Der Cotopaxi ist mit 5.897 Met­ern der höchste frei­steh­ende Vulkan der Welt: und ob­wohl er regelmäßig bestiegen wird, ist er immer noch aktiv und hat in den letzten Jahr­hun­derten oft große Schäden verursacht.

Schon bei seinem 1. bekannten Ausbruch 1534 änderte er die Geschichte: fliehende Inkas und panische spanische Eroberer ver­loren schnell die Lust am Kampf.

Und 1877 kam es zu so starken Ausbrüchen, dass die Schlamm­lawinen den 100 Km entfernten Pazifik erreichten! Allein die Stadt Latacunga wurde über die Jahre mehrfach zerstört.

Die Besteigung des Cotopaxi ist technisch einfach (Schwierig­keits­grad II/PD), aber dank der Höhe kaum ohne vorherige Akkli­mat­isierung zu meistern. Sie ist auß­erdem nur mit lizensierten Berg­führern möglich. Was bei der Be­steigung auf Dich zukommt, fin­dest Du im ausführlichen Tour­bericht rechts.

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Grenzerfahrung am Cotopaxi

Planung der Cotopaxi-Besteigung

Cotopaxi 5.897 m

Cotopaxi 5.897 m

Samstag 2.7. & Sonntag 3.7.

Der Vulkan Cotopaxi ist mit seinen 5.897 m der zweithöchste Berg Ecuadors nach dem Chimborazo mit 6.310 m. Der Cotopaxi wurde bereits vor den Inka von den einheimischen Kulturen als Regenspender und als Sitz der Götter verehrt. Sein Name bedeutet "Thron des Mondes". Als erster Europäer versuchte Alexander von Humboldt 1802, den Vulkan zu besteigen, gelangte aber nicht bis zum Gipfel. Die erste erfolgreiche Besteigung gelang erst 1872 dem deutschen Vulkanologen Wilhelm Reiß.

Heute werden von zahlreichen Reiseagenturen 2-tägige Touren zum Cotopaxi angeboten. Dabei fährt man mit dem Jeep bis zu einem Parkplatz auf rund 4.500 m, danach geht's bergauf bis auf 4.800 m zu einem im Jahr 1971 erbauten Schutzhaus. Von diesem Schutzhaus starten die einzelnen Bergsteigertruppen mit ihren Guides ca. um 1 Uhr früh, um rund 6 bis 7 Stunden später den Gipfel zu erreichen. Das Gelände ist sandig, felsig und weiter oben mit Schnee bedeckt, technisch jedoch keine große Herausforderung. Trotz des relativ einfachen Schwierigkeitsgrades schaffen es nur rund 50 bis 60 % der Besucher, den Cotopaxi tatsächlich zu besteigen. Grund dafür ist die Höhe. Nachdem es zu keiner Langzeitakklimatisation kommt, sondern innerhalb von einem Tag rund 2.000 Höhenmeter von Quito bis zum "Refugio José Ribas" und danach weitere 1.100 m bis zum Gipfel überwunden werden, leidet der Großteil der Cotopaxitouristen unter der Höhenkrankheit, die sich durch Schlaflosigkeit, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und anderen unlustigen Symptomen auszeichnet. Aufgrund der Schlaflosigkeit übermüdete und unter der Höhenkrankheit leidende Bergsteiger sind meist gezwungen, auf halbem Weg umzudrehen oder erst gar nicht loszugehen. Ärgerlich ist, dass es dabei nicht darauf ankommt, wie durchtrainiert und fit man ist, sondern nur darauf, ob man die Höhe verträgt oder nicht.

....der begehrte Gipfel....

....der begehrte Gipfel....

Das sind die Informationen die man vor einer Besteigung erzählt bekommt oder nachlesen kann. Wie schon im letzten Kapitel erwähnt, gilt der Pinchincha bei Quito als Training für eine Cotopaxibesteigung. Nachdem wir also den Pinchincha erfolgreich bestiegen hatten, sah ich mich bei ungefähr sieben Reisebüros nach einem passenden Angebot für eine Cotopaxibesteigung um. Aus Erzählungen und Berichten wusste ich, dass eine Besteigung rund $ 150 (aufwärts) kosten würde. Da im Juli aber offensichtlich jeder auf den Cotopaxi will, fand ich kein günstigeres Angebot als $ 190, welches ich schließlich auch bei Happy Gringo annahm (Transport, Essen, Ausrüstung, Guides inklusive).

Samstag morgens ging es dann in einem Jeep von Quito Richtung Cotopaxi Nationalpark. Im kleinen Ort Machachi wurden noch Snacks und Getränke eingekauft und kurz darauf standen wir im Nationalpark. Im dortigen Restaurant zogen wir uns nach einem kleinen Imbiss schnell mal unser Equipment über. Insgesamt waren wir 6 Touristen (Brian aus L.A., William aus Kolumbien, Xavier aus Spanien, Nikolas aus Frankreich, und noch so ein komischer Franzose der die ganze Zeit nur grimmig dreinschaute) und 3 Guides (David, Pablo, Jose). Die Stimmung war gut und wir brannten alle darauf, den Gipfel zu erreichen.

....alle sind wir guter Dinge, den Gifpel des Cotopaxi zu erreichen.... (Xavier, ich, Niklas, William, Brian)

....alle sind wir guter Dinge, den Gifpel des Cotopaxi zu erreichen.... (Xavier, ich, Niklas, William, Brian)

Nach einer weiteren Autofahrt durch eine flache, karge, gerade mal mit ein bisschen Gras bewachsene, aber imposante, wunderschöne Ebene sahen wir am Horizont den Cotopaxi. Ein unvergesslicher Anblick. Dieser riesige Vulkan steht da einfach so in dieser Ebene - absolute Stille. Kurze Zeit später erreichten wir schließlich den Parkplatz am Fuß des Cotopaxi. Der Anblick von zig anderen Jeeps machte uns schnell klar, dass wir diese Nacht nicht die einzigen Bergsteiger am Cotopaxi sein würden.

Auf dem Weg zum Cotopaxi.

Auf dem Weg zum Cotopaxi.

Nationalpark Cotopaxi

Nationalpark Cotopaxi

Nachdem am Parkplatz das restliche Equipment (Helm, Eispickel, Rucksack) angelegt war, ging es zum Aufstieg zur Schutzhütte. Der Parkplatz befindet sich auf rund 4.500 m, was von der Höhe her nur knapp unter dem Gipfel des Pinchincha liegt. Dementsprechend dünn war die Luft und dementsprechend kalt und windig das Wetter.

Bereits der Aufstieg zur Schutzhütte stellt sich als wahre Herausforderung dar. In kleinen kurzen Schritten stapfen wir das schlüpfrige Sandfeld Meter um Meter höher. Das schwere Atmen sämtlicher Kollegen ist trotz des Windes zu hören. Niemand hat genug Atem, um zu plaudern. Alle sind nur auf den nächsten Schritt konzentriert. Nach 25 Minuten und rund 150 Metern höher legen wir eine kurze Pause ein. Die Aussicht vom Cotopaxi ist bereits hier fantastisch. Riesige Wolkenmassen wälzen sich über die Ebene zu unseren Füßen - Sonnenstrahlen brechen abwechselnd durch die Wolkendecke.

Aufstieg zum Refugium, ganz klein unten rechts der Parkplatz

Aufstieg zum Refugium, ganz klein unten rechts der Parkplatz

So schnell wie man in dieser Höhe erschöpft und außer Atem ist, so schnell erholt man sich auch wieder und so geht es schon bald wieder im Gänsemarsch weiter Richtung Refugium. Schritt um Schritt...

Dem komisch dreinschauenden Franzosen bekommt die Höhe überhaupt nicht und so muss er sich bereits auf Rund 4.650 m auf dem Weg zur Schutzhütte übergeben. Er wird sich auch später nicht davon erholen und uns somit bei unserem Aufstieg um 1 Uhr früh nicht begleiten.

(Der Franzose war ein bissl ein unguter Kerl...: enttäuscht davon, dass er nicht mitmachen konnte, beschwerte er sich in weiterer Folge unnötigerweise über das Essen, die Guides und sowieso alles - da er sich am Montag bei Happy Gringo beschweren wollte, entschieden wir anderen uns,
montags auch zu Happy Gringo zu gehen und unsere Guides zu loben. Blöder Franzose... - was hatte er am Cotopaxi erwartet, Porzelanteller, Gänseleberpastete, Ratatouille und einmal Quiche Lorraine? Am Berg ist's eben anders...).

Die Guides waren die ganze Tour über sehr bemüht und äußerst professionell unterwegs. Ich kann den Dreien nur großes Lob aussprechen.

Aufstieg zum Refugium, neben mir: Brian. Irgendwo hinter uns: der kotzende Franzose.

Aufstieg zum Refugium, neben mir: Brian. Irgendwo hinter uns: der kotzende Franzose.

Nach rund 45 Minuten erreichten wir leicht erschöpft und außer Atem das Schutzhaus. Die wundervolle Aussicht und die Vorfreude auf den nächsten Morgen wurde durch starkes Kopfweh und leichten Schwindel etwas getrübt. Also nahmen wir alle mal ein Mittel gegen Kopfweh und gingen zum Abendessen. Zuvor jedoch machten wir rund 50 Meter über dem Refugium erste "nahe" Fotos vom zu erklimmenden Gipfel des Cotopaxi. Nach dem Abendessen um 17 Uhr gab's eine kurze Lagebesprechung und einen Equipmentcheck (Helm, Steigeisen, usw.). Um 18 Uhr gingen wir alle zu Bett, denn wir hatten nur rund 6 Stunden, bis wir wieder geweckt werden würden.

Abendessen, da sind wir noch gut drauf...

Abendessen, da sind wir noch gut drauf...

In dieser Nacht waren alle unruhig, konnten nicht schlafen, teils vor Vorfreude, teils aufgrund der Höhe, teils wegen der Kopfschmerzen. Und so hörte man die ganze Nacht, wie sich die rund 100 Bergsteiger in ihren Schlafsäcken herumwälzten.

Der Wind donnerte unablässig gegen das Dach der Schutzhütte und langsam wurde uns klar, dass der nächste Morgen kein Spaziergang sein würde...

0:00 Uhr: Die Wolken vor dem Mond versprechen nichts Gutes....

0:00 Uhr: Die Wolken vor dem Mond versprechen nichts Gutes....

Die Besteigung des Cotopaxi

0:00 Uhr: unsere Guides wecken uns auf,... es ist kalt,... dunkel,... wir sind alle übermüdet,... keiner hat so richtig geschlafen.

Schnell aufstehen,... Equipment anlegen und runter zum Frühstück.
Die ersten Nebenwirkungen der Höhe machen sich bemerkbar.

So gut wie jedem spielt der Magen verrückt: die Verdauung zeigt uns, dass wir uns auf einer für den Körper nicht angenehmen Höhe befinden.

0:30 Uhr: wir nehmen ein kleines Frühstück zu uns. Wirklich Hunger hat keiner, aber zumindest der Tee belebt ein wenig.

Danach geht's zum allerletzten Check der Ausrüstung: hat jeder seinen Helm, den Eispickel, die Steigeisen, Sonnenschutz für in der Früh, Stirnlampe, Sonnenbrille, ...?

Der Wind drückt immer noch unblässig gegen das Schutzhaus.

Ca. 1 Uhr früh: Aufbruch! In unsere Jacken eingepackt, mit Helm und Stirnlampe ausgerüstet treten wir aus der Hütte. Es hat Minusgrade, wie viel, weiß ich nicht. Vieleicht minus 10 Grad, ist aber egal, denn der Wind ist extrem stark, und so ist es einfach nur eisig kalt.

Stockfinstere Nacht, nur die Stirnlampen der vor uns aufgebrochenen Gruppen schimmern in der Dunkelheit. So beginnt der Aufstieg,... kleine Schritte,... Schritt für Schritt,... Zentimeter um Zentimeter geht es im sandigen Untergrund Richtung Einstieg ins Schneefeld.

Dunkelheit,... Wind,... Kälte,... jeder ist für sich alleine,... Schritt um Schritt,... niemand spricht, jedem fällt es schwer zu atmen.

Der Pickel soll immer auf der Bergseite getragen werden,... Schritt, Schritt,... Konzentration auf den Vordermann,... Wechsel des Pickels in die andere Hand,... Schritt, Schritt...

Nach einer Ewigkeit erreichen wir den Einstieg in den Cotopaxi-Gletscher. Unter enormer Kraftanstrengung (alles ist hier oben anstrengend) legen wir unsere Steigeisen an. Und es geht weiter Schritt, Schritt...

Ich spüre die Kälte in mich reinkriechen,... Kopfweh und Müdigkeit quälen mich,... Schritt, Schritt,... warum mach ich das,... Schritt, Schritt,... ich schaff das,... Schritt, Schritt,... ich kann nicht mehr...

Abwechselnd die Gedanken an den Triumph und die Niederlage, Geist über Körper - Körper über Geist...

Solange man im Takt bleibt, geht es. Gleichmäßige Schritte, gleichmäßiger Schrittabstand, gleichmäßiges Atmen... Kommt man jedoch aus dem Takt, weil der Vordermann oder man selbst ausrutscht, ist eine enorme Kraftanstrengung notwendig, um wieder in den Takt zu kommen. Es ist fast so, als hyperventiliert man in diesem Moment. Man bekommt kaum Luft - die kalte Luft, die man einatmet, brennt einem die Bronchien hinunter.

Pause! ... endlich,... ich weiß nicht, wie lange wir schon unterwegs sind, ich setze mich hin, trinke Wasser und esse einen Schokoriegel, um meine Energien wieder aufzuladen.

Weiter! ... bergauf,... Schritt für Schritt,... eine Ewigkeit vergeht,... ich bin nur noch müde, kann nicht mehr, mag nicht mehr,... mir ist kalt, ich habe Kopfweh, mir ist schwindlig und leichte Übelkeit kommt auf.

Nach rund einer weiteren Stunde (im Nachhinein rekonstruiere ich, dass wir zu diesem Zeitpunkt wohl rund 2 Stunden unterwegs waren) machen wir wieder eine Pause. Ich sinke zu Boden.
Ich bin zu müde, um etwas zu essen, mir ist kalt,... ich bin so müde,... ich schließe meine Augen, nur kurz, ganz kurz, ja das ist besser...

Für 2 oder 3 Minuten schlafe ich ein und werde von einem Guide wieder aufgeweckt. Ganz ehrlich: Ich glaube, so ist es, wenn man erfriert,... Müdigkeit und Kälte wandeln sich in einen wohligen warmen Schlaf...

Wieder geht es bergauf, der Wind noch immer eiskalt,... Das Gelände wird merklich steiler, auf einen Schritt kommen zwei bis drei Atemzüge. Ich habe starke Kopfschmerzen und mir ist schlecht.

Zu diesem Zeitpunkt befinden wir uns auf rund 5.150 m. Mittlerweile sind mein Guide und ich alleine. Wir vereinbaren, noch langsamer weiterzugehen, da es mir nicht gut geht.

Ich quäle mich weiter,... den Gipfel vor Augen,... die Qualen und Zweifel in mir...

Auf 5.200 m schließlich brennt jeder Schritt in den Muskeln, mir ist schwindlig und ich sehe kaum etwas, versuche mich auf die Fußabdrücke von Guide David zu konzentrieren, schwanke immer wieder,... fange mich mit enormer Kraftanstrengung immer wieder, meine Gedanken schweifen ständig ab...
"Ich kann nicht mehr, warum mach ich das?" Jedes Einatmen brennt in der Lunge.
"Und wenn ich umdrehe?" Jedes Ausatmen ein Brechreiz. Mir ist elend zumute, ich will sterben.
"Wenn ich es schaffe, muss ich den ganzen Weg auch wieder zurück!" Mir ist schlecht, elendig schlecht.

Dieser Moment war DIE Grenzerfahrung meines bisherigen Lebens. Ich fühlte mich so elend, wollte mich nur noch hinlegen und zumindest einige Minuten schlafen (was ich, hätte mich mein Guide nicht vom Schlafen abgehalten, wohl nicht überstanden hätte), wollte weder vor, noch zurück, nur sch.afen. Mein Stolz und mein Geist kämpfen mit meinem Körper: ich will, ich muss auf den Cotopaxi. Aber ich kann nicht mehr.

Auf 5.200 m frage ich David, wie lange er glaubt, dass wir noch brauchen: "Bei diesem Tempo 5 bis 6 Stunden." In diesem Moment bricht in mir alles zusammen. Der Berg hat gewonnen, ich kann nicht mehr. In diesem Moment muss ich mir eingestehen, dass ich meine Grenzen erreicht habe, dass auch Motivation und Stolz nichts mehr daran ändern können, dass mich der Berg und die Höhe gebrochen haben und so kehren wir nach rund 2,5 bis 3 Stunden auf 5.200 m um.

Der Abstieg bleibt die Hölle: denn nur, weil man umdreht, geht es einem nicht besser. Auf rund 5.100 m muss ich mich mehrmals übergeben. Mein Körper signalisiert mir "Ende, Aus, Vorbei!". Mit letzter Kraft schleppe ich mich rund eine Stunde zurück ins "Refugio José Ribas", welches ich nach rund 4 - 4,5 Stunden Gesamtdauer total erschöpft erreiche. Ich bin beinahe zu schwach und zu erschöpft, um aus dem Equipment zu kommen, benötige mehrere Minuten dafür und muss immer wieder Pausen einlegen. Danach falle ich in meinen Schlafsack und schlafe bis 11 Uhr vormittags tief und fest durch. Als ich aufwache, ist mir noch immer schlecht, aber ein Ende dieser Höllenfahrt ist in Sicht.

Fazit

Die Erfahrung scheint sich für Euch jetzt vermutlich furchtbar darzustellen und ja, es war das Ärgste was ich in dieser Richtung je erlebt habe, aber die Erfahrung war genial und ich möchte sie nicht missen. Ich habe mich einerseits meinen Grenzen stellen und mir diese auch eingestehen müssen und musste andererseits zum ersten Mal am Berg, weil ich nicht mehr konnte, umdrehen - eine Entscheidung die mir nicht leichtgefallen ist. Jetzt verstehe ich, wieso Extrembergsteiger 100 m vor dem Gipfel umkehren.

Oben: der Blick vom Refugium auf den Gipfel am nächsten Morgen.
Unten: Bildvergößerung - laut Guide David bin ich bis Höhe roter Pfeil gekommen...

Oben: der Blick vom Refugium auf den Gipfel am nächsten Morgen.

Unten: Bildvergößerung - laut Guide David bin ich bis Höhe roter Pfeil gekommen...

Wie ging es den verbliebenen 4 Cotopaxi-Besteigern?

  • Xavier aus Spanien schaffte es bis rund 80 Meter unter dem Gipfel und brach dort vor Erschöpfung zusammen. Er musste sich auf dem Weg auch zweimal übergeben. Als er 80 Meter unter dem Gipfel saß (erzählte er mir später) waren dort wunderschöne Eisformationen in der Morgensonne. Er wollte unbedingt Fotos machen, war aber zu müde, um seine Kamera aus seiner Brusttasche zu nehmen. Nach einem kurzen Minutenschlaf half ihm unser Guide Pablo auf dem Rückweg. Xavier musste allerdings noch auf Brian warten, bis dieser vom Gipfel zurückkehrte. Auch er wollte (laut eigener Aussage) dort oben nur noch sterben. Dass er den Gipfel so kurz vor dem Ziel aufgeben musste, ärgert ihn allerdings.

  • Brian, unser Amerikaner, ein stolzer Typ, hatte seiner Schulklasse (er unterrichtet Geschichte) erzählt, dass er den Cotopaxi besteigen wird. "Ich konnte doch nicht einfach umdrehen..." - also kämpfte er sich nach dreimaligem Übergeben und zweimaligem höhenkrankheitsbedingtem Durchfall doch noch bis zum Gipfel durch. Auch er bezeichnete dies als DIE Grenzerfahrung seines Lebens. Brian ist übrigens ein total lustiger Typ: wir haben uns nach unserem Cotopaxiabenteuer noch in Quito auf ein Bier getroffen und eventuell hiken wir nochmal zusammen in Peru in Huaraz.

  • William aus Kolumbien und Nikolas aus Frankreich waren die einzigen zwei, die dieses Abenteuer ohne Höhenkrankheit heil überstanden haben.

Don't look back in anger: der Blick zurück zum Refugium.

Don't look back in anger: der Blick zurück zum Refugium.

Nationalpark Cotopaxi: auf der Heimfahrt nach Quito.

Nationalpark Cotopaxi: auf der Heimfahrt nach Quito.

Sonntag Mittag ging's dann zurück nach Quito. Erschöpft, zufrieden und überwältigt aufgrund meiner Erfahrungen schlief ich bereits am Nachmittag ein und erwachte erst Montag morgens.

Die Anstrengungen des Wochenendes holten mich Dienstag früh nochmal ein. Meine gesamte Muskulatur schien verkühlt, verkrampft, verspannt und völlig kraftlos. Kopfweh, Verdauungsprobleme und Fieber zeigten mir nochmal, dass ich an meine Grenzen gegangen war. Es war fast so, als sagte mein Körper zu mir "Mach so einen Scheiß noch einmal und du wirst wirklich leiden,... mehr als jetzt! Verstanden?"

Jup, verstanden!

Euer Matthias

PS: Auflösung der letzten Quizfrage: Bei der zweiten Madonnafigur der Skulptur "Jesus auf Madonna, auf Madonna" handelte es sich um die Mutter Marias - Santa Anna. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, nur ich hab von der noch nie was gehört, aber vielleicht bin ich auch nur ein Kirchenbanause. In Südamerika ist die aber angeblich genauso wichtig wie Maria selbst.

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Der Autor
 
Matthias Juranitsch berichtet seit 7 Jahren auf umdiewelt.
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