Philippinen-Reisebericht :Fahrrad..Erde..Ein Jahr.."Runde Sache"

Philippinen

Kumusta ho!
Diese Begrüssung kommt aus den Mündern der Philippiner oder (Filipinos), wenn sie sich guten Tag sagen wollen.
Seht ihr, so schnell geht das, kaum eine Woche rum und schon wieder komme ich euch mit einem neuen Bericht.
Die mit Text geschmückten Bilderbücher erhaltet ihr derweil ab nun fast wöchentlich, dafür sind sie dann aber auch schneller zu lesen, da kürzer gehalten. Die Zeit für die restlichen Abschnitte wurde zweimal zusammengestrichen, somit fallen die Aufenthalte in den verbleibenden gut 10 Ländern kürzer aus.

Für die Philippinen hatte ich nur 8 Tage zur Verfügung, die Planung ließ bis zum fixen Flug von Singapur nach Sydney am 07.08. nicht mehr zu. Nach mehreren Überlegungen machte ich ein Reiseprogramm für die Nordinsel Luzon fest. Um andere der vielen Inseln der prachtvollen Philippinen zu sehen, muss man ein vielfaches mehr Zeit einplanen oder mitbringen. Allerdings verwöhnt die Regenzeit dieses Land in diesen Monaten des öfteren reichlich mit einer Menge Nass und das macht einen Aufenthalt zu einem Glücksspiel mit dem Wetter.

Nach dem Flug von Kuala Lumpur nach Clark, dem ehemmaligen Melitärflughafen nicht fern von Angeles ging es mit dem Bus in zwei Stunden nach Manila.

Für Manila waren nur 2 Tage eingeplant, waren meines Erachtens aber auch für diese 10 Mio Einwohner zählende Hauptstadt genug, die so etwas wie den Zusammenschluss aus 17 Städten in früherer Zeit darstellt. Eure Nase meldet euch dann recht schnell Unzfriedenheit, denn frische Luft sucht ihr dort vergeblich. In den Stadtgebieten Ermita und Malate sind Touristen denn am besten untergebracht bezüglich Angebot an Unterkünften, Bars und Restaurants.

Dieses Fortbewegungsmittelaus landeseigener Produktion nennt sich hier Jeepney und ist so etwas wie eine Kreuzung aus Bus und Jeep. War anfänglich begeistert vom Anblick dieser lustigen Dinger, die vereinzelt sogar den Mercedesstern tragen. Zu Hochzeiten sind sie vollgepackt mit Fahrgästen wie in einer Sardinendose. Der Hersteller hat es bislang noch nicht fertiggebracht einen Filter für die Abgase zu kreiieren, dies wohl das hauptverantwortliche Leidwesen für die katastrophal schlechte Luft fast überall wo man sich bewegt. Asthmatiker finden spätestens in Manila ihr frühreres Ende.

Diese süssen umweltfreundlichen Dinger hier nennen sich Tricicle und wären wahrscheinlich fast zu klein, um für mich darin Platz zu finden. Aber aus diesem Grund hab ich ja immer meinen eigenen Drahtesel dabei, weiß nie wo man einsteigen muss um ein Ziel zu erreichen.

Intramuros steht für eine riesige Festung innerhalb Manilas gegründet einst von den Spaniern um 1570. Hierin recht anschaulich die Manila Kathedrale.

Die Kluft zwischen Arm und Reich tritt hier so stark auf wie wohl in keiner anderen asiatischen Stadt. Einzig das indische Mumbai konnte das ganze noch toppen auf meiner bisherigen Reise. Die Slums im Hafengebiet zeigen die mit ärmsten Verhältnisse.

Und manchmal ist dann das ein oder andere Brauchbare zu finden, was aus den Abwasserkanälen gespült wird. Angeblich wird dieser Strandabschnitt fast wöchentlich gereinigt.
Manila, sicherlich für die meisten Philippinenreisenden nur ein kurzer Abstecher, wenn der Touri dann auch immer eine Hand auf seiner Geldbörse hat und sich ausschließlich in den touristischen Gebieten bewegt, kommt hier kaum Gefahr auf. Bettelkinder- und Mütter sind Tagesordnung.

Das Böse und Gute liegt ja bekanntlich immer recht nah beeinander, so haben die Philippinen natürlich eine Menge mehr zu bieten als Manila und so startete ich meine Radstrecke für die verbleibenden 6 Tage in nordwestliche Richtung durch San Fernando( Angeles), Olongapo und fand meine erste Übernachtung an einem wunderschönen Strand mit Blick auf Capones island. Der Preis für ein simples Bungalow ohne jeglichen Kofort allerdings mit 1000 Peso fast unverschämt.

Die Strampelei ging weiter nördlich durch Botolan und Santa Cruz nach Dagupan. Nach 200 km war der Akku leergefegt, desweiteren begann die Regenwolke über mir , sich scheusslich zu entleeren- wohl Zeichen genug, aufzuhören. Blacky wurde kleingemacht und durfte die restliche Strecke busfahren.
"Sauerei!"..dies flucht der umweltliebende Radfahrer des öfteren, wenn er in den Philippinen neue Strassen auskundschaftet und immer wieder in regelmässigen Abständen von diesen riesigen Abgaswolken ummlagert wird. Da denkst du, du tust deiner Gesundheit was Gutes, neeeeeeeeeeeeeee!!
Das sind die Momente in denen ich hoffe, das Erdöl findet schneller sein Ende. Wären die Philippinen, in denen sich jeder mit einem Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeug fortbewegt nicht etwas tolles?

Die nächsten Ziele am nächsten Tag schimpften sich San Fernando (La Union) und nach diesem flachen 80 km Strampelabschnitt ging es hinauf auf 1500 Meter nach Baguio in die Cental Cordillera, einem riesigen landschaftlich ahtemberaubenden Hochgebirge.
Baguio ist die Touristenhochburg schlechthin in den Philippinen. Die Stadt zählt knapp 200 000 Einwohner, ist reich an Übernachtungs- und Restaurantsangeboten, wunderschön gelegen und ist daher gemacht für Naturfreunde.

Blacky wurde am nächsten morgen früh gesattelt und die Fahrt führte über La Trinidad in Richtung Sagada über den ein oder anderen Pass bis zum höchsten Passpunkt in den Philippinen auf 2200 Metern und wir waren uns einig, wir hatten uns genug die Berge hinaufgekämpft. Landschaftlich ist das Cordilleragebirge auf diesem Abschnitt etwa mit dem Norden Laos zu vergleichen.

Die Zwischhenstopps vielen meist recht gesellig aus, die niedlichen Philippinagirls sahen auch nicht jeden Tag einen Radfahrer sich den Berg hinaufquälen.

Sagada ist so etwas wie eine Ruheoase, in die aufgrund der langen Anfahrt nur wenige Touristen finden. Wahrlich, dies war der erste Ort in den Philippinen, in dem man Naturluft schnuppern konnte, ansonsten war immer ein Hauch Kohlenmonoxid in der Luft zu schnuppern.

"Halo halo" ist ein philippinisches Getränk oder vielmehr ein Dessert und wird recht vielseitig zubereitet, besteht meist aus gecrushtem Eis mit Milch bedeckt mit verschiedenen Sorten gekochter Bohnen (Mung, Kidney), Palmfrüchten (Kaong), Kokosnuß (Macapuno), karamellisierten Bananen, Jackfruit (langka), Starapple, Süßkartoffeln (kamote), Papaya, Avocado, Kiwi etc. etc.

Sie war die Jungfrau der Kirchen,

und fand sich inmitten Sagadas. Der spanische und amerikanische Einfluss ist in den Philippinen unschwer zu erkennen, die Menschen sind meist katholischen christlichen Glaubens. Auch die philippinische Sprache hört sich nicht nur leicht spanisch an, sondern beinhaltet jede Menge spanisches Sprachmaterial aber auch englische Wörter. Die Filipina schreiben nicht nur viele Strassenhinweisschilder in englischer Sprache, sie sprechen fast alle englisch und dies oft beachtlich gut. Hollywoodstreifen werden original konsummiert, sicherlich auch ein Grund mit.

Mit Jeepney gings dann die Geröllpiste wieder hinunter ins Tal bis nach Bontoc. Der Plattfuß war reine routine. Es lagerten auf dem Dach neben Blacky noch zwei weitere Ersatzräder, die auf ihren Einsatz warteten.

Bontoc ähnelt fast ein wenig einer Wildwesternstadt und hat gemütlichen Charakter, hier war allerding nur 1 Stunde warten auf einen Bus nach Banaue' angesagt.

Die 4 Stunden Fahrt für die knapp 30 km hatte denn einen recht abwechselnden Gemütszustand.

Die Reispaddies im Flusstal und auf Anhöhen eingebettet in den hoch hinauf ragenden Bergfelsen waren landschaftlich nur Zuckerli fürs Auge. Die steil mehrere hunderte Meter abfallende Böschung, die dem Weg seine Begrenzung vorgab, und auf dem sich der Busreifen nur zentimeter weit entfernt bewegte, weil die neuen betoniertten Strassenabschnitte zum Hang hin freigehalten werden mussten, verhieß bei dem einsetzenden Prasselregen, der denn den Weg noch in eine Modderpiste verwandelte, alles andere als ein gutes Gefühl. Vor Monaten soll dort schon einmal laut einem Niederländer ein Bus und ein Jeep sein Ende gefunden haben.

Von Banaue' aus lassen sich Tagestrips in mehrere der W'heritage Reisterassengegenden unternehmen. Wenn man sich mit ein paar Leuten zusammen tut kommt das ganze auch recht günstig mit der Anfahrt. Apropo Preis: Die Unterkünfte hier sind spottgünstig, daher ein erstklassiges Preisleistungsangebot.
Batang hieß die Ggend mit den Reisterassen, in die mehrere Dörfchen niedlich eingebettet liegen. Die Terassen strecken sich weit die Berghänge hinauf, was das ganze so ahtemberaubend schöön aussehen lässt.
Zusammen mit 4 Polen und zwei Amerikanern war die Batang- Expedition sicher und alle durften kostenlos den Guide in Anspruch nehmen, den die beiden Junggesellen aus den USA sich für zwei Tage angemietet hatten.

Der kleine philippinische Junge war gerade mal 6 Jahre alt und konnte schon ganz hoch hinauf, mutiger kleiner Kerl. Das Schwesterchen passte untern schön auf ihn auf, dass er auch ja wieder heil hinunterkam.

Es war für jeden eine Menge Fussweg angesagt und am Ende des Tages konnte das auch jeder gut in den Beinen spüren.

Dachtet ihr das, auch in den Philippinen finden sich Bergvölker, die noch nach ihren alten Brauch leben.

Die Sicht von der Terasse gaaaaaaaaaaanz oben, die nahm uns keiner.

Den Weg Richtung Wasserfall hatten auch andere zu meistern, wo der hier mit dem geschulterten Getreide letztendlich hinwollte, blieb ein Rätsel.

Bei diesem Anblick ließ die Erfrischung nicht mehr lange auf sich warten.

Da konnten sich die heißgelaufenen englischen, deutschen und polnischen Füsse wieder für den Rückmarsch erholen.

Noch am selben Abend ging es mit dem Nachtbus von Banaue' nach Cabanatuan. Morgens um drei weitere 2 Stunden Bus nach San Fernando und mit Jeepney die letzten 40 Minuten nach Angeles. Dann war endgültig Zapfenstreich, konnte die Augen nimmer aufhalten und quartierte mich in der erstgesehenen Bleibe ein- war wahrlich ein Loch!
Am nächsten Nachmittag ging es zurück zum Clark airport, auf dem ich auch zum ersten Mal Filipino Boden betreten hatte.
Der Flug führte mit Air Asia nach Kinabalu (Borneo, Eastmalaysia). Hier sind 4 Tage angesagt, unter anderem Hiken auf den Mt. Kinabalu.
Bleibt lieb,
bis die Tage,
vlg Peter

© Peter Greiner, 2008
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Die Reise
 
Worum geht's?:
13 Monate Weltreise geschmückt mit unvergleichbar schönen Erfahrungen auf einer Vielzahl von Radabschnitten sowie dem Leben unter den Menschen durch Homestay, langen Busfahrten auf Reissäcken in Myanmar, Bergvölker in Laos und vieles mehr. Die Reise führt durch Ungarn nach Griechenland, Dubai, Indien, Japan, China, Myanmar,Thailand, Laos, Vietnam, Malaysia, Philippinen, Borneo, Singapur, Sydney, Chile, Argentinien, Brasilien, Florida, Mexiko und findet in Madrid ihr Ende.
Details:
Aufbruch: 28.08.2008
Dauer: 13 Monate
Heimkehr: 28.09.2009
Reiseziele: Großbritannien
Ungarn
Serbien
Griechenland
Vereinigte Arabische Emirate
Indien
China
Japan
Hongkong
Myanmar
Thailand
Laos
Kambodscha
Vietnam
Malaysia
Philippinen
Singapur
Australien
Neuseeland
Chile
Argentinien
Uruguay
Brasilien
Paraguay
Vereinigte Staaten
Mexiko
Spanien
Der Autor
 
Peter Greiner berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.
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