Wilde Küste Vancouver Island

Reisezeit: August / September 2006  |  von Jörg Knorr

Der Kreis ist geschlossen

Kurz vor Victoria ist Schluss mit Wildnis. Wochenend- und Sommerhäuser häufen sich und es wird schwer, hier einen Übernachtungsplatz zu finden. Auch die totale Ruhe findet man hier nicht mehr. Zu groß ist die Anzahl der Motorboote, die vorbeirauschen. Bin ich verwöhnt?

Andreas hat mich von der Hafenmole aus schon gesehen und erwartet mich am Steg bei "Ocean River Sports". Ich kann mein Boot hier 2 Tage sicher lagern und mir so einen Tag Easy Going in Victoria gönnen. Es wird der erste Tag ohne paddeln sein. Die Sonne scheint. Es ist ein großartiger Tag. Man gratuliert mir mehrfach zu meiner Vancouver Island Umrundung, die ich hier im Prinzip geschafft habe. Dass tut gut. Zum Abend lade ich meine Freunde zum Dinner ins "Pluto´s" ein. Fast schon fühle ich mich hier etwas zu Hause. Ich wohne 2 Tage bei Carol und Andreas und verbringe einen Tag mit Bummeln, Kaffe trinken, im Restaurant essen und einfach nur am Hafen sitzend. Das Leben kann so schön sein. Hier und jetzt, in Victoria, British Columbia, Kanada.

Ich habe noch Zeit und will meine Reise dort beenden, wo ich sie begonnen habe. In Horseshoe Bay, Vancouver. Damit liegen noch gut 200 km vor mir. 200 km von Victoria durch die Gulf Islands. Eine wichtige Zwischenstation für mich ist Saltspring Island. Hier wohnen Gary und Anna, die ich noch besuchen möchte. In Fulford Harbour finde ich einen Hafen, der nahe eine Straße liegt. Und eine Telefon ist auch nicht weit. Eine halbe Stunde später holt Anna mich mit dem Auto ab. Die Kajakträger hat sie noch von der letzten Tour auf dem Auto. Eine weitere halbe Stunde später sitzen wir zusammen mit Gary in der Küche und trinken Kaffe. Nach einer ausgiebigen Dusche machen wir noch einen kleinen Ausflug auf einen Berg, von dem aus man einen tollen Ausblick über Saltspring Island nach Vancouver Island hat. Und abends gibt es Lammbraten mit Kartoffeln und Bohnen. Bei einer Flasche Rotwein quatschen wir bis in den späten Abend. Am nächsten Morgen fährt mich Gary nach dem Frühstück wieder zum Wasser und ich gehe meine letzten Etappen Richtung Vancouver an.

Die Gastfreundschaft der Kanadier wird mir fehlen, wenn ich zurück sein werde in Deutschland. Aber das Hier und Jetzt zählt.

Auf Texada Island muss ich das erste mal unfreiwillig einen Tag an Land verbringen. Starker Wind weht den ganzen Tag aus SW direkt in meine kleine Minibucht. Ich hoffe dass das Wasser nicht so hoch steigt, da mein Zelt sonst absaufen könnte. Kein gutes Gefühl. Alles geht gut, auch wenn die Wellen nur 2 m vom Zelt entfernt an den Strand klatschen und das Wasser teilweise auf´s Zelt spritzt.

Am nächsten Tag komme ich weiter. Genau wie am ersten- paddle ich auch am letzten Tag wieder zusammen mit Edwin. Wir haben uns auf Keats Island getroffen und werden heute, am 20. September, meinen Kreis um Vancouver Island schließen. Leider bei Regen. Seit der letzten Nacht regnet es ununterbrochen. Wenn auch nicht extrem stark, so doch stetig. Mein 3. Tag Regen in 6 ½ Wochen. Ich hatte Glück mit dem Wetter. Der trockenste und wärmste Sommer seit mehr als 60 Jahren! Klitschnass aber stolz, glücklich und zutiefst zufrieden steige ich in Horseshoe Bay aus meinem Kajak.

Moude Island

Moude Island

Texada Island

Texada Island

Einfahrt Victoria Hafen

Einfahrt Victoria Hafen

Wasserhäuser in Victoria

Wasserhäuser in Victoria

Victoria Downtown

Victoria Downtown

Ausfahrt Vivtoria, im Hintergrund die USA

Ausfahrt Vivtoria, im Hintergrund die USA

letzter Tag mit Edwin

letzter Tag mit Edwin

glücklich zurück in Horseshou Bay

glücklich zurück in Horseshou Bay

© Jörg Knorr, 2006
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Umrundung der größten Insel an Amerikas Pazifikküste im Kajak. Atemberaubende Wildnis, Wale ganz nah und offenherzige gastfreundliche Menschen. So lässt sich in etwa beschreiben, was den Reisenden hier erwartet. Ein intensives Naturerlebnis der besonderen Art.
Details:
Aufbruch: 06.08.2006
Dauer: 7 Wochen
Heimkehr: 20.09.2006
Reiseziele: Kanada
Der Autor
 
Jörg Knorr berichtet seit 20 Jahren auf umdiewelt.
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