runter.

Hier wird nach Gold gesucht.

Hier wird nach Gold gesucht.

LUANG PRABANG

Hauptstrasse in der Altstadt

Hauptstrasse in der Altstadt

Wat Xieng Thong

Wat Xieng Thong

PHU SI HILL

Die leider etwas truebe Aussicht!

Die leider etwas truebe Aussicht!

DIE MORGENDLICHE ALMOSENSAMMLUNG DER MOENCHE

VIENTIANE

PRAESIDENTENPALAST

PRAESIDENTENPALAST

Patuxai 
Ein Triumphbogen, fuer den die laotische Regierung Zement verwendete, der ihnen von den USA fuer ihren Flughafen geschenkt wurde.

Patuxai

Ein Triumphbogen, fuer den die laotische Regierung Zement verwendete, der ihnen von den USA fuer ihren Flughafen geschenkt wurde.

...NATUERLICH AUCH HIER: BUDDHISTISCHE TEMPEL

Wat Si Saket

Wat Si Saket

Haw Pha Keo - Nationalmuseum fuer religioese Objekte

Haw Pha Keo - Nationalmuseum fuer religioese Objekte

Wat In Paneng - wie viele andere laotische Temple ist er von Aussen mit Gemaelden von Buddha verziert. In Thailand findet man diese eher innerhalb der Tempel.

Wat In Paneng - wie viele andere laotische Temple ist er von Aussen mit Gemaelden von Buddha verziert. In Thailand findet man diese eher innerhalb der Tempel.

Blick auf den Mekong.  Leider von der eigentlichen Uferpromenade nur schwer zu erkennen. Eine Baustelle und fehlendes Wasser sorgen dafuer. Zum Glueck haben wir nicht extra fuer ein Zimmer mit Flussblick gezahlt.

Blick auf den Mekong. Leider von der eigentlichen Uferpromenade nur schwer zu erkennen. Eine Baustelle und fehlendes Wasser sorgen dafuer. Zum Glueck haben wir nicht extra fuer ein Zimmer mit Flussblick gezahlt.

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Für ca. 17 Monate ist der Weg unser Ziel!!! Am 29.11. geht es mit einem RTW-Ticket einmal um die Welt. Gestartet wird in Suedafrika. Dann geht es weiter Namibia, Botswana...Rio de Janeiro,Argentinien, Feuerland, Chile, Peru, Ecuador.... Costa Rica, Mexiko,Hawaii,Neuseeland, Australien, Hongkong, Peking, RAWA, Indonesien, Indien, Nepal,andere Teile Südostasiens....
Details:
Aufbruch: 29.11.2008
Dauer: 17 Monate
Heimkehr: April 2010
Reiseziele: Südafrika
Namibia
Brasilien
Argentinien
Bolivien
Peru
Ecuador
Costa Rica
Mexiko
Vereinigte Staaten
Neuseeland
Samoa
Australien
Hongkong
China
Malaysia
Indonesien
Indien
Nepal
Thailand
Kambodscha
Philippinen
Vietnam
Bahrain
Laos
Der Autor
 
Katja und Joerg Fockenberg berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Katja und Joerg über sich:
Katja hat bisher als MTA in der Mikrobiologie gearbeitet. Zudem ist Katja Heilpraktikerin mit dem Spezialgebiet Akkupunktur.

Jörg hat bisher als Expansions Manager bei Jack Wolfskin gearbeitet.

Seit 2005 sind wir verheiratet und haben bisher zusammen im Ruhrgebiet, genauer in Bottrop, gelebt.

Zusammen habe wir unsere Leidenschaft für weite Reisen und ferne Länder entdeckt. Unser bisheriger Schwerpunkt war dabei Asien. Wir freuen uns schon sehr auf den Rest der Welt!