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Während meiner ersten Australienreise arbeitete ich auf verschiedenen Farmen im Outback von Queensland und reiste an der Ostküste entlang von Cairns nach Sydney.
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Es gibt auf der Welt einen einzigen Weg, welchen niemand gehen kann, außer dir. Wohin er führt, frage nicht! Gehe ihn! (Friedrich Wilhelm Nietzsche)
06.12. 06 - 09.12.06
Wieder in Cairns angekommen, machte ich mich auf den Weg zum Mt. Whitfield Conservation Park. Dieser Park ist ein Naturschutzgebiet am Berg Mt.Whitfield am Stadtrand von Cairns.
Ausblick vom Mt.Whitfield auf Cairns
Im Mt.Whitfield Conservation Park
Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Bus zum Trinity Beach. Leider dauerte es eine Stunde, bis ich tatsächlich im Bus saß, obwohl alle paar Minuten ein Bus kam. Ich hatte nicht gewusst, dass die Busse nicht halten, wenn man ihnen nicht zuwinkte und stand so wie ein begossener Pudel am Straßenrand, mich wundernd, warum alle Busse vorbeifuhren!
Doch schließlich fragte ich einen Passanten, was ich falsch machte, und er erklärte es mir, so dass ich fünf Minuten später endlich im Bus nach Trinity Beach saß.
Trinity Beach befindet sich nördlich von Cairns und war trotz des regnerischen Wetters einen Besuch wert!
Hinter dem Strand gibt es einen schönen Wanderweg
Die Zeit verging wie im Flug und schon war der Freitag gekommen - der Tag an dem ich meine neuen Arbeitgeber traf. Ich hoffte nun inständig, dass es mit ihnen gut klappte.
Die Kinder gingen zur Cairns Distance Education School, ein Ableger der School of the Air für Kinder, die sehr weit im Outback leben und eben keine normale Schule besuchen können.
Die Familie wohnte zurzeit in Cairns, da die Kinder am Ende des Schuljahres für zwei Wochen in der Stadt sein mussten, wo sie sich mit den anderen Kindern der Schule trafen, ein paar Unterrichtsstunden hatten und Aktivitäten ausübten wie z.B. schwimmen.
An diesem Tag waren alle zu einer Abschlussfeier in einem großen Schwimmbad eingeladen, in dem es ein Buffet gab. Die Kinder hatten viel Spaß im Wasser und sogar Santa Claus schaute vorbei. Die Familie holte mich morgens am Hostel ab und nahm mich mit zu der Abschlussfeier. Ich war wirklich happy, denn ich mochte alle auf Anhieb sehr. Mit Greg und Margaret, den Eltern, konnte ich mich sehr gut unterhalten und die Kinder (James, Kate und Troy) waren wirklich lieb und offen und gingen von Anfang an auf mich zu. Ich war glücklich und sicher, nun endlich den richtigen Job gefunden zu haben.
Für die Zeit in Cairns hatte die Familie ein Häuschen in einem Holiday Park gemietet
Im Holiday Park
Barbecue bei Freunden - Greg steht am Grill
Am Samstag hieß es nun Großeinkauf! Die Farm der Familie - Strathburn Station - befand sich im Norden, ca. 600 km von Cairns, und die Regenzeit begann. Bis Mitte April würde die Farm eingeschlossen und nur mit einem Flugzeug erreichbar sein.
Da die Farmen meist nur durch Sandpisten erreichbar sind und nicht durch geteerte Straßen, sind sie während der Regenzeit komplett abgeschnitten, die Pisten sind nicht befahrbar, kleine Bäche werden zu reißenden Flüssen und natürlich gibt es keine Brücken.
Daher musste nun die gesamte Nahrung für vier bis fünf Monate eingekauft werden! Abgesehen von etwas Obst und Gemüse, die das Postflugzeug brachte, mussten Margaret und Greg nun alles besorgen, was sie für diese Zeit benötigten und so half ich, einen Einkaufswagen nach dem anderen voll zu laden. Am Ende waren es siebzehn Wagen voll! Die Mitarbeiter des Supermarktes packten dann alles auf große Paletten und am Ende luden Greg und Margaret alles auf einen großen Truck.
Das ist der Truck, auf den die Lebensmittel geladen wurden, außerdem fünf Rinder und ein Pferd, die Greg Freunden abgekauft hatte
Wenn man alles für vier Monate kaufen muss, ist man natürlich eingeschränkt. Margaret buk ihr eigenes Brot und ansonsten beschränkte sich die Nahrung auf Nudeln, Gemüse, Porridge, Marmelade, etwas Käse und Obst und natürlich Rindfleisch, wie sie mir erklärte. Schokolade und ähnliches esse die Familie sowieso nur, wenn sie in der Stadt sei. Sie aßen nur "Friendly Food", eine Ernährungsart, die jegliche künstliche Farbstoffe und jegliches Junkfood oder Süßes verbietet, da dies Auswirkungen auf den Charakter und das Verhalten habe, z.B. Aggressionen und Depressionen hervorrufe.
Für mich tat sich hier ein ernstes Problem auf - vier Monate ohne Schokolade, vier Monate nur von Obst, Brot und Gemüse leben? Und das vierhundert Kilometer entfernt vom nächsten Supermarkt?
Heimlich eilte ich noch einmal in den Supermarkt und kaufte einen riesigen Schokovorrat - mein Überleben war gesichert!
Mein Schokovorrat...
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