13 Monate Weltreise geschmückt mit unvergleichbar schönen Erfahrungen auf einer Vielzahl von Radabschnitten sowie dem Leben unter den Menschen durch Homestay, langen Busfahrten auf Reissäcken in Myanmar,Bergvölker in Laos und vieles mehr. Die Reise führt von Ungarn nach Athen,Dubai, Indien,Japan,China,Myanmar,Thailand,Laos, Vietnam,Malaysia,Philippinen,Borneo,Singapur,Sydney,Chile,Argentinien,Brasilien,Florida,Mexiko und findet in Madrid ihr Ende.
Und da folgt sie nun endlich, die Fortsetzung des Reiseberichtes ab Ueberquerung der serbischen Grenze. Bin somit noch nicht verschollen. Zu meinem Leid habe ich nun doppelt Arbeit, denn die mit Works vorerarbeitete Datei laesst sich nicht mehr oeffnen, 2 Stunden Arbeit hops. Die Fahrt nach Budapest war flach, aber durch die grosse Hitze und den Gegenwind recht strapazioes, da flossen schon gute zehn Liter Wasser durch die Kehle und ne Menge Schweiss.
Im Belgradhostel dann endlich angekommen, erwartete mich dieses Bild.
Warum es dieser alleinreisende Amerikaner lieber vorsah, auf dem Sofa und nicht im Bett zu schlafen wurde mir klar, als mir von einem franzoesischen 2 Wochen-Langzeit-hostlers die kleinen wandernden Punkte an der Wand im Schlafgemach gezeigt wurden...Bedbugs. Der Kammerjaeger sollte den kleinen Tierchen erst am naechsten Tage ein Ende bereiten. Waehrend der Ami also im Sitzen schlief und der Franzose ca. 5 mal vom Zimmer zur Dusche eilte um sich vom Jucken der sich laengst zu ihm ins Bett gesellten bedbugs zu befreien, schrieb ich an meinem letzten Reisebericht. Zum Schlafen legte ich mich dann in die noch nicht befallene Kueche mit Luma und Schlafsack..ueberigens gute Alternative und immer gut bei sich zu haben.
Am naechsten Morgenwar dann der eine mehr, der andere weniger ausgeschlafen.Ich checkte dann mal wieder aus, der Franzose hatte wohl noch eine Woche, tat mir schon leid.
Belgrad selbst ist eine wunderschoene recht saubere Stadt mit genialer Shoppingzone, einem muehevoll gestalteten Park und einer riesigen sich noch im Innenendausbau befindlichen Moschee.
Die Preise in Serbien sind recht niedrig, war also ne Menge Gelegenheit, sich den Bauch mit Leckereien vollzuschlagen und seine Speicher wieder fuer die naechste Etappe zu fuellen. Diese fuehrte suedlich nach Cacak.
Die Nacht verbrachte ich im Freien schlafend bei naechtlichen kuehlen 5 Grad. Haette wohl lieber nicht mehr den Anstieg der vorgesehenen naechsten Etappe auf ca. 800 Meter in Angriff nehmen sollen, die Naechste gestalten sich in der Hoehe meist als froestlicher. Puenktlich um 4 Uhr morgens erwachte ich somit und huellte mich intuitiv wie der Anblick einer Raupe zunaechst zusaetzlich in mein Zelt und dann noch in meine Fahrradtasche..vermutlich halfs ein wenig, war trotzdem noch kalt.Mein Schlafsack, sei angemerkt ist nur bis Minimaltemperaturen von 0 Grad ausgelegt. Irgendwann kam dann der befreiende Sonnenaufgang und mit ihm der Bauer mit seiner Kuh und dem Hund. Haette ich mich mit seinem Hund nicht so gut verstanden, haette er mir vielleicht keinen Caffee angeboten und mir bei Abreise noch eilend Weintrauben gebracht. Also nette Menschen, die Serben.
Die Fahrt folgte dann nach Ueberquerung der Serbisch- bosnischen Grenze durch wunderschoenes Terrain.
und noch schoeneres ..
und ahtemberaubendes Gelaende.
Waeren da nur nicht die gut 20 Tunnel gewesen, die es einem Radfahrer nicht geradezu einfach gestalten, sie zu durchqueren. Jedenfalls hielt ich davor immer an, schaltete meine Lampen ein und versuchte dann so schnell wie moeglich, die teilweise voellig schwarze Roehre zu durcheilen.
Hoerte ich dann ein Fahrzeug hinter mir, wurds mir schon recht mulmig, wusste ja auch nicht wie schnell sich die Pupillen serbischer Lastwagenfahrer von Hell auf dunkel umstellen, um ein kleines blinkendes rotes Licht wahrzunehmen. Alles ging gut, es wurde immer wieder hell.
Die Nacht darauf schlief ich dann in einem recht komfortablen Hotel, dass ich rechtzeitig zu Aufbruch der Daemmerung sichtete, fuer umgerechnet 25 Euro wuerde der Deutsche sagen..Schnaeppchen. Die letzten 40 km gings dann am Folgetag nach Sarajevo. Englisch sprach in dieser Stadt zunaechst so gut wie niemand und nach gut einer Stunde wurde mir dann von einem Mann mit drei Zahnluecken, der eigentlich fuer ein Konkurrenzhostel werben sollte, der Weg zu meiner vorgebuchten Bleibe erklaert. Der Weg auf den Berg war muehsam, wurde dann aber belohnt. In dem Hostel waren vorrangig gut 30 Kiwis, Aussies, Iren und Englaender, ein Franzose und schliesslich meine Wenigkeit. Ein Kiwi und Ire schlossen mich dann gleich bei mittaglicher Sonne zum Wetttrinken in den Bann.
Gut eingekleidet wurde dann ein wenig gefeiert.., sah schon lustig aus inden Muellsaecken, war aber eine guter Sonnenschutz..also mehr praktisch als fashioned.
Es wurde billiges lokales und zugleich gutes Bier getrunken..man muss ja als Radfahrer an seine Energieaufnahme denken..
Es wurde auf der Terasse ein Geburtstag gefeiert..
und immer wieder nett beieinander gesessen. Hatte dann auch gleich eine Nacht veraengert, um hier nur einmal die Augen zu zu machen, war das Hostel einfach zu gut.
Die Aussicht von der Terasse ueber die Daecher Sarajevos waren den Aufstieg allemal wert.
Die bosnische Hauptstadt Sarajevo ist recht ueberschaulich, hat aber ein wunderschoenes Stadtzentrum zum bummeln, mit vielen Bars und Restaurants. Das Essen enorm billig und vollzueglich!!
Schliesslich gings gut gestaerkt auf die laengste Radetappe meines Lebens, aufstehen war morgens um 5, losgefahren wurde um 6, Ziel war das Erreichen von Dubrovnik an der suedkroatischen Kueste. Der Wind war diesmal auf meiner Seite lag wunderbar im Ruecken, schob mich foermlich, und ich war gut Ding. Waeren da nur nicht die drei Paesse,..
die im Weg stehenden Kuehe
und noch mehr den Weg blockierendes Bauernvieh..
gewesen. Interessant auch der Eindruck beim Blick auf die Weiden, dass sich ein Bauer vereinzelt lediglich einer einzigen Kuh annimmt.
..und waere da ein Schild mehr an einer Weggabel gewesen, haette ich mir die gut 40 km Umweg gespart.
Vorbei an schoenen Seen musste ich schliesslich mein Etappenziel nach rund 12 Stunden und 260 km beerdigen und in einem Motel vorlieb nehmen. Dort nach einer deftigen Mahlzeit auf dem Bett vorlieb nehmend, verviel ich dann fast in einen Schockzustand, als ich neben dem Fernseher ein skorpionaehnliches Tier erspah. Der Rezeptionist beseitigte es dann, meinte aber, es sei harmlos und ich solle doch das Fenster besser geschlossen lassen. Ich durchschaute also nocheinmal alle Waende nach einem Bruder dieses nun toten Etwas und legte mich dann voellig erschoepft schlafen.
Am naechsten Morgen gings dann die letzten 50 km nach Dubrovnik. Wer sagen kann, was das fuer ein Tier ist, das da so scheintot am Strassenrand lag, dem sei gedankt.
Da gings dann also hinein nach Kroatien, wenn auch nur fuer einen Tag.
Dubrovnik schon aus der Ferne wunderschoen..
hat eine ahtemberaubende Altstadt, die bei abedlicher Beleuchtung erst so richtig zur Geltung kommt. Schade,dass ich den Photi nicht bei hatte, als ich mit einem Walesianer aus dem doch eher bescheidenen Hostel zur Nahrungsaufnahme in die Stadt zog.Schliesslich wurds dann doch gut 2 Uhr in der frueh, als wir zusammen mit drei Spanierinnen zwei Pubs durchzogen. Das boese Wetter hatte dann auch diese Region inne,bislang war nur Sonnenschein angesagt.Der Taxifahrer kannte die genaue Strasse des Hostels nicht, die Suche nach Absetzen gestaltete sich laenger, als waeren wir es direkt alles in stroemendem Regen gelaufen.
Und hatte der Kerl ein Glueck,dass er nicht mit mir die durchnaesste Fahrt nach Montenegro antreten musste. Er hatte vielleicht ein wenig zu sehr ins Glas geschaut.
Dies war dann Dubrovnik bei Tag.
Vor Turistenschwaermen konnte man sich hier dann aber kaum noch retten, somit also weiter Richtung Suedost.
Am Grenzuebergang nach Montenegro hatte Petrus dann seine Dusche auf vollen Touren. Ein Weiterfahren fuer rund 2 Stunden unmoeglich. Durchnaesst und bei Wind war bibbern angsagt. Aber zum Glueck hatte ich ja meinen Schlafsack...so sass ich dann auf einem Stuhl gleich nebst der montenegrischen Polizeiwache und las ein Buch, bis der Spukvorueber war.
Durch ein paar kleinere Pfuetzen konnte es weitergehen..
mittlerweile bin ich in Albanien, schreibe gerade aus Tirana, bin in zwei Tagen in Griechenland, spaetestens aus Athen naechste Wo folgt das nachste update, wenn alles gut geht.