Schweiz-Reisebericht :Zwischen Heimweh und Fernsucht

Schweizrundfahrt

Schweizrundfahrt

21. Februar 2009

Nachdem wir in Allmannsdorf wirklich jeden Weg einmal gelaufen sind, stand uns der Sinn nach Abwechslung, die wir in Zürich und St. Gallen zu finden hofften. Beide Orte sind nur 45 Minuten von Konstanz entfernt.
Die Schweizer Grenze war schnell erreicht und deutliche Hinweisschilder luden dazu ein gleich ein wenig Geld auszugeben. Für stolze 30 Euro habe ich meine erste Maut-Vignette erworben und darf bis Januar 2010 mit Rubinchen so oft ich will auf Schweizer Autobahnen langdüsen -also ungefähr drei mal.

Kaum angekommen verwirrte mich die ungewohnte Straßenführung. Die Markierungen waren reichhaltig und in ansprechenden Weiß- und Gelbtönen gehalten. Auf jeden Einwohner der Schweiz kommen mindestens ein Kreisverkehr und ein Zebrastreifen. Um die Sache noch etwas undurchsichtiger zu machen, gibt es Zebrastreifen mit und ohne Ampel. Wann genau man besser stehen bleiben sollte erschloss sich mir auch durch genaues Beobachten der Einheimischen nicht zu 100 Prozent. Irgendwie haben wir uns dann doch zum Zürichsee durchgeschlagen und unterwegs nur einen Fußgänger in Lebensgefahr gebracht. Eigentlich also ein vielversprechender Anfang.

Nachdem Pepper auch alle Züricher Hunde am See kennengelernt hatte, steuerte ich das 2. Tagesziel an, St. Gallen. Schon unterwegs begann es zu schneien und unser Ziel war quasi bereits eingeschneit. Sämtliche Nebenstraßen waren bei der Räumung sträflich vernachlässigt worden, so dass ich mich spontan an mein Tschechei-Trauma erinnert fühlte. Besonders, als ich beim Ausparken mit durchdrehenden Reifen am Fortkommen gehindert wurde. Als ich erst die Handbremse gelöst hatte, funktionierte es dann aber doch überraschend einfach. Die Jahreszeit für meinen Ausflug hätte ich mir dennoch besser aussuchen können. Bei all dem Grau hält man es nirgends wirklich lange aus und so habe ich mich in Konstanz mit Bier, Chips und einem Buch versorgt und alles in der Reihenfolge bei einem gemütlichen Abend in der Herberge verschlungen.

© Mel Meyer, 2010
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Die Reise

 
Worum geht's?:
Die Krise ist da - eine Reise muss her. Geld mal wieder Mangelware... Zum Glück gibts Eltern und Freunde! Mütterliches Auto, väterliches Navigationssystem, dazu freundschaftliche Reiseutensilien und gutgemeinte Ratschläge. Eine Prise Spontanität, ein Hang zu Italien und zum Extremen, ein Leihwelpe und los geht die Fahrt! Das Ziel: In Berlin losgehen und bei mir ankommen...
Details:
Aufbruch: 16.02.2009
Dauer: 11 Tage
Heimkehr: 26.02.2009
Reiseziele:
Deutschland
Tschechische Republik
Schweiz
Italien

Der Autor

 
Mel Meyer berichtet seit 4 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Mel über sich:
Bisher ist mein Leben extrem..... gradlinig ...... Ich bin 28 Jahre alt. In Berlin geboren, aufgewachsen, geblieben. Habe mein Abi gemacht, Verwaltung und Rechtspflege studiert, 9 Jahre im öffentlichen Dienst zugebracht, meine Lebenszeiturkunde entgegengenommen und eine Krise bekommen, bin nach Italien gefahren, zurückgekommen und habe den Entschluss gefasst mein Leben zu ändern!

Ein Jahr später:

Ich habe meine Lebenszeiturkunde zurückgegeben, löse gerade meine Wohnung auf, ziehe in ein 18qm-Appartement in Frankfurt am Main, werde dort im nächsten Jahr eine Orientierungs- und Reisephase einschieben, meine Englischkenntnisse aufpolieren und dann sehen, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Nur eins ist klar: Ich möchte die Welt sehen, fühlen und erleben!

Aus dem Gästebuch (3/4):
anonym 1321923446000
Ihre Reise war ein schönes, mutiges A­ben­teu­er. Die ganze Le­bens­rei­se ist eine "Hel­den­rei­se". Hol­lywood­fil­me be­dien­en sich dieser Met­ho­dik.

Auf Ihrer Reise wünsche ich Ihnen, immer Sie selbst zu sein und sich immer ein Stück näher zu kommen. Als Ihr Beru­fun­gsbe­ra­ter bin ich mir meiner Verant­wor­tung nach dem Lesen dieser Geschich­te noch be­wus­ster. Und freue mich seh­r.
O­laf Günther
Andi 1317314825000
Super Rei­se­bericht! Bringt mich auf die Idee einen alten Traum mal wieder aus der Schub­la­de zu holen - einmal nach Reggio di Ca­lab­ria. Viel­leicht den Winter mal sehen. Gruß Andi
Ruby 1270511942000
Super aus der Seele gesch­rie­ben. Das ist toll denn es hat einen so eh­rlichen Cha­rak­ter ist ist nicht geblümt oder versch­önert. Es besch­reibt das ware Leben. Ich finde es auch so toll, weil ich ab dem 15.04 in Rich­tung Italien auf­brechen werde, aber noch weiter in Süden will. Al­ler­dings mit dem selben Ziel wie Du...If you do you can. If you dont you cant! Ruby