Vom entspannten Liebesurlaub zur abenteuerlichen Männerreise in 2 Akten mit kurzem Zwischenspiel (Solo):
1. Akt: Schorsch und Claudi auf den Fiji-Inseln und in Neuseeland.
Zwischenspiel: Schorsch von Cairns nach Melbourne
2. Akt: Schorsch und Piet über Australien und Indonesien quer durch Süd-Ost-Asien (Malaysien, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, China, Tibet, Bhutan, Nepal, Indien).
Laos, ein herrliches Land. So herrlich und traumhaft, dass überhaupt keine Zeit (und an den meisten Orten auch kein Internet) fand, ein paar Zeilen zu schreiben und Bilder zu sortieren. Ich ging nicht verloren oder wurde wegen zu rabiater Rollerfahrweise ins Gefängnis gesteckt, wie schon ein paar Leute befürchteten.
Ich habe Asien gesucht, und hier gefunden! Kein Vergleich in meinen Augen zu anderen Ländern wie Malaysia und Thailand, noch... Man merkt hier, speziell an den eher touristischen Punkten, wie sich alles langsam aber sicher ändert. Positiv und negativ! Aber dazu mehr in einigen Kapiteln, die ich versuche, in den nächsten Tagen einzustellen.
Doch nun ein kleiner Überblick zu meiner Route durch Laos.
Es ging nicht, wie ich anfangs vorhatte, direkt von der Grenze mit dem Boot für zwei Tage den Mekong hinunter, sondern ich entschied mich kurzfristig um und fuhr mit dem Bus nach Norden in den Ort "Luang Namtha", von der aus einige Wanderungen in den anliegenden Nationalpark beginnen. Eine meiner besten Entscheidungen der Reise! Von dort ging es mit Bus und Boot in das Fischerdorf "Muang Ngoi". Ein Dorf, das erst vor acht Jahren das erste Mal von Backpackern "entdeckt" wurde, und für einige Jahre ein Geheimtipp gewesen ist. Nun ist es ein "offenes Geheimnis" und beinahe jeder fährt dort hin, doch ich hatte das Glück, noch in der Nebensaison dort zu sein und einfach ruhige Tage dort zu haben. Mit Boot und einer extrem skurrilen Busfahrt ging es dann in die "Kulturhauptstadt Luang Prabang", daraufhin weiter zu den "Plain of Jars", welches aus zwei unterschiedlichen Gründen sehr interessant und bekannt ist: Es gibt dort Felder mit riesigen Steinkrügen, bei denen man nicht genau weiß, wie alt die sind, wer und zu welchem Zweck sie gemacht wurden und wie überhaupt diese tonnenschweren Krüge dort hinkamen. Der andere Grund ist, dass dieser Bereich zu den meistbombardiertesten Bereichen der Welt gehört. Wie man größtenteils nicht weiß, bauten die Amerikaner dort ein geheimes Heer auf, provozierten dort einen Krieg herauf und dort von 1964 - 1973 einen geheimen Krieg, den sie erst 1969 zugaben. In dieser Zeit wurden dort und in einem anderen Bereich von Laos (zusammengenommen so groß wie etwa Oberbayern) mehr Bomben abgeworfen, als wie über ganz Deutschland im 2. Weltkrieg. Das muss man sich erst einmal vorstellen! Spielte sich zu dieser Zeit das ganze Leben der Einheimischen größtenteils in den Höhlen und nachts ab, so ist auch das heutige Leben der Menschen dort nicht sehr leicht. Täglich sterben dort noch Leute an Blindgängern: Kinder, die Clusterbomben suchen, um sie dann auf einem Schrottplatz zu verkaufen. Oder aber auch Bauern, die kurz vorm verhungern versuchen in noch nicht geräumten Feldern Reis und sonstiges anzubauen und nicht selten dabei auf einen Blindgänger mit der Hacke treffen. Aber ein paar Eindrücke und Geschichten in den folgenden Berichten. Nur soviel noch dazu gesagt, dass wir Deutschen und die Australier sehr gerne gesehen sind, da speziell diese zwei Länder viel Geld in die Minensuche und Minenbeseitigung dort stellen. Naja, ich brauch nicht erwähnen, dass von den Amis fast nichts kommt... Laos ist ja auch nicht sehr bekannt für dessen Ölreichtum! Von dort ging es dann an "Vang Vieng" und "Vientiane (die Hauptstadt von Laos)" mit dem Nachtbus vorbei, da in den beiden Orten der Tourismus schon voll eingezogen hat. Sehr speziell in "Vang Vieng", das "Ballermann" der Engländer und vieler Europäer, wo man mit einem Reifen flussaufwärts gezogen wird und von dort sich dann von einer Bar zur nächsten Bar auf dem Fluss treiben lässt. Ich musste Leute treffen, die waren über Tage nur dort und haben Laos "gesehen"! Dieses Laos wollte ich nicht sehen! Stattdessen ging es am Mekong entlang weiter südlich nach "Tha Khaek", dort für einige Tage mit einem kleinerem Moped eine Strecke an Höhlen und kleinen Dörfern vorbei. Weiter südlicher bei "Pakse" ging es wieder mit einem Moped für ein paar Tage in das "Bolaven-Plateau" hinein, das bekannt für seinen Kaffee und viele Wasserfällen ist. Und wenn man schon dort ist, darf man natürlich auch nicht die Tempelanlage von "Champassak" auslassen. Zum Abschluss der vier Wochen Laos ging es dann auf die "4000 Islands" an der Grenze zu Kambodscha auf eine kleine Insel inmitten des Mekongs, ein bissl die Füße ausstrecken und entspannen.
toller Artikel! Der OT ist schon ein ganz besonderer Weg...und das liest man eigentlich auch jedem Reisebericht. So auch bei euch. Toll!
Grüße
Max
Dorle und Franz
Hallo Georg,
schoen, dass man wieder deinen Reisebericht lesen kann. Wir haben uns echt schon Sorgen´gemacht, dass etwas passiert sei.
Na, Gottseidank, alles in Ordnung. Und wie du ja schreibst, gefaellt dir Laos besonders gut. Wir haben alle deine Reiseberichte mit großer Freude und viel Interesse gelesen. Toll, was du alles sehen und erleben durftest!!!!
Nun wuenschen wir dir noch viel Spass und Freude fuer den Rest deiner Reise und eine gute Heimkehr. Claudi wird sich bestimmt sehr freuen, wenn du wieder heil und gesund zu Hause ankommst.
Alles Gute und liebe Gruesse
von den beiden aus Karlsruhe Dorle und Franz
anonym
Hallo Schorsch,
auch wenn ich lange nichts geschrieben habe heißt das nicht, dass ich nicht Deinen Reisebericht weiterhin verfolgt habe. Mir geht es nur jedesmal nach durchlesen der neuesten Berichte so, dass die Motivation für das Tagesgeschäft hier dann schwer zu finden ist.
Jetzt dauerts aber nicht mehr lang, und Du bist wieder im Lande, auch wenn Du es wahrscheinlich noch nicht wahrhaben willst.
Aslan sagt, dass Du umgehend heimkommen sollst, wir brauchen Unterstützung in der Bauleitung! Wie wärs? Solider Job, 8-11 Stunden am Tag harte Arbeit, (zumeist) deutschsprechende Kollegen, schmuddeliges Winterwetter in D, was wünscht man sich mehr?