Chile-Reisebericht :Von Pattaya nach Zittau

Pucon: Indian Summer in Südchile

Nach drei Tagen im Hostel fragte mich die Putzfrau morgens, warum ich nicht packe. Wie sich herausstellte hatte ich nur drei statt fünf Nächte geordert und jetzt war es ausgebucht. Also musste ich etwas überstürzt zusammenräumen.
Ich dachte, ich fahre mal Richtung Norden in der Hoffnung, dass es dort irgendwann wärmer werden würde. Schon beim Packen war ich ziemlich kraftlos und als ich Pucon verließ, kamen mir ernste Zweifel, ob ich schon wieder fit genug bin. Jede Bewegung strengte mich an, ich hatte immer noch eine Art Schmerz in der Brust und im Arm und außerdem war es ar...kalt. Irgendwann siegte die Vernunft in mir und ich kehrte um. Ich fand ein super Hostel zum super Preis und nun habe ich hier für neun Tage gebucht, weil dann laut Wetterbericht ein Sonnenloch von drei Tagen kommen soll. Die ersten beiden Tage bin ich im Bett geblieben. Jetzt geht's mir besser, das Wetter ist gut, also mache ich Touren.

Am erstem Tag war ich noch zurückhaltend und habe nur einen kleinen Ritt zum Lago Caburga gemacht.

In den Seen und Flüssen, überall ist glasklares Wasser.

In den Seen und Flüssen, überall ist glasklares Wasser.

Zweiter Tag

Das Gute ist, in Chile darf man jeden Weg befahren, der nicht privat ist. Selbst im Nationalpark, was mich sehr wunderte, durfte ich kleinste und sehr anspruchsvolle Pfade ausprobieren. Vereinzelte Fußgänger, die mir entgegen kamen, waren auch nicht verärgert, sondern machten freundlich Platz. Dieser Weg wurde dann immer schmaler und endete vor einem Tor. Mein Garmin sagte noch 40 km bis Pucon. Doch es half nichts, ich musste die gesamten 130 km, meist Schotterstraße zurückfahren. Es wurde dunkel und ich war erst spät in der Nacht wieder im Hostel.

Lago Collico

Lago Collico

Der dritte Tag - Indian Summer

Ich bin noch mal zum Vulcan Lanin hoch gefahren, wo ich vor zwei, drei Wochen schon einmal gewesen war. Ich habe so richtig gefroren und mich immer wieder am Auspuff meiner Maschine gewärmt. Aber es war einzigartig schön gewesen.

© Bernd Feurich, 2017
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Insgesamt habe ich in den letzten 20 Jahren 5 bis 7 Jahre in Thailand gelebt und gearbeitet. Die letzten zwei Jahre war ich fast am Stück dort gewesen. Jetzt ist das Ende des Geldes abzusehen und ich reise in östliche Richtung über die Pazifikinseln und Südamerika nach Deutschland zurück.
Details:
Aufbruch: 04.01.2016
Dauer: 11 Monate
Heimkehr: 15.12.2016
Reiseziele: Thailand
Philippinen
Fidschi
Neuseeland
Französisch Polynesien
Chile
Argentinien
Bolivien
Peru
Brasilien
Der Autor
 
Bernd Feurich berichtet seit 20 Monaten auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (3/20):
Anonym vom 7. Januar 1484413925000
Diesmal dif­fe­ren­zier­ter: ich war Rich­tung Osten schon an vielen Orten. Meh­rfach. O­ver­land von Frei­burg nach Nepal, anno 71 z.B. Viele Inseln (NZ) usw. Aber meine besten Touren waren zu­sam­men ca. 10000 km mit einer 250 trial durch die Wes­tal­pen. Mit Zelt. Volles Prog­ramm, Stra­ßen, Pässe und u­nend­lich Gel­ände. Des­we­gen finde ich Deine Fahrt mit dem Mo­tor­rad so ben­ei­dens­wert. Das würde ich auch mal wieder gerne machen. Bin aber jetzt 64 und fast zu alt dafür. Koor­di­na­tion, Gesun­dheit, Lei­dens­fähig­keit und so. Hab meine Maschi­ne vor Kurzem ver­kauft. Au­ßer­dem ist das Risiko Alleine riesig. Aber trot­zdem bin ich nei­disch. Auch auf so lange Pat­ta­ya. Ich war nur einen Monat dort. Mach weiter so. Man lebt nur ein Mal.
Antwort des Autors: Na da hast du doch viel erlebt und keiner kann dir die Erinnerungen nehmen. Ich habe noch Hoffnung, dass ich noch vor der Rente irgendwohin eine Tour machen kann. Kommt Zeit - kommt Ra(d)
Gruß, Bernd
Rachel 1484137624000
Ich habe dich die letzten an­der­thalb Jahre auf deiner Reise beg­lei­tet (und war in dieser Zeit selber mit meiner Familie drei­ein­halb Wochen in Thai­land auf Reisen) und war immer sehr angetan von deinen Bildern und deinen Er­leb­nis­sen, danke! Ja, wer den Rei­se­vi­rus in sich trägt, den hält es man­chmal nur mit Mühe in "ewig" den­sel­ben Gew­ässern. Ich wünsche dir alles Gute, gute Gesun­dheit und dass du auch dem kühlen Deuts­chland viel Po­si­ti­ves ab­rin­gen kannst!
Antwort des Autors: Das Gewässer ist fest zugefroren und die dicke Eisschicht hält alles, was auf ihn trieb gefangen. Doch tief unten, am Boden fließt es leise weiter. Irgendwann kommt der nächste Frühling, die Sonne wird das Eis brechen und der Fluss wird alles mit sich nehmen, was dort nicht bleiben will.
anonym 1483787155000
Vielen Dank für Dienen Bericht und die Bilder. Wenn ich nochmal auf die Welt komm, mach ich auch sowas.
Antwort des Autors: Vielen Dank fürs Mitreisen.