Myanmar-Reisebericht :Au Revoir - In 220 Tagen um die Welt

Myanmar 14.03.2015 - 25.03.2015

Myanmar – Land des Goldes

Für die Planung von Myanmar nahm ich mir besonders viel Zeit. Myanmar hat sich 2011 nach einer Jahrzehntelangen Militärdiktaktur für den Tourismus geöffnet und Tag für Tag strömen mehr und mehr Touristen in das Land. Ich erfuhr, dass es dennoch überall Plätze gibt, die noch Touristenfern sind und deshalb entschied ich mich das Land Myanmar auf meiner Weltreise anzusteuern.

Nach der Ankunft am Flughafen in Yangon die erste Überraschung. Der Boden in den Flughafentoiletten wird mit der Hand gewischt. Während meiner Recherche erfuhr ich das Myanmar einer der ärmsten Länder der Welt ist, aber das dies sogar im Flughafen sichtbar ist, überraschte mich wirklich. Ich lernte zwei Deutsche kennen die auch gerade auf Weltreise sind. Tom und Daniela aus Köln reisen schon seit 6,5 Monaten und waren schon in sehr vielen Ländern, was durch ihren Reisepass sichtbar war; jede Seite ist entweder bestempelt oder enthält ein Visa. Wie es der Zufall so wollte waren wir sogar im gleichen Hostel untergebracht. Angekommen am Hostel wollte ich erstmal einen ersten Eindruck von der Stadt bekommen. Es war schon spät Abends aber überall wurde gekocht und gebrutzelt. Leider sah das Essen auf den ersten Blick nicht besonders lecker aus. Die ersten Eindrücke überlasteten mich…der Müll, die fiesen Gerüche, die offene Kanalisation, Ratten und jede Menge Hunde auf den Straßen. Vergleichbares hatte ich in Asien noch nicht erlebt. Wenn es eine Möglichkeit gegeben hätte, ich wär sofort in den nächsten Flieger zurück nach Bangkok geflogen. Aber ich wollte die ersten paar Tage abwarten. Also erstmal schnell Geld abheben (der Geldautomat war direkt hinter der offenen Kanalisation und war nur durch einen Holzbalken zu erreichen, nebenan saß ein Securitymann der ein wachsames Auge auf mich hatte. In Myanmar ist jeder Geldautomat durch einen Securitymann gesichert) und zurück ins Hostel. Auf dem Weg sprach mich ein Burmese an uns zeigte mir auf seinem Handy seine Erfolge bei Siedler, kontaktfreudig sind die Burmesen.
Am nächsten Tag irrte ich hilflos durch die Stadt und suchte eine Wäscherei. Ein Einheimischer kam mir zu Hilfe und so war die wahrscheinlich einzige Wäscherei in Yangon schnell gefunden. Der Einheimische bot mir eine kleine Stadtführung an und ich sagte natürlich nicht nein. Er zeigte mir die Shwedagon Pagode, viele hochpreisige Hotelanlagen, Regierungssitze, Parkanlagen, Kirchen und den Hafen von Yangon. Zu jeder Sehenswürdigkeit konnte er mir etwas erzählen und auch etwas aus dem Nähkästchen plaudern.

Swedagon Pagode

Swedagon Pagode

Swedagon Pagode

Swedagon Pagode

Kolonialzeit-Gebäude

Kolonialzeit-Gebäude

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Circle Train einmal um Yangon herum. Dabei sieht man die Vorstädte von Yangon und erfährt ein wenig wie die Leute dort leben. Eins fiel mir sofort auf, Myanmar hat ein gewaltiges Müllproblem. Überall Plastiktüten, Verpackungen und sonstiger Plastikmüll. Danach schaute ich mir die Sule Pagode in Yangon an, welche nicht besonders schön ist. Leider ist es in Myanmar eine Tradition Vögel vor Pagoden aus der Gefangenschaft eines Verkäufers zu befreien. Diesen Brauch habe ich nicht wirklich verstanden. Am Abend fuhr ich dann weiter nach Kyaiktiyo. Romy, eine Holländerin die seit 3,5 Monaten Asien bereist, lernte ich bereits im Flugzeug nach Yangon kennen und war bei dem Bustrip dabei. Angekommen in Kyaiktiyo lernten wir 5 Deutsche aus Sachsen kennen. Sie haben für vier Wochen Urlaub und machen nun eine kleine Asienreise. Am nächsten Tag lief ich dann auf dem Pilgerweg hoch zum Goldenen Felsen (siehe Bild). Nach einer Legende soll der Fels nur von einem Haar Buddhas vor dem herabstürzen gehalten werde. Der Aufstieg dauerte ganze vier Stunden und war sehr anstrengend. Kein Wunder das keiner außer mir den Aufstieg versuchte. Für alle Fußfaulen ist ein Truckshuttel eingerichtet. Dieser bringt die Gläubigen oder die Touristen auf die Spitze des Berges. Interessanterweise waren wir einer der wenigen Touristen auf den Berg und wurden oft mit strahlenden Augen angeschaut und einem wurde zugewunken. Ab und zu kamen Burmesen an und wollten ein Foto mit einem haben. Für den Rückweg entschied ich mich auch für den Truckshuttel.

Golden Rock (Die Gläubigen kleben Blattgold an den Felsen)

Golden Rock (Die Gläubigen kleben Blattgold an den Felsen)

Golden Rock

Golden Rock

Am Abend fuhr uns dann ein Bus weiter nach Mawlamyine. Mawlamyine hat nicht so viel zu bieten. Die meisten Touris fahren dort hin um mit einem Boot nach Hpaan zu fahren. Dafür entschieden wir uns am nächsten Tag auch. Inzwischen verzeichnete unsere Gruppe einen Zuwachs. Alex aus Südtirol, den wir am Goldenen Felsen kennengelernt hatten, reiste mit uns. Auf der Bootsfahrt wird man sofort als Tourist von den Dorfbewohnern erkannt und einem wird sofort zugewunken was das Zeug hält.

Pagode

Pagode

Unsere Reisegruppe

Unsere Reisegruppe

Die winkenden Kinder

Die winkenden Kinder

Hpaan ist für seine Höhlen und den riesigen Bergen bekannt. Wir liehen uns ein paar Motorräder und machten am nächsten Tag die Umgebung unsicher. Landschaftlich einfach unfassbar schön. In den Höhlen sind meistens kleine Tempel mit Buddhas verziert. Und überall diese Fülle an Gold. Am Abend dann ein weiterer Schock. Während wir den Sonnenuntergang anschauten fielen ganze zehn Müllbeutel und zwei Leuchtstoffröhre in den Fluss vor uns in dem gerade Kinder badeten. Der Übeltäter war ein Junge, beauftragt durch seinen Vater. In Myanmar gibt es anscheinend keine Müllabfuhr. Der Müll wird entweder so entsorgt oder einfach verbrannt. Der Anblick machte meine Freunde und mich traurig.

Höhle in Hpaan

Höhle in Hpaan

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

Hpa-an

Hpa-an

Hpa-an

Hpa-an

Tag darauf fuhren wir mit dem Bus hoch nach Bagan. Die Fahrtzeit dauerte 18 Stunden, war aber durch unsere nette Reisetruppe schnell vorüber. Den Sonnenaufgang wollten wir uns, trotz Müdigkeit, nicht entgehen lassen und wir wurden nicht enttäuscht. Bagan ist eine historische Königstadt mit über zweitausend Sakralgebäuden aus Ziegelstein. Ein unvergesslich und unbeschreiblich schöner Anblick, wenn die Sonne aufgeht und die Heißluftballons über dieses architektonische Meisterwerk schweben. Am nächsten Morgen liehen wir uns E-Bikes und fuhren zu den größeren Gebäuden auf dem riesigen Arial. Diese kann man meist besteigen und man hat von dort aus einen gigantischen Ausblick. Überall Tempel und Stupas. Auf einem etwas abseits gelegenen Gebäude schauten wir dann den Sonnenuntergang an.

Sonnenaufgang Bagan

Sonnenaufgang Bagan

Die Tempelanlagen

Die Tempelanlagen

Vor einem Tempel

Vor einem Tempel

Wandzeichnereien

Wandzeichnereien

Am nächsten Tag verabschiedete ich mich von meinen Reisebekanntschaften und fuhr mit dem Zug nach Mandalay. Die Fahrzeit betrug 7 Stunden auf einer Strecke von 180 km aber kostet nur 1,80 Dollar. Die Schienen und der Zug sind in keinem guten Zustand weshalb die Strecke teilweise so holprig ist, dass man fast aus dem Sitz fällt. Während der Fahrt kommt man an vielen kleinen Dörfern vorbei. Man hat den Anschein die Bewohner dort haben noch nie zuvor einen westlichen Mensch gesehen. Überall wird man mit großen Augen angeschaut und Frauen, Männer und Kinder winken einem zu. Angekommen in Mandalay bestieg ich den Mandalay Hill und schaute mir die dortige Pagode an. Am nächsten Tag ging man Flug zurück nach Bangkok.

Fazit: Myanmar hat mich während meiner Vorbereitung am meisten interessiert und ich wurde nicht enttäuscht. An vielen Stellen hat mich dieses Land geschockt aber auch sehr beeindruckt. War da die Stadt Yangon mit seiner offenen Kanalisation, dem Dreck und dem Lärm oder die holprige Zugfahrt von Bagan nach Mandalay. Aber eins ist mir während meiner Reise besonders aufgefallen. Man ist als Tourist willkommen. Die Leute winken einem zu, die Kinder zeigen nach einem und überall sieht man lächelnde Gesichter. Anders als in Thailand oder Vietnam sieht man in Myanmar wenn man will, tagelang keinen einzigen Touri. Außerdem sind die Sehenswürdigkeiten noch nicht so sehr überlaufen. Die Infrastruktur ist Intakt und ATMs gibt’s an jeder Ecke. Internet ist in Myanmar noch nicht so gut ausgebaut. Ich hatte nie schnelles Internet bekommen aber für Whatsapp hats gereicht.
Leider gehen besonders Übernachtungen, Dienstleistungen wie Wäscherei, Tempelbesuche und zum Teil die Restaurants ganz schön ins Geld. Ich hoffe das wird sich in nächster Zeit ein wenig ändern. Ein Beispiel: Für die Wäsche für die ich in Thailand 2 € gezahlt hab musste ich dort das fünffache zahlen. Unterkünfte können als Alleinreisender ganz schön teuer werden. Es gibt keine Dorms (außer Yangon und Mandalay) und die Zimmer sind für asiatische Verhältnisse ganz schön teuer. Aber eins ist mir noch aufgefallen. Man wird in Myanmar weniger übers Ohr gehauen wie zum Beispiel in Thailand. Inhaber von Ramschläden haben meist einen Festpreis und man muss so nicht handeln.
Ich wünsche mir von Myanmar das es noch lange so bleibt wie ich es erlebt habe. Wunderschön und mit freundlichen Leuten die einem bei jedem Problem behilflich sind ohne eine Absicht dahinter zu haben.

Viele kleine Stupas auf einem Tempelplatz in Mandalay

Viele kleine Stupas auf einem Tempelplatz in Mandalay

© Simon K., 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
In 220 Tagen die Welt besser kennenlernen, die Kulturen anschauen und verstehen und seinen eigenen Horizont erweitern.
Details:
Aufbruch: 18.02.2015
Dauer: 7 Monate
Heimkehr: 26.09.2015
Reiseziele: Vereinigte Arabische Emirate
China
Thailand
Myanmar
Kambodscha
Vietnam
Laos
Singapur
Australien
Vereinigte Staaten
Neuseeland
Fidschi
Island
Der Autor
 
Simon K. berichtet seit 30 Monaten auf umdiewelt.