Kanalinseln 2007

Reisezeit: Juni 2007  |  von Peggy C.

Jersey

Sie ist die größte Kanalinsel und besitzt gegenüber Guernsey viel mehr Einkaufsmöglichkeiten, eine Oper, Markthalle und ungleich mehr Restaurants, Pubs oder Cafes. Jersey ist weltoffener und auch kommerzieller.

Auf der offiziellen Webseite erhalten sie alle wichtigen Auskünfte.

www.jersey.com

23.06.07 - 30.06.07

Vom Hafen in Jersey erreichten wir das Panama-Apartment, das wir gemietet hatten, zu Fuß in zehn Minuten. Leider konnten wir es noch nicht übernehmen. So stellten wir die Koffer ab und erkundeten die Umgebung. Kurze Zeit später waren wir zurück.

Vom Vermieter der " Freedom Holidays", der sich mit uns verabredet hatte, war leider nichts zu sehen, eine freundliche Polin vom Reinigungspersonal übergab uns stattdessen die Schlüssel.

Das Apartment verfügte über einen kombinierten Wohnraum mit Küchenzeile, ein Schlafzimmer und ein Bad. Es wurde täglich gereinigt und die Handtücher wurden gewechselt. Die Ausstattung war einfacher Standard und die Räume wirkten wie unbewohnt. Nicht einmal ein Salzstreuer, Spül- oder ein Handwaschmittel, Deckchen, Blume oder dergleichen fanden wir vor. Das haben wir noch nirgendwo erlebt.

Ganz in der Nähe des Apartments liegt der kilometerlange Strand Havre des Pas. Bei Ebbe erscheinen besondere Steinformationen, die einer Mondlandschaft gleichen.

Die Hauptstadt Jerseys St. Helier ist in den letzten Jahren erschreckend schnell gewachsen. Wenn man vom Wasser auf St. Helier zufährt, sieht man erst mal nur Beton. Viele Appartementhäuser und Hotels haben die begehrten Plätze am Hafen eingenommen. Zwei Kinocenter, ein Schwimmbad und Fast-Food-Restaurants sind ebenfalls dazu gekommen. Von dem beschaulichen Städtchen, das ich vor 13 Jahren kennen lernte, ist wenig geblieben. Ich würde mir wünschen, dass diese Bautätigkeit aufhört, damit die Individualität der Insel nicht verloren geht.

St. Helier bietet jede Menge Geschäfte, Supermärkte und vor allem Juweliere. Auch ausgezeichnete Pubs, in denen es recht gesellig zugeht und die gutes Essen anbieten. Jersey ist seit Januar diesen Jahres rauchfrei. Das machte den Aufenthalt in den Pubs für uns noch angenehmer.

Am Ankunftstag aßen wir im "Peirsons". Diesmal aß ich Fish and Chips, leckere traditionelle englische Kost. Wir tranken "Jersey Ale", ein Bier, dass auf der Insel gebraut wird.

Der Sonntag auf Jersey war vollkommen verregnet. So wie in ganz England. Also nutzten wir den Tag zum Entspannen. Unseren "Sunday Roast" (vergleichbar mit deutschem Sonntagsbraten) nahmen wir im "Lamplighter" ein. Man hatte die Wahl zwischen Roastbeef, Lamm und Hähnchen. Wir entschieden uns für Roastbeef und Lamm. Dazu gab es Bratkartoffeln und Kartoffelpüree, versch. Gemüse, viel Bratensoße und Yorkshire-Pudding (sieht wie ein aufgeschnittenes Brötchen aus). Für umgerechnet 10,50 Euro pro Gericht ein ausgezeichnetes Sonntagsessen.

Uns sprach ein freundlicher junger Mann aus Irland an, der für eine deutsche Fa. in Leipzig arbeitete und in St. Helier am neuen "Royal Yacht Hotel" mitbaute. Dann auch ein nettes französisches Paar.

Später fanden wir bei einem Spaziergang durch Zufall auf der Green Street einen verwitterten kleinen Friedhof mitten zwischen Wohnhäusern mit prächtigen Grabsteinen zwischen wilder Vegetation.

Nach dem verregneten Sonntag war es montags angenehm sonnig. Deshalb spazierten wir von St. Helier bei Ebbe am Strand entlang nach St. Aubin.

St. Aubin liegt sehr malerisch an einem Hang und ist für mich der perfekte Urlaubsort. Ein kleiner Jachthafen, ein Fort, ein paar Geschäfte und Restaurants bieten alles, was der Urlauber so braucht.

Wir fuhren mit dem Bus zurück. Leider kostete auf Jersey eine Einzelfahrt umgerechnet 2,25 Euro und es gab keine verbilligten 10er Karten wie auf Guernsey. Sobald man aussteigt, ist die Fahrkarte verfallen. Es gab nur die Möglichkeit eine Mehrtages-Fahrkarte zu kaufen, die sich aber nur bezahlt macht, wenn man an jedem Tag mehrere Fahrten unternimmt.

In St. Helier lohnt sich der Besuch der Markthalle, in der es nicht nur frische Waren und Blumen zu kaufen gibt, sondern die auch durch ihre Architektur besticht.

Gegessen haben wir wieder im "Peirson". Ein älterer Herr suchte gleich ein Gespräch mit uns. Er erzählte von seinem harten Arbeitsleben und davon, dass auch er mit Skepsis die rege Bautätigkeit auf Jersey sieht. Auch stellte er fest, dass armen Menschen wie ihm auch auf einer so reichen Insel nichts geschenkt wird.

An diesem Nachmittag genossen wir im "Bean around the World" richtig guten Kaffee. Dieses Cafe war außergewöhnlich gestaltet und man konnte interessante Typen beobachten.

Mit dem Bus besuchten wir anderentags Gorey. Bei der Einfahrt in den Ort kann man bereits das "Mont Orguil Castle" bestaunen, das über einer bunten Häuserreihe thront. Das Castle ist absolut sehenswert, nur leider kostete der Eintritt umgerechnet 13,50 Euro.

Um die Hafenbucht gruppieren sich kleine Geschäfte und Restaurants. Im Straßencafe Louise aßen wir mit Meerblick ein köstliches, preiswertes Mittagessen.

Gorey ist auch bekannt durch die "Jersey Pottery", die wir besuchten. In einer Ausstellung wird das traditionelle Töpfer-Handwerk vorgestellt und gleich nebenan verkauft.

Nach einem längeren Spaziergang erreichten wir "La Hougue Bie", eine steinzeitliche Stätte, von vor ungefähr 6000 Jahren.

Am nächsten Tag fuhren wir mit der Buslinie 12a in den Nordwesten nach Les Landes.

Die Fahrt führte vorbei an der kilometerlangen St. Ouens Bay, die erstaunlicherweise noch ursprünglich und fast unverbaut geblieben ist.

Die Deutschen haben im Zweiten Weltkrieg Guernsey und Jersey mit hässlichen Bunkern verbaut, die meist auch heute noch die herrlichen Buchten verschandeln. Im Nordwesten der Insel hatte man einen Bunker zur Fischzucht umgebaut und im eigenen Fischladen wurde die Ware verkauft.

Auch von Les Landes führen Wanderwege an der Küste entlang. Glücklicherweise schien die Sonne und wir genossen tolle Ausblicke. Wir liefen Richtung Grosnez Point und sahen die Reste eines Castles.

Und dann ging es weiter in die Plemont Bay. Dort blühte gerade die Heide und der Ginster.

Von der Küste aus konnte man bis Guernsey und Sark sehen.

Auf Jersey wird die Plemont Bay als "best kept secret" beschrieben. Wobei ich davon überzeugt bin, dass die meisten Jersey-Urlauber und erst recht die Einheimischen diese Bucht kennen und von ihr schwärmen. Ein Weg führt steil runter in die Bucht.

Auf halbem Wege befindet sich das "Bay Beach Cafe", in dem wir zu Mittag aßen. Es wurden sowohl warme Gerichte als auch Kuchen und Eis angeboten. Und auch Kunst und Schmuck wurde verkauft. Von den meisten Plätzen hatte man einen herrlichen Blick aufs Meer.

Nach dem Essen wollten wir runter an den Strand, aber inzwischen war er überflutet. So konnten wir ihn nur von Ferne betrachten.

Man erzählte uns, dass etwas weiter am Küstenpfad entlang Puffins (Papageientaucher) ihre Nester gebaut hätten. Leider ließen sich diese schönen Vögel bei uns nicht sehen.

Die Fahrt mit dem Bus nach St. Helier zurück führte uns mitten durch das noch ursprüngliche Jersey. Wir sahen u.a. die dort so beliebten Jersey-Kühe mit ihren ausgesprochen hübschen Gesichtern (und wie wir schon feststellen konnten, besonders gutem Fleisch).

In der Nähe des Busbahnhofes ist der Liberation Square. Dort hat man 1995 zum Gedenken an die Befreiung von den Deutschen 50 Jahre zuvor ein Denkmal errichtet.

Auch findet man die Tourist- Information und einen Stand mit "Jersey- Eis", dessen Zutaten überwiegend von der Insel stammen. Den Geschmackstest hat das Eis bei mir mit "sehr gut" bestanden.

Am anderen Tag fuhren wir erneut mit der Linie 12 zum Leuchtturm "La Corbiere". Vorbei an der kleinen wunderschönen Portelet Bay.

Der Leuchtturm ist zu Fuß nur bei Ebbe erreichbar. Wir hatten Glück, doch leider konnten wir ihn nicht von innen besichtigen.

Aber allein die Felsformationen um ihn herum sind schon einen Ausflug wert. Auch Kletterer fanden eine Felswand für ihren Sport.

Vom Leuchtturm aus sah man die prachtvolle, kilometerlange St. Ouens Bucht.

Wir liefen aber an der Küste entlang bis in die Brelade Bay. Vorher sahen wir die Beauport Bay, in der rege Bautätigkeit stattfand. Leider sind gerade diese schönen Flecken begehrter Baugrund für Anwesen.

Bevor wir die Brelade Bay erreichten, trafen wir auf eine sehr alte, malerisch gelegene Kirche und eine Fischerkapelle.

Gegenüber im Gemeindehaus wurde hausgemachter Kuchen und Tee verkauft, den wir mit Blick in die Bucht genossen.

Brelade Bay ist touristisch voll erschlossen. Den Strand säumen Hotels und Restaurants. Um ins eigentliche Zentrum zu kommen, mussten wir leider einen Anstieg erklimmen. Dort fanden wir gleich zwei große Supermärkte und verschiedene andere Geschäfte.

Auch besuchten wir gleich noch die "Lavendelfarm" in St. Brelade. An einem riesigen Lavendelfeld grenzte eine Destillerie, ein Shop und ein Restaurant. Dort tranken wir zum ersten Mal Lavendel-Tee. Als ich fragte, wie er zubereitet wird, wurde mir gesagt, man müsse getrockneten Lavendel mit heißem Wasser aufgießen. Dass das so einfach ist, hätte ich nicht gedacht. Man trinkt den Tee mit Honig.

Auf unserem Abendspaziergang fanden wir in St. Helier den Howard Davies Park, der sehr gepflegt ist mit Rosengarten und sogar einem Wintergarten-Cafe.

In St. Helier hat man für uns Ausländer Pfeile auf die Straße gemalt und "Look left" und "Look right" geschrieben. Mir ist es ein paar Mal passiert, dass ich automatisch in die falsche Richtung geschaut habe, weil in Deutschland ja die Fahrzeuge auf der rechten Spur fahren. So habe ich mich gefreut, dass man auf Jersey die Unfallgefahr gering halten will.

Unser vorletzter Tag war grau und teilweise verregnet. Trotzdem fuhren wir mit der Linie 7 in den Norden zum "Devils Hole", einer Schlucht, die bei Hochwasser von unten voll läuft. Als wir dort ankamen, war es erstens trüb und zweitens war Ebbe. Also sahen wir nur ein Felsloch. Die umliegende Küste mit ihren Wanderwegen ist trotzdem jederzeit einen Ausflug wert.

Direkt beim Devils Hole aßen wir im Pub "Priory Inn". Zum typisch englischen Essen tranken wir diesmal die leckeren Biere "John Smith" und "Courage Direction Bitter".

Als Verdauungsspaziergang machten wir uns auf den Weg zum "La Mare Weingut". Leider steht dort der Kommerz im Vordergrund, man lässt sich alles bezahlen. Wir hatten bereits einige Weingüter besichtigt, so ließen wir dieses aus. Die Weine waren uns zu teuer, auch wollten wir uns nicht mit Flaschen abschleppen.

Mit dem "Explorer Bus" fuhren wir zurück in die Stadt. Dieser Bus fährt quer über die Insel und zu den Sehenswürdigkeiten. Auch durch das noch sehr ursprüngliche St. Peter Valley. Teilweise erschien mir die Landschaft verwunschen wie in einem Dschungel.

Zurück in St. Helier habe ich mir bei "Thorntons", einem Schokoladenladen auf der King Street, Eiscreme mit Schokolade vom Brunnen gegönnt.

Unseren letzten Ferientag auf Jersey verbrachten wir in St. Helier und sahen uns unter anderem einige Kirchen an.

Am frühen Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen und kamen nach einem guten Flug relativ pünktlich am Abend in Düsseldorf an.

Wir können Guernsey und Jersey als Urlaubsorte sehr empfehlen, wobei uns eine Woche je Insel reichte.

© Peggy C., 2007
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Besuch der Inseln Guernsey und Jersey
Details:
Aufbruch: 16.06.2007
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 30.06.2007
Reiseziele: Großbritannien
Der Autor
 
Peggy C. berichtet seit 20 Jahren auf umdiewelt.
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