Chile-Reisebericht :Bis nach Südamerika und noch viel weiter.... :-)

Chile (Teil 1)

"Bandera de Chile" oder auch "La Estrella Solitaria" (seit 18. Oktober 1817)......Blau steht für den Himmel, Weiß für den Schnee der Anden und Rot für den Mut und das Blut der Helden. Der weiße Stern symbolisiert Ehre und Fortschritt.

"Bandera de Chile" oder auch "La Estrella Solitaria" (seit 18. Oktober 1817)......Blau steht für den Himmel, Weiß für den Schnee der Anden und Rot für den Mut und das Blut der Helden. Der weiße Stern symbolisiert Ehre und Fortschritt.

CHILE

....südamerikanisches Land Nr#4 auf meiner Reise.

Für alle Nicht-Geografen,...das ist das laaaaange Land im Westen von Südamerika. Chile hat in Nord Süd Richtung eine Ausdehnung von rd. 39 Breitengraden,.....da kein normaler Mensch jedoch in Breitengraden denkt,.....umgerechnet rund 4.300 km. In der Breite misst es im Durchschnitt gerademal 180 km,...an der "dicksten" Stelle 440 km,...an der dünnsten nur 90 km. Trotzdem ist es mit rund 755.000 km² ungefähr 8,88-mal so groß wie Österreich und hat mit gerademal 16,7 Millionen Einwohnnern knapp die doppelte Anzahl an Einwohnern. Aufgrund der enormen Nord Süd Ausdehnung gibt es die unterschiedlichsten Klimazonen,....ich lass das jetzt mal sein alle zu erwähnen . Wir merken uns einfach "vielfältiges Klima".

Der Name Chile stammt nicht von der Chillischote,...die heißt auf Spanisch nämlich aji. Genau weiß es eigentlich auch niemand, aber die anerkannteste Erklärung besagt das Chile sich aus dem aymarischen Wort "chilli" ableitet, was so viel heißt wie "Land, wo die Welt zu Ende ist",.....macht Sinn

Vor Kolumbus lebten hier verschiedene indigene Völker und auch die Inkas hatten einen Großteil des Landes unter ihrer Herrschaft. Als die Spanier dann allmählich Südamerika überrollten, wurde auch das heutige Chile zur spanischen Provinz. Mangels reicher Bodenschätze, wie etwa in Bolivien, hatte die Provinz für die Spanier wenig Bedeutung. Diese nahm erst später zu, als landwirtschaftlich im Land mal was weiterging.

Chile ist hinsichtlich der Unabhängigkeitsbewegung nicht so involviert in die Machenschaften von Bolivar, Sucre und wie sie alle heißen,...weswegen diese Freiheitskämpfer auch wenig Bedeutung für das heutige Chile haben. Als "einziger und tatsächlicher" Befreier Südamerikas von der Herrschaft der Spanier gilt hier Jose de San Martin,....was auch in diesem Land zu einer leicht inflationären Verwendung des Namens als Bezeichnung für Straßen, Plätze, Schulen, etc. zur Folge hat. So sitze ich, während ich diese Zeilen schreibe, in Mendoza in der Avenida de San Martin,...neben dem San Martin Plaza gelegen,... und eine San Martin Bibliothek gibt's grad mal 2 Blocks von hier .

Als also die Spanier hier regierten,...damals unter Napoleons Bruder Joseph,...wurde schnell mal eine Junta ins Leben gerufen, welche begann die Spanier zu bekämpfen,...das war 1808. Endgültige Unabhängigkeit gab's aber erst 1818 nachdem San Martin in der Schlacht von Maipu den spanischen Widerstand endgültig brach. Erster Präsident wurde O'Higgins,...weshalb auch diverse Seen, Straßen, etc. nach ihm benannt sind,...obwohl er gleich mal 1823 gestürzt wurde und ins Exil nach Peru gehen musste.

Aus den Wahlen 1970 ging ein linkes Bündnis aus Kommunisten, Marxisten und Sozialisten als stärkste Kraft hervor. Diese Tatsache passte den USA und Europa natürlich nicht und so wurde kurzer Hand wirtschaftlich boykottiert. US Präsident Eisenhower sah sich in seiner Domino Theorie bestätigt, dass die Länder Südamerikas nach und nach dem Kommunismus zum Opfer fallen würden. Außenminister Kissinger meinte sogar "Ich sehe nicht ein, weshalb wir zulassen sollen, dass ein Land marxistisch wird, nur weil die Bevölkerung unzurechnungsfähig ist.".....hmmm,...nett,....na jedenfalls gab's einen Boykott. Die wirtschaftliche Lage führte jedoch recht schnell dazu, dass die politische Situation immer labiler wurde,....und so kam es schließlich am 11. September 1973 zum blutigen Militärputsch und zur Machtübernahme von Augusto Pinochet.

Unter Pinochet wurden unzählige Geheimgefängnisse im Land installiert, in denen Oppositionelle und deren Sympathisanten nicht selten zu Tode gefoltert wurden. Andere wurden einfach mit dem Flugzeug raus aufs Meer geflogen und dort ins Wasser geworfen. Aufgrund der ständigen Menschenrechtsverletzungen gingen in diesen Jahren tausende Chilenen ins Exil. Den USA und Europa hingegen war ein menschenrechtsverletzender Junta-Präsident deutlich sympathischer als der Kommunismus und so kam es ab der Machübernahme wieder zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Unterstützung des Westens. Erst 1989 kam es nach 15-jähriger Militärdiktatur zu den ersten freien Wahlen, nachdem sich 1988 bei einer Volksabstimmung rund 55% gegen eine weitere Amtszeit Pinochets aussprachen. Der nachfolgende Präsident Alwin setzte zwar Großteils die Politik Pinochets fort begann aber "behutsam" mit der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur - 1993 standen erstmals Offiziere wegen Menschenrechtsverletzungen vor Gericht.

Pinochet hingegen blieb bis 1998 Heereschef und wurde danach zum Senator auf Lebenszeit ernannt, was ihm in Chile Immunität verlieh. Ende 1998 reiste Pinochet aus gesundheitlichen Gründen nach Großbritannien. Bei diesem Aufenthalt stellte Spanien einen Auslieferungsantrag an GB,...da unter der Militärdiktatur auch Spanier getötet wurden. Dem Antrag wurde stattgegeben und so wurde Pinochet am 16. Oktober 1998 verhaftet und ausgeliefert. 2001 wurde er jedoch aus gesundheitlichen Gründen für "nicht verhandlungsfähig" erklärt und starb so 2006 ohne Verurteilung in Santiago de Chile. Heute ist Chile eine Präsidialrepublik.

Kriege und Grenzstreitigkeiten gab's, wie sollte es anders sein, natürlich auch. Der wichtigste Krieg ist der Salpeterkrieg gegen Peru und Bolivien. Als Folge dieses Krieges verlor Bolivien (wie in früheren Kapiteln berichtet) den Meerzugang und Peru gab einige südliche Gebiete rund um Arica ab. Daneben gab es noch zahlreiche Grenzstreitigkeiten mit Argentinien die 1902 schließlich mit einem noch heute von beiden Staaten akzeptierten völkerrechtlichen Vertrag beigelegt wurden. Die Grenzstreitigkeiten mit Bolivien wurden 1904 endgültig beigelegt.

Einzige noch immer existierende "Streitigkeit" mit Peru besteht in der Frage welches Land nun den Pisco Sour als Nationalgetränk bezeichnen darf,.... den Pisco Sour bezahlt man hier übrigens mit dem Chilenischen Peso. Ein Euro entspricht dabei rund 650 Pesos,....was das Zahlen dann schon etwas mühsam macht. Man geht dann schon mal um 10 luca (=10.000 Pesos) einkaufen,...bekommt aber trotzdem 5 Pesos als Wechselgeld retour (entspricht ungefähr 0,00765 Euro). Das Preisniveau ist etwas geringer als jenes Europas,....also es ist genauer gesagt nur ein bissl billiger und somit ein budgetärer Supergau wenn man aus dem billigen Bolivien kommt. Grundsätzlich ist alles rund vier bis fünf Mal so teuer wie in Bolivien.

So,....nun aber genug der Hardfacts,.....warum bin ich hier,...was sind meine Pläne.

....hmmm,....Pläne?,.....nach mehrmaligem hin und her haben sich meine ursprünglichen Pläne um 180 Grad gedreht. Jeder der meine nun geplante Reiseroute durch Chile und später Argentinien auf einer Landkarte sieht, muss mich zwangsweise für absolut unzurechnungsfähig halten, enteignen und in die Geschlossene einweisen....das hat aber (neben geistiger Verwirrung ) mehrere Gründe.

Meine ursprünglichen Pläne sollten mich ja nach einem Jahr Südamerika nach Neuseeland führen,...nachdem es dort dann aber kalt ist und der Winter vor der Tür steht, hat sich alles geändert - neuer Plan: Brasilien. Zunächst besuche ich, anstelle die 4.300 Kilometer in Chile gegen Süden zufahren, Chile nur für kurze Zeit im Norden (San Pedro & Iquique). Danach geht es rein ins schöne Argentinien,....Richtung Süden an Salta, Cordoba und Mendoza vorbei und dann nach links,...also in den Westen,....wieder nach Chile hinein,..... Santiago und schließlich in den Süden nach Pucon (Villarica-Vulkan) und Puerto Mont und von dort aus mit der Fähre nach Patagonien. Dort angekommen springt man sowieso ständig, aufgrund des komischen Grenzverlaufs, zwischen Argentinien und Chile hin und her. Wieder in Richtung Norden unterwegs, geht's ins argentinische Bariloche und schließlich wieder nach Santiago. .....häää?,..da warst du doch schon!,....ja ich weiß,...aber!,.... da derzeit ein Flug zu den Osterinseln rund 1.300 Euro kostet und der selbe Flug im April um 400 Euro zu haben ist, versuch ich mein Glück die Insel zu besuchen nochmal zu einem späteren Zeitpunkt. Sollte das alles so klappen, geht es danach Richtung Buenos Aires und dann weiter. Das hört sich jetzt zwar noch nicht ganz so verrückt an,...aber ihr kennt meine Pläne für Argentinien noch nicht (die outen mich dann endgültig als geistesgestört ).

Die Highlights in Chile sind jedenfalls: Weihnachten in der trockensten Wüste der Welt, der Atacamawüste (San Pedro),... Silvester am Strand von Iquique,...Santiago,...die Osterinseln,...die Nationalparks rund um Pucon und schließlich der chilenische Teil von Patagonien mit dem atemberauenden Nationalpark Torres del Paine.

Ich hoffe ihr begleitet mich auch auf diesem Teil meiner Reise,...viel Spaß beim Mitreisen

Euer Matthias

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Ab Juni 2011 geht es einmal um die Welt,...so ist zumindest der Plan,…wie lange es tatsächlich dauert und wo es dann überall hingeht wird sich noch zeigen... Dieser Blog ist für alle, die wissen wollen wo auf der Welt ich mich gerade rumtreibe und was ich dort so erlebe. Das erste Jahr in Südamerika ist leider schon vorüber,...aber im Herbst geht's sofern alles klappt weiter in Richtung Asien und Ozeanien ,-) Freu mich natürlich über Nachrichten im Guestbook. Viel Spass beim „Mitreisen“!
Details:
Aufbruch: 15.06.2011
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: Juni 2013
Reiseziele: Ecuador
Cotopaxi
Peru
Bolivien
Chile
Argentinien
Paraguay
Uruguay
Brasilien
Österreich
Der Autor
 
Matthias Juranitsch berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.
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