USA-Reisebericht :Yellowstone, wir kommen!

Kayenta - Mount Carmel Junction

09.08.2005, Dienstag

Ein Besuch im Wal-Mart und ein Hotel auf einem Golplatz.

Unter den gegebenen Umständen sind Ingrid und ich natürlich schon früh munter. Frühstück gibt's zwar erst ab 7 Uhr, aber wir versuchen es schon mal früher. Nein, es wird noch niemand durch die offene Tür reingelassen. Auf dem Weg durch das Hotelgebäude überall die schwarzen Tierchen, tot oder lebendig. Ich versuche auch jetzt, nur nicht draufzutreten. Auch hier wieder Continental Breakfast, aber egal, nur schnell weg. Ingrid passt auf, dass sich kein Tier in unseren Koffern und Taschen versteckt hat. Schnell alles zu und ab ins Auto. Glücklicherweise sind alle bald fertig und wir können diesen ungastlichen Ort verlassen...

Es geht bei kühlem Wetter etwa 60 km auf der gestern befahrenen Straße zurück. Die beiden Dips von gestern sind heute morgen nicht mehr überflutet, aber es liegt doch noch ganz schön viel Geröll herum. Niemand fühlt sich aufgefordert, sie sauber zu machen. Insgesamt sind sie aber natürlich kein Problem mehr. Rechts beginnt wieder die Eisenbahnlinie, die mir schon letztes Jahr und natürlich auch gestern aufgefallen war. Sie sieht neu und ungewöhnlich in dieser Gegend aus. Hier am Anfang sieht man unheimlich lange Laufbänder aus den Bergen kommen. Was man damit wohl befördert?

Schöne Gegend hier

Schöne Gegend hier

Endlich biegen wir rechts nach Page ab. Diesen Ort habe ich letztes Jahr vom Flugzeug aus gesehen. Dabei ist mir ganz besonders die Brücke über den Colorado aufgefallen. Daher freue ich mich, diesen Ort nun genauer sehen zu können. Aber erst einmal geht es durch hügeliges weites Land mit unzähligen Wacholdersträuchen. Immer wieder markante Steinberge mit schroff abfallenden fast senkrechten Wänden. Kurz vor Page taucht die Bahnlinie auf der rechten Seite auf. Und auch einige hohe Schornsteine in weiter Entfernung. Nach vielen Meilen kommen wir direkt daran vorbei: Es handelt sich hier ganz einfach um ein riesiges Kohlekraftwerk und die Bahn befördert die Kohle dahin.

Das Kraftwerk verschandelt die ganze Gegend hier

Das Kraftwerk verschandelt die ganze Gegend hier

Endlich fahren wir nach Page hinein. Hier soll ein Wal-Mart-Supercenter stehen. Also fragen wir kurz und schon sind wir da und drin. Ein solches Einkaufserlebnis blieb uns ja letztes Jahr verwehrt. Daher freuen sich alle rum und natürlich auch Ingrid und ich, und alle schlagen zu. Zwei Stunden später haben alle ihre Kauf- und Essenslüste befriedigt. Mike muss erstmal umpacken, damit alles im Auto untergebracht werden kann. Ich habe jetzt vor allem auch eine Liste mit sämtlichen Wal-Marts in den USA mit zusätzlichen wichtigen Infos.

Na, hoffentlich paßt das alles noch ins Auto...

Na, hoffentlich paßt das alles noch ins Auto...

Dann fahren wir die drei Meilen zum sehenswerten Glen Canyon Dam. Direkt hinter der Brücke ein toller Aussichtspunkt. Links beginnt der blaue Lake Powell mit seinen einzigartigen felsigen Uferformationen; rechts der Colorado River mit tiefgrünem Wasser. Direkt neben uns die Stahlbrücke und die Staumauer. Ganz schön heiß wieder. Trotzdem ein imposanter Ausblick.

Tolle Brücke

Tolle Brücke

Links der Staumauer ist das Wasser blau...

Links der Staumauer ist das Wasser blau...

...rechts grün!

...rechts grün!

Lake Powell

Lake Powell

Nach ausgiebigem Fotostopp fahren wir auf der Landstraße weiter. Schöne Gegend, hügelige Straße, macht Spaß. Links weisen Schilder auf pinkfarbene Dünen hin. Ich würde ja gerne den Abstecher machen. Aber Harry fährt weiter geradeaus. Beim nächsten Tankstopp in Kanab erzählt er uns dann, dass sich ein Abstecher nicht gelohnt hätte. Er war da vor Jahren schon mal und alle waren enttäuscht.

Hier in Kanab müssen wir rechts abbiegen und fahren nochmal achtzehn Meilen durch eine wunderschöne felsige und bergige Gegend. An der nächsten Kreuzung, Mt. Carmel Junction, (junction = Kreuzung) befindet sich unser Hotel Best Western Thunderbird Resort. Es dauert zwar wieder mal ganz schön lange, aber irgendwann verteilt Harald nach und nach die Key Cards und wir können zu unseren Zimmern, die reihenhausmäßig in einem saftiggrünen kleinen Golfplatz eingebettet sind. Daher ist die Hitze hier im Gelände auch nicht mehr so stark.

Schöner Parkplatz für eine GoldWing

Schöner Parkplatz für eine GoldWing

Ein paar von uns vergnügen sich erstmal im Pool. Ingrid und ich ruhen uns lieber im Schatten unseres Häuschens aus. Bald gesellt sich Harald zu uns. Ich hole etwas Bier an der Tankstelle und so haben wir einen angenehmen Spät-Nachmittag. Während ein paar von uns mit dem Wagen dann in den nahegelegenen Zion National Park fahren, mache ich ein paar Fotos am und im Hauptgebäude. Hier hängen auch zum ersten Mal wieder Kolibri-Tränken und so kann ich diese putzigen Vögel ausgiebig beobachten.

Kolibris

Kolibris

Abends, beim Essen, kommen dann die Ausflügler vom Zion-Park zurück. Sie berichten, dass hinter ihnen ein Felsen auf die Straße gestürzt sein soll. Ist aber nur Spaß, ich habe mir unnötig einen Schrecken einjagen lassen. Wegen des, mal wieder, schlechten Wetters war ihr Ausflug aber "nur" schön. Ingrid und ich waren ja schon zweimal dort und waren vom Zion immer total begeistert.

Nach dem Essen nehmen wir unseren Schlaftrunk wieder gemütlich draußen im Freien ein. Und so endet ein schöner Tag in einem schönen Hotel, das ich hier gerne weiter empfehlen kann.

© Wilfried Virmond, 2005
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Auf sechs GoldWings durch den Südwesten der USA. Von Wilfried R. Virmond
Details:
Aufbruch: 01.08.2005
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 18.08.2005
Reiseziele: Vereinigte Staaten
Kayenta
Der Autor
 
Wilfried Virmond berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Wilfried sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
Bild des Autors
Wilfried über sich:
Ich bin über sechzig Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Mein Beruf: Kaufmann in der Edelmetallbranche, ofiziell aber inzwischen im Ruhestand. Mein größtes Hobby: GoldWing-Fahren und Reisen, Reisen, Reisen. Vor allem in den USA. Inzwischen zieht es mich aber immer mehr nach Thailand, das den USA ja in vielen Dingen sehr ähnelt. Wer noch nicht in beiden Ländern war, wird es sich wohl kaum vorstellen können.