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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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27.11.06 - 28.11.06
In Cairns hatte ich zehn Tage Zeit, während ich auf meine neuen Arbeitgeber wartete. Das Schuljahr endete in dieser Zeit. Die Kinder der Farm gingen nicht in eine normale Schule, denn das geht im Outback natürlich nicht - die Farm der Familie befand sich schließlich 400 km vom nächsten Ort entfernt. Statt dessen nahmen die Kinder an der "School of Distance Education" teil, die ihren Sitz in Cairns hatte. So wurden sie von Cairns aus per Funk und Internet unterrichtet. Da das Schuljahr gerade endete, trafen sich nun alle Kinder mit ihren Eltern in der Stadt. Das passte gut, denn so konnte die Familie mich von hier aus einfach mitnehmen, wenn sie zurück zur Farm fuhr.
Ich freute mich, dass ich nun zunächst zehn Tage in dieser tollen Gegend verbringen konnte, wo es so viel zu unternehmen gab.
Am ersten Tag erkundete ich zunächst die Esplanade. Ähnlich wie The Strand in Townsville war dies eine Promenade am Strand. Statt auf einem Sandstreifen spazierte man hier jedoch über einen Bretterweg am Meer entlang. Cairns war wirklich tropisch - türkisblaues Meer, Palmen, Pelikane und Sonne ohne Ende... Genau das richtige, um mich von den letzten Tagen zu erholen.
Ausblick von der Esplanade
Die Uferpromenade an der Esplanade
Die Esplanade
Am Ende der Esplanade befand sich eine große Salzwasserlagune, an der jede Menge Trubel herrschte. Touristen wie Einheimische lagen in der Sonne, zogen ihre Bahnen im Wasser oder saßen einfach da und unterhielten sich. Ein wunderbarer Ort, um sich ins Gras zu setzen und dem regen Treiben am Pier zuzusehen.
Die Lagune
An der Promenade erinnern ein Denkmal...
...und eine Kanone an die Opfer des zweiten Weltkriegs
Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg zu den Flecker Botanic Gardens, von denen ich absolut begeistert war. Die Gärten waren einfach wunderschön, voll von Palmen und Pflanzen des Regenwaldes - von kleinen Blümchen bis hin zu Riesen.
Neben kleinen Regenwäldern und Blumenbeeten gab es einen Garten mit Nutzpflanzen der Aborigines: Auf Tafeln wurde hier erklärt, wie die jeweiligen Pflanzen genutzt wurden, als Nahrung, Medizin oder zur Herstellung von z.B. Kleidung und Werkzeugen. Zum anderen gab es noch den Gondwanan Evolutionary Trail. Hier wurde erklärt, wie sich die Natur Australiens im Laufe von Millionen von Jahren entwickelte und veränderte, bis sie zu dem wurde, was sie heute ist.
Der Eingang zu den Flecker Botanic Gardens
Eine traditionelle Behausung eines Aborigine-Stammes
Lametta am Ventilator...
Gegenüber den Flecker Botanic Gardens befand sich der Rainforest Boardwalk, der zu zwei Seen führte. Hier war es um einiges wilder als im botanischen Garten. Der Bretterweg führte mitten durch den Urwald, vorbei an riesigen Bäumen, üppigen Büschen, vermodernden Sträuchern und allem erdenklichen Grün, dass man sich vorstellen kann. Dann und wann ließen sich große Bush Turkeys (wilde Truthähne) beobachten.
Der Boardwalk führte schließlich in einen kleinen Park, von dem aus es zu den beiden Seen, den Centenary Lakes, ging. Das blaue Wasser, der Wald und die Berge im Hintergrund - diesen Ort kann kein Wässerchen trüben, dachte ich, bis ich das Schild "Vorsicht Krokodile" entdeckte!
Am nächsten Tag stand ein Besuch im Tjapukai Cultural Park auf dem Programm. Dieser Park wurde von Aborigines des Tjapukai-Stammes eingerichtet. Er ist eine berühmte Attraktion, die unzählige Awards gewonnen hat und ich war sehr gespannt darauf. Das Anliegen des Parks ist es, Weißen die Kultur der Tkapukai näher zu bringen und so mehr Verständnis zu erlangen. Er wird von den Tjapukai selbst geführt und die Eintrittsgelder kommen allein ihnen zu Gute.
Als erstes wurde in einer Art Kino ein zwanzigminütiger Film gezeigt. Das History Theatre mit dem Untertitel: " Was passierte, als die moderne Welt auf eine 40.000 Jahre alte Kulter stieß." Eindrucksvoll, aber sachlich schilderte der Film das Leiden der Tjapukai-Leute während der Kolonialisierung. Jeder Weiße im Kinosaal muss wohl ein beklommenes Gefühl gehabt haben. Am Ende zeigte der Film die Situation der Tjapukai heute und was diese Menschen sich für die Zukunft erhoffen. Ich fand diesen Film sehr gut - natürlich schockierend, aber informativ. Als nächstes ging es ins "Creation Theatre". Hier wurde der Schöpfungsmythos der Tjapukai dargestellt. Nach dieser beeindruckenden Session ging es nun zum "Dance Theatre". Hier konnte man erst einem Didgeridoo-Spieler zuhören, dann kamen einige Tänzer auf die Bühne und tanzten, sangen und spielten ein Corroboree. Corroborees sind quasi die Bücher der Aborigines, denn durch sie wird alles weitergegeben: Mythen, Gesetze und das Stammeswissen, z.B. wie man welches Tier jagt. Es war sehr spannend, ein Corroboree ansehen und hören zu dürfen. Die Tänzer standen in einer Reihe, manchmal spielte einer ein Didgeridoo, einige schlugen Klanghölzer. Dazu ertönte rufartiger Gesang. Nach diesem Tanz führten einige Tänzer vor, wie man ein Feuer macht, und auch dies war sehr spannend. In anderen Vorführungen wurde das Bumerang- und Speerwerfen erklärt und wie man ein Didgeridoo baut und wie man es spielt. Zum Schluss gab es noch eine Session über die Urwaldnahrung der Aborigines. Hierbei wurde erklärt, welche Früchte essbar und welche giftig sind, wie sie zubereitet werden und welche Früchte gegen bestimmte Krankheiten helfen.
Ein Didgeridoo-Spieler
Das Corroboree
Beim Feuermachen
Nach einer Mittagspause ging ich in die Cairns Regional Gallery. Die Gallerie zeigte Leinendrucke des Künstlers Dennis Nona. Dieser ist ein Torres Strait Islander und so drehen sich seine Werke um die Mythen dieses Volkes. Die Bilder fand ich sehr eindrucksvoll.
Nachdem ich nun schon einiges von Cairns gesehen hatte, freute ich mich auf die Touren in die Umgebung.
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