13 Monate Weltreise geschmückt mit unvergleichbar schönen Erfahrungen auf einer Vielzahl von Radabschnitten sowie dem Leben unter den Menschen durch Homestay, langen Busfahrten auf Reissäcken in Myanmar,Bergvölker in Laos und vieles mehr. Die Reise führt von Ungarn nach Athen,Dubai, Indien,Japan,China,Myanmar,Thailand,Laos, Vietnam,Malaysia,Philippinen,Borneo,Singapur,Sydney,Chile,Argentinien,Brasilien,Florida,Mexiko und findet in Madrid ihr Ende.
gib ihm die Sporen Teil 1> Ungarn
die Weltreiseroute im Ueberblick..
Nach doch recht kurzer Reisevorbereitung glaube ich alle wichtigsten formellen und organisatorischen Dinge eingeleitet zu haben. Die letzten zwei Monate gestalteten sich neben der normalen ausklingenden Arbeit als extrem zeitintensiv. Fluege,Impfungen, Visa stehen, die ersten 20 Hosteluebernachtungen sind auch in trockenen Tuechern.
Der erste Teilabschnitt durch doch recht gut erschlossene Gebiete mit ähnlich gewohnter Infrastruktur, wie man es von zu Hause kennt,ist hierbei der vielleicht richtige Einstieg für diese lange Reise durch schwierige Gebiete.
Mit dem Flug von London an das Westufer des Balaton in Ungarn beginnt mein erster grosser Radabschnitt mit einer wunderschönen Route durch den Südosten Europas.
Das Wetter haette im Vergleich Abflug in Stansted zu Landung kaum kontrastreicher ausfallen koennen. Jeder kann sich denken, wo die Sonne geschienen hat und wo man beinahe ein Boot als Fortbewegungsmittel an Land benoetigt haette.
Nach meiner zweiten Nacht im Schlafsack erwartete mich dieser schoene Sonnenaufgang..schoen so geweckt zu werden.
Die suche nach einem geeigneten Schlafquartier erweist sich allerdings nicht immer als einfach, kurz nach Balatonfuered, am noerdlichen Ufer des Plattensees wars aber kein Problem.
Die 150km Rad nach Budapest waren dann doch huegeliger als zunaechst angenommen. Wer glaubt, Ungarn sei restlos flach wie eine Scheibe, der irrt!
Wem faellt an diesem Lenker etwas auf?..richtig, da feht rechts doch der Stoepsel, damit der Lenker nicht vollauft wie eine Badewanne. Wo koennte dieser auch besser verschwinden, als auf einem Flug von Ryanair, das Fahrrad kostet zwar 50 Euro extra, Vorsicht beim Transport kennen die scheinbar aber nicht bei Ryanair. Die beiden zusaetzlichen Trinkflaschen in meiner Sattelhalterung waren im uebrigen auch verschwunden, obwohl sehr feste Halterung! Nun, Verluste gibts im Leben, die Trinkflaschen sind ersetzt, das Loch gestopft durch Stoepsel eines Lenkerbandes..gehe somit nicht baden.
das Budapester Hostel im uebrigen recht familiaer und angenehm. Die drei Naechte dort vergingen viel zu rasch.
Der erste Abend fuehrte uns "vier deutsche und eine Kolumbianerin aus dem Hostel" von so manchen klasse Bars..
scliesslich zu jener Karaokebar, die mir sicher auch noch nach der Reise in Erinnerung geblieben sein wird.
Der naechste Tag bestand aus gemuetlichem Sightseeing mit drei netten Englaendern aus unserer Unterkunft. Die beiden Maedels nicht nur sehr fotogen sondern auch sonst unerwartet nett, nah dem was mein Weltbild durch Aussage des Polen anbetraf. Es heisst ja immer so schoen, mach selbst deine Erfahrung und hoer nicht auf andere.
Der gemeinsame Besuch in jenem wunderschoenen Spa-Bad erwies sich seiner Forint wert. Apropo Geld..wer glaubt,in Budapest noch richtig billig Urlaub machen zu koennen, der irrt, die Preise unterscheiden sich nur noch geringfuegig von den unsrigen.
...und noch ein Bild von meiner Wenigkeit, bei dem wunderschoenen Hintergund im wahrsten Sinne des Wortes.
Ach, und dann war da ja noch diese nette Ungarin, die so sportlich wie sie ist, nicht nur den taeglichen Weg zur Arbeit, sondern vor meiner Nase weg auch noch den Weg zum Fahrradladen strampelte.
Einfach nett diese Ugarn!..Sie sprechen auch meist nicht nur unsere Sprache, sondern schreiben auch unsere wichtigsten Schilder, wie..
..ja, Jagdhaus! Am Balaton ist deutsch ueberall zu finden. Noch zu DDR-Zeiten gabs als urlaub meist ja nur Ungarn oder Rumaenien. Dieses Schild steht allerdings suedoestlich von Budapest Richtung Szeged, was die dort wohl jagen?..sicher keine Wildschweine.
Das geplante Erreichen von Szeged blieb mir im uebrigen an diesem Tag verwehrt, lag zum einen an der langen Abschiedsgerede im Hostel und zum anderen an dem unangenem starken Gegenwind.
Die Nacht darauf erwies sich als wirklich scary!! Ich fuhr erst in die Dunkelheit, mit der Hoffnung, an Szeged vielleicht doch noch zu schnuppern, luemmelte mich dann aber 30 km davor an den Rand eines Fedweges. Wie ich bereits fast einzuschlafen schien, hoerte ich eine Stimme, im dunkeln sah ich dann eine Gestalt 10 Meter vor mir mit den Armen herumfuchteln. Da ging mir schon echt ein Schauder ueber den Ruecken, da versinkst du einen Moment lang in einer Schockstarre.
Mir wurde dann aber doch schnell klar, der Kerl wollte nichts boeses. Er bot mir eine Zigarette an, sprach nur ungarisch und sah aus wie so ein Bauernknecht..was er dann ach war. Seine Aufgabe bestand einzig darin, den Weg zu seinem Herrn vor Eindringlingen fernzuhalten. Dies machte er mir durch eine Gestik "kopf ab" stetig klar, was ihm durch seinen Herrn gelte, sollte er seiner Arbeit nicht nachgehen..anfangs dachte ich, das gelte mir. Ich gab dann also klein bei und fuhr um 11 abends noch an ein paar Hoefen mit bellenden Hunden vorbei(so einen Klaeffer hat da in der Pusta fast jeder Hof, wie sich herausstellte), ehe ich mir meines Schlafquartieres sicher war. Ich jedenfalls suche mir meine Uebernachtungsstelle immer nur noch bei Tageslicht wenn ich auch sehe, wo ich mich befinde.
Als ich dann schliesslich dieses Schild las, dachte ich irtuemlicherweise, ich muesste bereits Abschied nehmen von Ungarn.
Dem war nicht so, die Grenzpolizisten schickten mich zum naechstgroesseren Uebergang gute 30 km Umweg zurueck. Warum die Ueberquerung dort nicht moeglich war, hab ich bis heute nicht raus.