Neuseeland-Reisebericht :sieht so aus, als flöge ich um die Welt...?

Neuseeland : 17.04. Queenstown to Dunedin

Ich kann so richtig ausschlafen, da die Abfahrt erst um 10.30 ist, also liege ich um 8.00 noch gemütlich im Bett. Kurz nach 9.00 gehe ich zum Frühstück, die Deutschen sind auch wieder da, natürlich sagt keiner 'Guten Morgen' und ich bin es nun auch endgültig leid.
Nach dem Auschecken gehe ich nochmal in die Bibliothek, aber leider ist der Empfang dort so schlecht, daß ich keine Verbindung bekomme.Vermutlich sind zu viele Leute online und mein kleines tablet kommt dagegen nicht an. Aus der Jagd nach der Sonne wird in Neuseeland die Jagd nach dem Internet. Ich gehe die Straße runter zum Booking Desk von AJ Hackett, denn bei denen steht an der Scheibe "free internet". Die Verbindung ist auch hier schlecht und ich muss ohnehin los zum Bus, also wieder kein Kapitel freigegeben.
Ich hole meinen Foodbag aus dem Kühlschrank und mein Gepäck aus dem luggage room, unterwegs helfe ich noch nem Mädel, das einen riesen Koffer und mehrere Taschen hat. Ich würde verrückt werden, müsste ich so reisen. Meine zwei Taschen sind mir schon zuviel.

Ich warte in der Lobby auf den Bus. Ein paar andere sind auch mit Gepäck da, aber nicht viele.
Dann kommt ein Typ rein und ruft etwas mir Unverständliches, könnte 'Deep South Kiwi Experience' gewesen sein. Ich frage die Gruppe Jungs neben mir. Ja, tatsächlich, es geht los. Allerdings steht draußen immer noch kein Kiwi Bus.
Der Fahrer deutet die Straße runter auf einen Kleinbus, der da steht. Ok, es scheinen wirklich nicht viele Leute die Deep South Tour zu machen. Wohin mit dem Gepäck? Einfach hinten rein. Selbst der kleine Bus ist nicht ganz voll, so dass ich eine Zweierreihe für mich bekomme. Die brauche ich auch, denn das Gepäckfach ist zu klein für meinen Foodbag.

Im Minibus

Im Minibus

Mit dem Kleinbus namens Phil gondeln wir Richtung Dunedin. Die Gruppe besteht aus drei Asiaten, die wohl zusammen reisen und einer Menge native speaker, ich tippe auf Engländer, die sich untereinander schon kennen. Auch eine Deutsche ist dabei. Ich habe sie gestern schon beim Einchecken gesehen, sie stand hinter mir und wurde ebenso wie ich, von den ganzen Schweden überholt.

Ich schreibe die meiste Zeit der Fahrt und höre Musik.

Wir halten am Clyde Damp, dem größten in Neuseeland am zweitgrößten Fluß Neuseelands für ein Foto.

Der Damm

Der Damm

Der Kiwibus

Der Kiwibus

Dann folgt ein Stop für Lunch in einem wirklich entzückenden (und ich nutze das Wort nicht leichtfertig...bislang nicht einmal in diesem Blog) kleinen Örtchen. Allerdings kosten Sandwichs in dem kleinen Laden mal eben 7$.
Ich stehe in der Schlange und überlege. Die Deutsche steht hinter mir, sie sieht genauso zweifelnd aus. Ich habe soviel Essen in meiner Kühltasche, sage ich zu ihr, ich sollte hier wirklich kein Sandwich, das ich genauso gut selbst machen kann und schon gar keinen Kuchen kaufen. Denn ungetoastetes Toastbrot, Salat und Roastbeef hab ich auch in meiner Kühltasche.
Ich verlasse die Schlange und Janika kommt mit. Auf dem Weg zum Bus und während wir auf Reese warten, plaudern wir etwas.

Ent

Ent

Zück

Zück

End

End

Weiter geht's. Irgendwann meint Reese, unser Busfahrer, dass wir fast da sind. Wäre es nicht so verhangen und regnerisch, könnten wir jetzt einen ersten Blick auf Dunedin und seinen Hafen links von uns werfen.
Die Stadt hat tatsächlich in völlig anderes Erscheinungsbild verglichen mit anderen neuseeländischen Städten bislang. Es soll hier aussehen, wie in Schottland. Da ich nie dort war, weiß ich nicht, ob es so ist. Jedenfalls ist es urig, mit lauter kleinen Holzhäusern, die auf den Hügeln der Stadt erbaut sind. Es scheint nicht eine Ebene zu geben.
Wir halten für einen Fotostop an der steilsten Straße der Welt. Da es mittlerweile ordentlich regnet, kommt das Bali Regencape wieder zum Einsatz. Die Straße ist echt steil, nur kommt das auf Fotos leider nicht so rüber. Hier bewährt sich mal wieder der Fischaugeneffekt meiner Cam, ich kann es noch besser einfangen, als Janikas Cam. Ich lege mich auch auf die Straße für ein Foto, das Janika netterweise macht, dabei stelle ich einen anderen interessanten Effekt fest: der starke Regen läuft die Straße runter und direkt in mein Regencape.

Wir präsentieren, die zu einem steilste Straße der Welt

Wir präsentieren, die zu einem steilste Straße der Welt

Wenigstens ist es jetzt warm

Wenigstens ist es jetzt warm

Huuui
Nein, ich bin nicht gerutscht, sieht nur so aus )

Huuui
Nein, ich bin nicht gerutscht, sieht nur so aus )

Netterweise gibt's nen Wasserspender oben...Wobei wir auch einfach den Mund öffnen können

Netterweise gibt's nen Wasserspender oben...Wobei wir auch einfach den Mund öffnen können

Häuschen am Straßenrand

Häuschen am Straßenrand

Und die Palmen haben Häkelschmuck

Und die Palmen haben Häkelschmuck

Nachdem wir alle deutlich nasser als vorher wieder im Bus angekommen sind, geht es zum Hostel, das in der Innenstadt liegt. Ich staune nicht schlecht, daß wir an immerhin zwei Kathedralen vorbeikommen und das alte Bahnhofsgebäude ist auch sehenswert, die würde ich mir alle gerne mal anschauen. Zur Bibliothek wollte ich aber auch, endlich mal wieder unbegrenzt online und es geht jetzt schon auf 5.00 zu. Erstmal gibt's eine Überraschung beim Betreten des Hostels, es sieht eher wie eine Billiardhalle aus. Weil es eine ist, das Hostel ist obendrauf. Oh, ok. Janika und ich kommen zusammen mit einem der zwei englischen Pärchen und dem Mädel, das immer bei ihnen hängt in ein 6-Bett-Zimmer. Müssen dann aber doch nochmal fragen, wo denn nun genau die Zimmer sind. Hinter der Rezeption durch die Tür und die Treppe hoch. Es ist ein schönes Zimmer, mit stabil aussehenden Betten. Da wir die Letzten sind, müssen wir die zwei übriggebliebenen Topbetten nehmen, die ziemlich hoch sind. Statt einer Leiter gibt es sowas wie einen Tritt, ein Bügel aus Plastik, auf den man den Fuß setzen kann. Na hoffentlich muss ich heute Nacht nicht aufstehen.
Mein Eindruck, dass die beiden Pärchen und das Mädel mit anderen nicht wirklich reden, vertieft sich. Janika bestätigt das, sie hat es eine Weile versucht und dann aufgegeben, weil einfach nichts zurück kam. So gehts mir auch. Positive Überraschung beim CheckIn war der Voucher für freies Internet, nur leider kann ich mich nicht connecten, vermutlich zu viele Handys drin, für mein schwaches Endgerät. Auch direkt an der Rezeption ist es nicht besser.
Also beschließe ich zur Biobliothek zu gehen, die sollte ohnehin direkt gegenüber sein. Janika schließt sich an, denn sie will Fotos übertragen. Die Bibliothek ist tatsächlich direkt gegenüber, zum Glück, denn es regnet immer noch wie verrückt. Das Internet ist super und ich beschließe, solange zu bleiben, bis sie mich rausschmeißen, was sie erst um 8.00 tun. Dann kaufe ich noch schnell Chips, Gummibärchen und Sodawasser im Supermark und ab ins Hostel. Von der tollen Stadt Dunedin habe ich leider gar nichts gesehen. Vielleicht kann ich morgen früher aufstehen.

Ich koche mir Ravioli Suppe zum Abendessen und esse die Chips dazu. Janika leistet mir netterweise Gesellschaft und hilft mir mit den Chips. Wir quatschen über dies und das und plötzlich bin ich mitten in einer Vorsogeberatung! Des Bankers Schatten verfolgt mich, schätze ich. Da ich es endlich geschafft habe, mich einzuloggen kann ich sogar noch etwas freigeben.
Auf Haare waschen verzichte ich wegen der Kälte, lieber Mützenfrisur als frieren. Dann klettere ich in mein Bett. Die Engländer sind weiterhin fern jeder Kommunikation mit uns. Dafür können wir uns in Deutsch über sie unterhalten. Normalerweise mache ich das ja echt nicht. Sobald noch jemand anders im Raum ist, spreche ich eine Sprache, die derjenige auch versteht. Schließlich kann sonst niemand ins Gespräch rein'poppen' und man lernt keine neuen Leute kennen. Ich habe bisher eigentlich grundsätzlich die deutsche Sprache verweigert, schon allein aus Übungswecken. Aber in dem speziellen Fall mache ich mal ne Ausnahme.
Leider muss ich noch zwei-, dreimal klettern, bevor ich alles bei einander habe. Dann arbeite ich am Blogeintrag von gestern. Ich will gerade freigeben, da flieg ich aus dem Internet. Mein Tablet hat ein update runtergeladen und dabei meine MBs verbraucht. Sowas Ärgerliches, ich war doch schon fertig. Naja, vielleicht finde ich morgen ne Chance. Jetzt wird erstmal geschlafen.
Das Mädel unter mir schnüffelt, schnauft und keucht leider nicht nur beim Einschlafen, sondern auch mitten in der Nacht, was zumindest Janika und mich aufweckt. Man kann sich eben seine Mitbewohner nicht aussuchen.

© Stefanie Förster, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ich habe nie von einer Weltreise geträumt. Schockierend, ich weiß. Überraschenderweise unternehme ich jetzt aber eine. Wie es dazu kam, wo ich lande und wie es da so ist, das berichte ich Euch hier... Wer mag, darf mitlesen. Mein Blog richtet sich vor allem an meine Familie und Freunde, sowie an Ex Kollegen. ...naja und natürlich an mich selbst: eine Weltreise ist ein tolles Abenteuer liebe Steffi! ...nur Mut und einfach mal machen, wird schon schiefgehen ;)
Details:
Aufbruch: 11.01.2015
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 28.05.2015
Reiseziele: Sri Lanka
Thailand
Indonesien
Australien
Neuseeland
Fidschi
Vereinigte Staaten
Mexiko
Deutschland
Malaysia
Singapur
Der Autor
 
Stefanie Förster berichtet seit 33 Monaten auf umdiewelt.
Reiseberichte von Stefanie sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!