Rumänien-Reisebericht :Zürich-Chisinau-Zürich

Auf Umwegen nach Chisinau

Der Bahnhof Bukarest ist wunderbar. Supermarkt, Kneipen inkl. MCDonalds (manchmal schätzt man den), übersichtliche Schalter und Abfahrtsanzeiger. So wähle ich den 23.00 Uhr Zug nach Iasi an der moldawischen Grenze. Von dort soll es nach meinem Fahrplan einen Zug um 6.37 nach Ungheni in Moldawien haben, ja und wenn ich dann dort bin, sehen wir weiter.

Das Ticket nach Iasi scheint mir eher teuer zu sein. Die tiefen Preise in Serbien und Bulgarien haben mich offenbar verwöhnt. Aber die Rumänen ärgern mich nochmals, denn kein Geldwechsel will bulgarischen Leva wechseln. (In Moldawien konnte ich die Leva problemlos wechseln) Nur Euro, Dollar und sonstige Noten aus dem Westen akzeptieren die Rumänen. Dachte, nehmen alle EU-Währungen.

Ich sehe mir den Abfahrts- und Ankunfsanzeiger an und kein Zug ist pünktlich, viele haben 100 Minuten Verspätung. Die Hitze ist abartig. Ich bin schweissgebadet, als mein Zug kurz vor der Abfahrtszeit in den leeren Bahnhof geschoben wird, gerade als auf dem Gleis gegenüber der "Ferienzug" aus Constanza einfährt. Das Chaos auf dem Perron ist unbeschreiblich.

In Rumänien bekommt man beim Ticketkauf automatisch einen reservierten Sitz. Ich steige in meinen Wagen, der mich an deutsche Interregiowagen erinnert: Zwei Abteile an den Türen und in der Mitte Grossraumplätze. Mein Abteil hat 5 Plätze und alle 5 sind belegt. Der Zug wirkt ziemlich voll. Die Kopflehnen und Armstützen meines Abteils sind so konstruiert, dass man es einfach nicht schafft, den Kopf irgendwo anzulehnen. Die Kopglehne ist zu hoch und die Armlehnen zu tief und so krümmen wir fünf uns in allen möglichen Lagen. Mit etwa 20' Minuten Verspätung rollen wir los.

Gegen 6 Uhr schaue ich aus dem Fenster und sehe, dass der Zug in Nicolina hält. Kurze Zeit später trifft er in Iasi ein. Von Gleis 4a soll um 6.27 ein Zug nach Ungheni fahren. Ich gehe zum Schalter, gar nicht einfach zu finden und will, dass man mir ein Ticket nach Ungheni gibt. Der Herr hinter dem Schalter winkt aber gleichmal ab und zeigt in irgendeine Richtung. In diese Richtung gehe ich, denn dort ist ein weiterer Schalter. Der Herr dahinter schüttelt aber nur den Kopf, was bei mir ein verblüfftes "waaaas neii?" auslöst. Er meint "Gara Nicolina" und mir schwant schon was.

In meinem Reiseführer steht tatsächlich, dass es Tickets nur am Gara Mitre gibt, der mit Nicolina angeschrieben ist, der Zug fährt aber ab Nicolina und dieser Bahnhof ist gar nicht angeschrieben. Seltsam. Es gibt also drei Bahnhöfe. 20' Minuten habe ich noch für die 1,5 Kilometer nach Nicolina, welches auch immer. Also los!

Und tatsächlich. Um ca. 6.25 bin ich in Nicolina. Also das müsste der Bahnhof Mitre sein, der mit Nicolina angeschrieben ist. Aber ein Ticket will mir hier gar niemand verkaufen, alle winken nach Süden, 300 Meter von dort soll der Bahnhof Nicolina, der nicht angeschrieben ist, sein. Auf dem Abfahrtsanzeiger steht Ungheni, 6.37. Irgendwie fühle ich mich verschaukelt. Ich laufe so weiter nach Süden, aber irgendwann geht die Strasse nach rechts, die Bahngeleise nach links, von einem Bahnhof nichts zu sehen. Es ist eh zu spät, ich gebe auf. Ich gehe zurück nach Nicolina. Wasche mich, esse was und nehm den Reiseführer zur Hand. Eins steht fest: Wegen den rumänischen Eisenbahnen werde ich gezwungen, einen Bus zu nehmen! Und der Busbahnhof befindet sich - welche Überraschung - rund 2 Kilometer nördlich vom Bahnhof, also rund 4 Kilometer von Nicolina, also Gara Mitre entfernt.

Froh bin ich, als der Busbahnhof Iasi-Vest zu meiner linken auftaucht. Er ist sehr leicht zu übersehen. Genaugenommen ist er nur ein Kiesplatz. Aber ich habe doch noch Glück, denn in 10 Minuten kommt ein Bus nach Chisinau! Yuuupiieeeh!

© Roland E., 2009
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Eine Zugsreise nach Moldawien und zurück.
Details:
Aufbruch: Juli 2008
Dauer: unbekannt
Heimkehr: Juli 2008
Reiseziele: Serbien
Bulgarien
Rumänien
Moldau
Ukraine
Polen
Der Autor
 
Roland E. berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.