Deutschland-Reisebericht :Im Land der Regenbogen

Alljährlich suchen wir uns eine kleine Region in Deutschland aus, wo wir wandern, besichtigen und golfen können. Diesmal ist es der bayrische Wald - der Landkreis um Cham nennt sich selbst das Land der Regenbogen, da mehrere Flüsse mit diesem Namen z.T. stark mäandrierend durch die schöne Landschaft fließen.

kurze Stippvisite bei Freunden in Bayreuth

Eigentlich sollten uns unsere Freunde E. und M. aus Bayreuth in unserem Ferienhaus besuchen. Sie wollten auf der Rückfahrt von einer Donaufahrt von Passau kommend vorbeischauen. Am Vorabend unserer Abreise erhielten wir dann eine Meldung, dass sie wegen erheblicher Probleme des Donauschiffes bereits wieder zu Hause sind. Flexibel wie wir sind, beschließen wir die Abfahrt auf 5 Uhr morgens zu verlegen, damit wir auf dem Hinweg zum bayrischen Wald in Bayreuth vorbeischauen können.
Sämtlich rush-hour-Staus dadurch vermeidend erereichen wir Bayreuth bereits vor 11 Uhr. Nach einem leckeren ausgiebigen Spät-Frühstück/Brunch/Früh-Mittagessen auf bay. Art mit Weißwürsten machen wir gemeinsam einen Spaziergang zur nahegelegenen Eremitage, die wir vor einigen Jahren nur in strömendem Regen besuchen konnten.

chinesischer Pavillon

chinesischer Pavillon

Die ganze Anlage der Eremitage mit dem Sonnentempel, der künstlichen Grotte, den Kaskaden, dem Ruinenthealer und dem herrlichen Landschaftsgarten symbolisiert noch heute barockes Denken. (ausgelassene Lebensfreude und die Gewissheit des Todes sind kein Widerspruch)

Der Bau geht auf Markgräfin Wilhelmine zurück. Nach den Plänen des Hofarchitekten Joseph Saint Pieree und Karl Philipp Christian Gontard ist er zwischen 1749 und 1753 errichtet worden. Das Neue Schloss umschließt im Halbrund einen groß angelegten Brunnen mit zwei Tritonengruppen und Fabelwesen aus Stein.

Der Sonnentempel des Neuen Schlosses ist ein achteckiger Kuppelbau mit dem vergoldeten Sonnenwagen des Helios auf dem Dach. Er wird flankiert von zwei halbkreisförmig gebauten Flügeln mit zahlreichen Arkaden. Das Auffälligste sind die unzähligen bunten Glasschlacken und Kristalle die in mühevoller Arbeit in die Außenwände eingelassen wurden. Bei Sonnenschein glänzt das Neue Schloss in den verschiedensten Farben.

Das Alte Schloss liegt gleich nebenan, ist von außen unscheinbar, doch mit kostbarer Inneneinrichtung ausgestattet. Es wurde im Sommer 2009 zum 300. Geburtstag der Markgräfin Wilhelmine nach umfassender Sanierung wieder für Besucher geöffnet. Ursprünglich nach den Plänen von Johann David Räntz als eingeschossige Vierflugelanlage um einen Innenhof gestaltet, wurde es unter der Markgräfin erweitert. 1750 waren die Umbauten abgeschlossen und die Zimmer nach Entwürfen der anspruchsvollen Markgrätin ausgestaltet - in diesem Zustand präsentiert es-sich heute dem Besucher. Die Innenräume geben einen wirkungsvollen Eindruck der Lebensfreude und Verspieltheit des barocken Zeitalters.

Ruinentheater

Ruinentheater

© Herbert S., 2016
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 20.06.2016
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 30.06.2016
Reiseziele: Deutschland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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Herbert über sich:
Bin begeisterter Reisender - teils mit Leihwagen in Mexiko, USA, Indonesien, Thailand, Arabien, Namibia, Südafrika, Türkei,... teils mit kleinem Wohnmobil in ganz Europa, aber besonders in Großbritannien und Skandinavien. Es gibt also noch viel zu berichten. Aber es kommt soviel hinzu.