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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Australien ist wie eine offene Tür, hinter der tiefes Blau liegt. Man lässt die Welt hinter sich und betritt Australien. (D.H. Lawrence)
02.12.06 - 03.12.06
Kuranda war ein besonderer Ort für mich, denn direkt nach meiner Entscheidung, Farm&Travel zu machen, hatte ich mir vorgenommen, die Fahrt mit der Seilbahn nach Kuranda zu machen. Nun war es soweit - ich konnte es kaum glauben.
Diese Seilbahn - Skyrail - ist eine der längsten der Welt und etwas wirklich besonderes, denn die Pfeiler wurden mit Helikoptern aus der Luft gesetzt, um die Natur so wenig wie möglich zu beschädigen.
Es war einfach Wahnsinn, zu sehen, wie weit sich der Wald erstreckte, man hatte beinahe das Gefühl, dass all das Grün einen überwältigen könnte! Dazu die fremden Geräusche und die Vögel, die man dann und wann auf den Baumkronen sitzen sah...
Die Seilbahn trägt einen über das Dach des Regenwalds hinweg
Während der Fahrt gab es zwei Stops. Hier konnte man kurze Boardwalks machen, die durch den Wald und zu verschiedenen Aussichtspunkten führten.
Bei den Stops sieht man den Wald dann vom Boden aus
Die Barron Falls
In der Regenzeit führen die Barron Falls wesentlich mehr Wasser als jetzt
Nachdem Kuranda zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Erholungsgebiet war, entdeckten in den Sechzigern die Hippies den Ort, die hier einen Markt für lokales Handwerk aufbauten. Noch heute gibt es die Kuranda Markets, wo viele Sachen verkauft werden. Hier werden neben den üblichen Artikeln für Touristen viele qualitative Kunstgegenstände angeboten.
Die Kuranda Markets
Nachdem ich über die Märkte gestreift war, ging ich in die Butterfly Sanctuary, einen Schmetterlingspark. Dieser Park gefiel mir sehr gut, es war faszinierend, die wunderschönen Schmetterlinge des Regenwalds herumflattern zu sehen und sie auch von nahem betrachten zu können.
Am Nachmittag fuhr nun der Zug (Scenic Railway) zurück nach Cairns. Die Bahn schlängelte sich holprig durch den Regenwald, durch fünfzehn Tunnel hindurch und an einigen Wasserfällen vorbei.
Der malerische Bahnhof von Kuranda
In den Waggons hängen historische Bilder, die vom Bau der Linie erzählen
Unterwegs hielt der Zug einmal an und man konnte noch einen weiteren Ausblick auf das Tal des Barron Rivers und die Barron Falls bewundern.
Die Bahnstrecke wurde mitten durch den Wald gebaut
Die Linie wurde 1887 gebaut, um während der Regenzeit einen verlässlichen Zugang zu den Goldfeldern zu haben. Für die ersten sechzehn Kilometer der Strecke benötigte man achtzehn Monate Bauzeit! Insgesamt benötigte man sechs Jahre für die Konstruktion und es starben dabei mindestens dreiundzwanzig Menschen. Zudem war der Bau eine Tragödie für die Djabugay, die in dem Gebiet lebenden Aborigines.
***
Grünen Regenwald sah ich auch am nächsten Tag äußerst viel, denn ich hatte eine Tour nach Cape Tribulation gebucht. Dort gibt es nicht nur den berühmten Cape Tribulation Beach, sondern auch den Daintree National Park.
Morgens holte der schon sehr abenteuerlich aussehende 4WD-Bus mich ab und der freundliche, wie ein Buschmann wirkende Tourguide John stellte mich gleich allen bereits anwesenden vor. Während der Fahrt nach Norden redete er ununterbrochen in sein Mikrofon, doch das, was ich davon verstand, war wirklich interessant und wissenswert. Nach einem Morgentee mit Keksen in einem kleinen Café am Fluss stand als erstes eine Bootsfahrt auf dem Daintree River an. Krokodile sahen wir leider nicht, doch die Fahrt durch das Grün auf dem majestätischen Fluss hatte trotzdem etwas Atemberaubendes. Nun spürte man auch, dass im Dezember die Regenzeit beginnt - es herrschte wirklich schlechtes Wetter, was etwas schade war.
Wir konnten ein paar Vögel und schlafende Fliegende Füchse beobachten und bekamen ein paar Krokodilnester gezeigt.
Während der Fahrt auf dem Daintree River
Nach etwa einer Stunde legten wir wieder an, stiegen in den Bus und fuhren zum Ausgangspunkt eines Boardwalks. In der nächsten Dreiviertelstunde stiefelten wir also hinterdrein durch den Regenwald. Ich war fasziniert von dem undurchdringlichen Dickicht um mich herum, von den riesigen Bäumen, den Vogelstimmen, den vielen verschiedenen Pflanzen und Früchten. John blieb oft stehen und erzählte uns etwas: Von den Pflanzenarten, über die Früchte, wie die Aborigines sie nutzten, über die gefährlichen Kasuare, wie die Pflanzen zu ihren Namen kamen und vieles mehr.
Nach dem Boardwalk ging es in eine Grillhütte zum Lunch. John machte sich sofort daran, die Steaks und vegetarische Pies zuzubereiten, während die Touristen nun Gelegenheit hatten, Kängurus zu füttern - da war ich natürlich dabei.
Neben der Grillhütte befand sich eine kleine Station, die verletzte oder verwaiste Kängurus aufpäppelte. Zurzeit befanden sich hier fünf, in allen Größen, und man konnte ihnen ein Stück Frucht oder Brot geben und sie streicheln, was ich und auch die anderen natürlich liebten.
Nach dem Lunch fuhren wir nun zum Emmagen Creek, einem kleinen Teich im Regenwald. Erreichen konnte man ihn nur über den Bloomfield Treck, eine ausschließlich mit 4WD zu befahrende Straße, was für Touristen natürlich sehr abenteuerlich klingt und was in der Tat ganz schön holprig war.
Am Creek bereitete John einen Kessel Billy Tea, ein traditionelles Getränk der Buschleute.
Emmagen Creek
Nach traditioneller Art der Buschleute...
...wird der Kessel mit dem Billy Tea über dem Kopf geschwenkt!
Wir genossen den leckeren, wenn auch starken Tee und fuhren dann weiter zum Cape Tribulation Beach. An diesem berühmten Ort verbrachten wir verhältnismäßig wenig Zeit, jedoch genug, um den wunderschönen Strand zu sehen und zu einem Aussichtspunkt zu gehen, von dem aus man einen wahnsinnigen Ausblick auf die Bucht hatte.
Cape Tribulation Beach
Als letztes legten wir einen Stop am Alexandra Range Lookout ein. Hier hatte man einen schönen Blick über den Daintree National Park.
Danach überquerten wir den Daintree River mit einer Fähre und fuhren dann den weiten Weg nach Cairns zurück.
Diese Tour hat wirklich viel geboten!
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