Türkei-Reisebericht :Kulturland TÜRKEI - 2010

Eceabat / Türkei

Wir sind in Eceabat - Türkei - an den Dardanellen.

Wir sind in Eceabat - Türkei - an den Dardanellen.

In diesem Hotel - Boss - haben wir übernachtet. Wir können das nur empfehlen!

In diesem Hotel - Boss - haben wir übernachtet. Wir können das nur empfehlen!

Dienstag, 4. Mai 2010 5. Tag Eceabat/Türkei

Um 7.15 Uhr schellt der Wecker. Wir haben sehr gut geschlafen. Die Betten waren hervorragend. Wir sehen die Sonne hinter den Felsen aufgehen, ein toller Anblick. Um 8 Uhr gibt es Frühstück: Harte Eier, Käse, Brot, Tomaten, Oliven, Marmelade, Honig, Saft und Kaffee. Gut gestärkt düsen wir um 8.45 Uhr los, erst die kurvige Strecke zurück bis Grevena und dann ein Stück Autobahn. Heute haben wir nochmals viele Kilometer vor uns. Aber wir wollen wieder in Griechenland übernachten und dann morgen gemütlich in die Türkei einreisen. Die Türkei ist ja unser eigentliches Reiseziel. Die Fahrt über die Autobahn läuft super. Rechts und links sehen wir blühende Wiesen mit Klatschmohn, grüne Berge mit vielen Schaf- und Ziegenherden. Die Hirten sind wild aussehende Männer mit wettergegerbten Gesichtern. Doch alle halten ein Handy modernster Art am Ohr. Die Zeit bleibt nirgendwo wirklich stehen. In Thessaloniki machen wir einen kurzen Tankstopp. Wir ziehen die warmen Sachen aus und weiter geht es Richtung Kavalos, vorbei am Süßwasser-See Kournas und dann sehen wir eine Weile das Meer. Wir liegen gut in der Zeit. Gegen 13 Uhr machen wir eine kurze Pause. Es ist sehr warm geworden. Rolf glaubt, dass wir es heute doch noch in die Türkei schaffen. Und so ist es: Um 16 Uhr reisen wir ohne Komplikationen in die Türkei ein (bis hierher 7 Std. 347 Meilen (559 km). Es folgt eine weitere landschaftliche schöne Strecke, trotz Autobahn, bis wir um 18 Uhr Eceabat, auf der Halbinsel Gallipoli am Marmarameer erreichen.

Dardanellen
Die Dardanellen liegen zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli und dem zu Kleinasien gehörigen Nordwest-Anatolien. Die Meerenge verbindet das Marmarameer mit dem Ägäischen Meer. Die Dardanellen sind ca. 65 km lang und zwischen 1,3 und 6 km breit, ca. 50 m tief. Während des Ersten Weltkrieges waren die Dardanellen aufgrund ihrer strategischen Lage Schauplatz der Schlacht von Gallipoli mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Die Schlacht von Gallipoli wurde während des Ersten Weltkriegs auf der türkischen Halbinsel Gallipoli ausgetragen. Die Entente-Mächte (Briten, Franzo-sen, Australier, Neuseeländer) wollten in einer gemeinsamen Operation die Halbinsel besetzen und sie als Ausgangsbasis für die Eroberung der osmani-schen Hauptstadt Istanbul nutzen. Der Versuch scheiterte jedoch. Das Os-manische Reich, zusammen mit dem Deutschen Kaiserreich trug den Sieg davon. Beide Seiten verloren schätzungsweise 250.000 Männer, was der Hälfte der zum Einsatz gekommenen Soldaten entspricht. In der Türkei kennt man die Operation als Schlacht von Tschanakkale. Die Briten nennen sie Dardanellenschlacht. In Australien und Neuseeland ist die Schlacht unter dem Namen Gallipoli bekannt. Seit 1936 regelt der Vertrag von Montreux die Durchfahrtsrechte. Mustafa Kemal, der sich als zuverlässiger und eigenständiger Truppenführer mehrfach bewährt hatte, legte mit der Schlacht um Gallipoli den Grundstein als Volksheld Gazi Mustafa Kemal Pascha und sollte nach einem kometenhaften Aufstieg nach Kriegsende als Präsident der Türkei un-ter dem Namen Kemal Atatürk weltweit bekannt werden. Die Schlacht um Gallipoli war eine der blutigsten und brutalsten im Ersten Weltkrieg. Geradezu beispiellos war sie als Schlacht, in der eine Landarmee auf Dauer einem von Heer und Marine zusammen geführten Kampf standhalten konnte. Überliefert ist der Befehl Atatürks an seine Soldaten an einem Frontabschnitt, an dem diese den Rückzug erwogen, da ihnen die Munition auszugehen drohte. Er befahl ihnen in dieser Situation das Sterben, da in der Zwischenzeit, in der sie stürben, frische Kräfte herangeführt werden könnten. Gallipoli war aufgrund der hohen Opferzahlen ein Schock für Australien und Neuseeland. Es war der bislang größte Konflikt, in den diese beiden britischen Dominions verwickelt wurden. Neben der Schmach für die Entente zog die Niederlage auch Konfrontationen und Streitigkeiten auf politischer Ebene nach sich, die zum Rücktritt Churchills als Marineminister und zum Sturz der Regierung Asquith führten.

Wir finden ein schönes Hotel (Boss - 0286 814 1464). Das Zimmer kostet 70 Türklira, was ca. 35 Euro entspricht. Frühstück und Bewachung des Motorrades sind inbegriffen. Der Besitzer und die Angestellten sind sehr freundlich, sie schleppen unser ganzes Gepäck allein nach oben. Das Zimmer ist ganz neu, modern und picobello sauber! Nachdem wir geduscht haben laufen wir um 19.30 Uhr ein bisschen durch die Stadt. Ein Freund des Hotelmanagers bringt uns zu einem Telefonladen, wo Rolf eine türkische Telefonkarte kauft. Der Freund lässt alles auf seinen Namen und Pass registrieren, um uns die Formalitäten zu ersparen. Einmalig! Anschließend geht es zum Essen: Kebab vom Huhn, Reis, Pommes, Salat. Leider alles ziemlich kalt und dann betuppen sie uns noch um 4 Euro. Nächstes Mal passen wir besser auf. Später sitzen wir in einem Teehaus am Meer, Rolf raucht seine Zigarre und wir halten Plausch mit ein paar alten Türken, die uns auf Deutsch ansprechen. Um 21 Uhr sind wir zurück im Hotel, welches wir nur empfehlen können.
Gefahrene Meilen: 433 (697 km) - 9 Stunden unterwegs.

© Uschi Agboka, 2010
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Mit dem Motorrad von Niederbayern über Österreich, Italien, Griechenland in die Türkei und zurück über Griechenland, Mazedonien, Kosovo, Montenegro, Kroatien, Österreich
Details:
Aufbruch: 30.04.2010
Dauer: 5 Wochen
Heimkehr: 01.06.2010
Reiseziele: Italien
Griechenland
Türkei
Serbien
Montenegro
Kroatien
Der Autor
 
Uschi Agboka berichtet seit 11 Jahren auf umdiewelt.
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Uschi über sich:
Anonyme Eintragungen in meine Gästebücher werden von mir sofort gelöscht. Menschen, die beleidigen, unqualifizierte Äußerungen von sich geben und dabei nicht den Mut haben, mit ihrem Namen gerade zu stehen, haben bei mir nichts zu suchen.

Die Menschen in ihrer wirklichen Welt erleben, abseits der normalen Touristenwege, das ist unser Motto.

Meine schönste Beschäftigung: mit meinem Lebensgefährten auf dem Motorrad die Welt abseits der Touristenpfade zu erkunden.
Da ich oft vom Motorrad aus fotografiere, sind die Bilder manchmal etwas krumm .

Es lohnt sich, die homepage meines Mannes anzusehen: www.harley-rolf.de. Dort gibt es Bilder und Diashows zu den einzelnen Reisen.

Hinter mir liegt ein interessantes und ungewöhnliches Leben, doch trotzdem bin ich neugierig, auf das, was vielleicht noch kommt.

Wer möchte, kann mich auch auf Facebook finden - Uschi Agboka.