Rückenwind

Reisezeit: Januar 2010 - März 2011  |  von Marco Burkhart

Chile: Pisco Elqui

In Pisco Elqui startet die oenologische Entdeckungstour des chilenischen Nationalgetraenk Pisco. Basis des Weinbrands sind mehrere Varianten des Muskateller. Aus der Traube wird der Most vergoren und anschliessend zum Pisco destilliert.

Im Valle Elqui scheint an 320 Tagen die Sonne, also ein Paradies fuer Urlauber. Die Sonne wird mit dem Hotel quasi mitgebucht. Die Berge sind voellig ausgedoerrt, es herrscht Wassermangel in dieser Halbwueste. Nur mit Bewaesserung kann hier Weinbau betrieben werden.
Im Mai ist die Weinlese in den letzten Zuegen, die Blaetter verfaerben sich schon. Ich mache mich mit dem Radl zu drei Brennereien auf und poliere mein Wissen ueber dieses edle Getraenk auf.

Weinberge im Valle Elqui

Weinberge im Valle Elqui

Fasslager fuer Pisco

Fasslager fuer Pisco

traditionelle Brennerei

traditionelle Brennerei

Observatorium Mamalluca

Der klare, wolkenlose Himmel in der Region ist praedestiniert fuer Stern-Observatorien. In Chile steht das leistungsstaerkste Teleskop der Welt mit dem eigentuemtlichen Namen VLT (Very Large Telescope), finanziert von dem europaeischen Konsortium ESO. In 2018 wird ein noch groesseres Teleskop mit 42 m Durchmesser und dem ulkigen Namen E-ELT (European Extremely Large Telescope) eingeweiht.

In Mamalluca steht ein Observatorium fuer Touristen. Mit dem blossen Auge sind dort drei Galaxien zu erkennen: Unsere Milchstrasse, die Magellanschen Wolken in 200.000 Lichtjahren Entfernung sowie die Andromeda Galaxie in 2,5 Mio. Lichtjahren Entfernung.
Die Fahrt von Anfang zum Ende der Milchstrasse wuerde 100.000 Lichtjahre dauern. Wenn man jetzt ueberlegt, dass das Licht eine Milliarde Kilometer pro Stunde zuruecklegt, muss man sich als Mensch heftig beeilen um das Ende der Reise zu erleben.

Die Fuehrung macht dir klar, wie winzig und unwichtig wir im Universum sind. Diese Dimensionen bereiten dir Kopfschmerzen, das liegt einfach ausserhalb der Vorstellungskraft.
Es gibt in unserem Universum etwa 200 Billionen Galaxien. Doch was kommt dahinter? Irgendwie muss es ja weiter gehen, oder? Noch ein Universum? Wieviele Erden und baugleiche Marcos gibt es noch? Diese und noch viele weitere Fragen sind mir anschliessend durch den Kopf gegangen. Anworten hab ich keine gefunden. Es spielt auch keine grosse Rolle, denn in 5 Milliarden Jahren ist unsere Sonne eh abgebrannt. Dann fahr ich erstmal in Urlaub.

Wer noch ein wenig in der Sternenwelt stoebern moechte, kann dies auf www.stellarium.org machen.

© Marco Burkhart, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Am Donnerstag, 28. Januar früh fuhr ich mit dem geliehenen Citroen "Jolly" Jumper, über die Elbbrücken Richtung Freiburg. Auf Delta Radio lief "Rückenwind" von Thomas D. Ich dachte nur, was gibt es passenderes als Titel für dieses Kapitel?
Details:
Aufbruch: 31.01.2010
Dauer: 14 Monate
Heimkehr: 31.03.2011
Reiseziele: Argentinien
Chile
Antarktis
Brasilien
Bolivien
Peru
Ecuador
Kolumbien
Panama
Costa Rica
Botsuana
Sambia
Mosambik
Südafrika
Namibia
Ruanda
Tansania
Der Autor
 
Marco Burkhart berichtet seit 14 Jahren auf umdiewelt.
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