Österreich-Reisebericht :Beluga geht durchs Nadelöhr 1

Eine Bootsreise die Donau abwärts, durch Österreich, Slowakei, Ungarn, durch so schwierige Länder wie Serbien, Rumänien und Bulgarien, eine Rundreise durchs Donaudelta und weiter bis ins Schwarze Meer.
Die Heimreise durchs Schwarze Meer und Mittelmeer findet ihr im 2. Teil.
Hier folgt der 1. Teil

Die Donau

Beluga

Beluga

Hat man kein trailerbares Boot und will vom Rhein in die Donau, ist erst mal die Main-Donau-Wasserstraße zu überwinden. Auf gut deutsch den Main, 384 km lang mit 34 Schleusen, und den Main-Donaukanal, 171 km lang mit 16 Schleusen. Im allgemeinen ist der Main ein recht gemütliches Flüsschen, uns beutelt er kräftig, bedingt durch tagelangen Weltuntergangslandregen.

Und das Schwierigste, er durchfließt Franken, das Land in dem Weißwurst und Haxe auf einem Nebenfluss aus Weiß- und Rauchbier gepaart mit Brezen und Leberknödelsupp eine unvergleichliche Verbindung mit Schweinsbraten und Knödel eingehen.

Der Main-Donaukanal geht ohne sichtliche Veränderung in die Donau über. Die Kilometrierung am Ufer beweist, wir fahren jetzt in der Donau, aber ein Unterschied zum Kanal ist nicht zu erkennen. Weder ist der Fluss breiter, noch seine Ufer anders, noch sein Wasser schmutziger, noch die Fließgeschwindigkeit höher. Selbst die Schleusenbauer konnten wohl nicht so recht glauben, dass sie nächste Schleuse in der Donau steht, die Maße sind die gleichen wie im Kanal 190x12 m . Um Regensburg herrscht reger Berufsschiffverkehr. Die Schleuse ist das Nadelöhr und sorgt regelmäßig für Verstopfung. Doch bei der nächsten Schleuse löst sich der Knoten, sie ist 230 m lang und 24 m breit.

Für Sportboote ist allerdings jede Schleuse in der Donau ein Nadelöhr. Wartezeiten von 1 - 1,5 Stunden sind völlig normal. Österreichischen Schleusenwärtern scheint es besondere Qualen zu bereiten Sportboote selbst zu den dafür vorgesehenen Zeiten alleine zu schleusen.

Um es an dieser Stelle gleich vorweg zu nehmen: für einen dreiwöchigen Urlaub ist eine Fahrt an die Donau auf eigenem Kiel nicht unbedingt zu empfehlen. Wir hatten von Mainz nach Regensburg volle achte Tage reine Fahrtzeit von morgens bis abends und wir hatten wenig Wartezeiten vor den Schleusen. Für Besichtigungen und Erholung bleibt da nicht mehr viel Zeit.

Und die Donau wird landschaftliche erst unterhalb Regensburg wirklich schön. Die Strömung ist mäßig. Alles was man uns erzählt hat trifft nicht zu. Bei Hochwasser wird die Donau sicher zum reißenden Fluss, doch das ist auch bei Rhein, Mosel und Main nicht anders.

Die Europäische Wasserscheide am Main-Donau-Kanal

Die Europäische Wasserscheide am Main-Donau-Kanal

© Doris Sutter, 2004
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: Mai 2004
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: Oktober 2004
Reiseziele: Österreich
Slowakei
Ungarn
Serbien
Eisernes Tor
Der Autor
 
Doris Sutter berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Doris sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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