Auf das Dach Afrikas: Äthiopien

Äthiopien-Reisebericht  |  Reisezeit: April / Mai 2017  |  von Thalia&Christine R

14.04.2017: Addis Abbeba

Die Kleidung der Ethiopian Airlines für die Stewardessen gefällt uns garnicht. Sie tragen so komische gelbe Überziehschürzen mit seitlichem Gummis. Schade, dabei sind die Äthiopierinnen sehr schöne Menschen.
Wir werden gut verpflegt mit Abendessen und Frühstück. Viel zu viel für den kurzen Flug.
Am Airport ist alles gut ausgeschildert. Es gibt viele Schalter für das "Visa on arrival" , sodass wir nicht lange warten müssen. Es ist besser organisiert als in Indonesien.
Für 50 US$ bekommen wir unseren Stempel.
Und wir holen hier auch gleich einen Batzen Geld aus dem Atm und wechseln zusätzlich noch 100 Euro in Birr.
Es ist ja noch früh und angenehm kühl.

Nun heißt es auf unseren kostenlosen Guesthouse Shuttle warten. Aber das erweist sich als schwierig. Ein netter Afrikaner, der selber als Shuttle seine Gäste sucht, hilft uns, indem er in unserem Guesthouse anruft.
Wir sollen hier warten, der Fahrer ist unterwegs

Nun heißt es auf unseren kostenlosen Guesthouse Shuttle warten. Aber das erweist sich als schwierig. Ein netter Afrikaner, der selber als Shuttle seine Gäste sucht, hilft uns, indem er in unserem Guesthouse anruft.
Wir sollen hier warten, der Fahrer ist unterwegs

Es dauert noch fast eine halbe Stunde bis der da ist. Obwohl sich das Feld der Bleichgesichter nun lichtet, werden wir weder angesprochen noch irgendwie belästigt

Es dauert noch fast eine halbe Stunde bis der da ist. Obwohl sich das Feld der Bleichgesichter nun lichtet, werden wir weder angesprochen noch irgendwie belästigt

Unser Guesthouse liegt sehr abseits vom Zentrum. Hier werden wir nie mehr hinfinden. Alles ist sehr staubig. Die Straßen, die Häuser- alles.
Jedes Haus ist mit einer Mauer und Stacheldraht gesichert. Unser Zimmer ist ganz oben im 3. Stock und wir haben sogar einen Balkon und guten Blick auf die vielen gesicherten Häuser ringsum.
Wir ruhen etwas und frühstücken.
Im Hof sitzen immer 2 Männer als Wachen, die dann das Tor öffnen , wenn jemand klopft und es sorgfältig wieder verschließen.

Wir lassen uns vom Hotel-Shuttle zum Nationalmuseum fahren , denn wir wollen Lucy sehen.

Lucy ist 3,2 Millionen Jahre alt--wohl die älteste Frau der Welt.

Lucy ist die Attraktion des Museums.

Lucy ist die Attraktion des Museums.

Die Überreste der ältesten Frau...

Die Überreste der ältesten Frau...

Sehe ich alt aus...so eine schlaflose Nacht im Flieger hinterläßt Spuren...Lucy ist übrigens die Frau links.......

Sehe ich alt aus...so eine schlaflose Nacht im Flieger hinterläßt Spuren...Lucy ist übrigens die Frau links.......

Nochmal Lucy allein....sie war nur knapp einen Meter groß..Als sie 1974 gefunden wurde, kam gerade das Lied von den Beatles "Lucy in the sky with diamonds" raus--deshalb bekam sie diesen Namen.

Nochmal Lucy allein....sie war nur knapp einen Meter groß..Als sie 1974 gefunden wurde, kam gerade das Lied von den Beatles "Lucy in the sky with diamonds" raus--deshalb bekam sie diesen Namen.

Das Nationalmuseum.

Das Nationalmuseum.

Die sind am futtern....

Die sind am futtern....

Wir beschließen uns noch die St. George Church anzusehen. Noch ahnen wir nicht dass wir heute noch richtig über den Tisch gezogen werden und eine weniger schöne Erfahrung machen werden...
Da wir nicht wissen wo lang--nehmen wir kurzerhand ein Taxi. Von 150 Birr auf 100 Birr gehandelt..(sicher immer noch zu viel--so schnell wie der Fahrer eingewilligt hat..)....

Überall ist viel los. Die Stadt ist furchtbar staubig--aber wir werden kaum angesprochen und auch kaum angestarrt, obwohl wir kaum andere Touris sehen.

Alle Menschen sind weiß gekleidet. An der Kirche sind hunderte von Menschen, es wird alles mögliche verkauft und alle sind am beten. Über Lautsprecher aus der Kirche schallen laute Gebete über den ganzen Platz.
Wir kommen uns vollkommen deplaziert vor in unseren bunten Sachen.Aber man läßt uns in Ruhe--schaut uns nur an.
Jetzt spricht uns ein junger Mann an und stellt sich vor: er heißt Daniel und erzählt, dass er einen deutschen Paten hatte, der ihm seine Schulbildung finanziert hat. Tatsächlich spricht er etwas Deutsch.
Er erzählt uns, dass hier die Osterfeiertage mit viel beten und bitten um Vergebung verbracht werden.
Wir fragen ihn nach dem Weg zur "Holy Trinity Cathedral".
Er erklärt uns den Weg und wir marschieren los.
Plötzlich steht er neben uns weil er uns begleiten möchte. Wir sollten uns den großen Markt anschauen--sehenswert.
Okay--wollen wir. Unterwegs plaudert und erklärt er viel.

St George church

St George church

Hunderte von Menschen liegen hier unter den Bäumen und haben sich hier häuslich eingerichtet.

Hunderte von Menschen liegen hier unter den Bäumen und haben sich hier häuslich eingerichtet.

Mutter und Tochter. Natürlich habe ich gefragt, ob ich fotografieren darf.

Mutter und Tochter. Natürlich habe ich gefragt, ob ich fotografieren darf.

Straßenbild mit viel Müll. Es ist hier leider völlig normal, das der sämtlicher Müll einfach überall in der Natur entsorgt wird.

Straßenbild mit viel Müll. Es ist hier leider völlig normal, das der sämtlicher Müll einfach überall in der Natur entsorgt wird.

Links sind die billigen Sammelbusse...kostet pro Person etwa 3 Birr eine Fahrt

Links sind die billigen Sammelbusse...kostet pro Person etwa 3 Birr eine Fahrt

Hier ein Kiosk, an dem wir Wasser kaufen. Ich darf das Mädel fotografieren. Sie hat dunkle Tattoos im Gesicht, das ist typisch für Menschen aus Gondar.

Hier ein Kiosk, an dem wir Wasser kaufen. Ich darf das Mädel fotografieren. Sie hat dunkle Tattoos im Gesicht, das ist typisch für Menschen aus Gondar.

Hier wird eine Schafherde zum Markt getrieben.

Hier wird eine Schafherde zum Markt getrieben.

Die Menschen schleppen hier schwere Sachen auf Rücken und Kopf.

Die Menschen schleppen hier schwere Sachen auf Rücken und Kopf.

Hier kann man schöne Holz-Doppelbetten erwerben...

Hier kann man schöne Holz-Doppelbetten erwerben...

Überall sehen wir wie so das Festessen für Ostern nach Haus getragen wird.

Überall sehen wir wie so das Festessen für Ostern nach Haus getragen wird.

Es ist furchtbar für uns zu sehen, wie die armen Hühner hier leiden müssen...

Es ist furchtbar für uns zu sehen, wie die armen Hühner hier leiden müssen...

Hier wird Gras als Teppich Ersatz verkauft.
Besonders bei den Kaffezeremonien wird dies Gras als Teppich zum sitzen verwendet

Hier wird Gras als Teppich Ersatz verkauft.
Besonders bei den Kaffezeremonien wird dies Gras als Teppich zum sitzen verwendet

Dieser Mann wollte unbedingt von uns fotografiert werden, andere wehren ab

Dieser Mann wollte unbedingt von uns fotografiert werden, andere wehren ab

Das Leben spielt sich ausschließlich draußen ab..

Das Leben spielt sich ausschließlich draußen ab..

 den haben wir als speziellen Gruß für unsere Kollegen abgelichtet

den haben wir als speziellen Gruß für unsere Kollegen abgelichtet

Wieder eine Schafherde die zum Markt muss

Wieder eine Schafherde die zum Markt muss

Wir durften eine ganze "Tigre" Familie ablichten.

Wir durften eine ganze "Tigre" Familie ablichten.

Alle wandern in Richtung Kirche.

Alle wandern in Richtung Kirche.

Jetzt besuchen wir die "Holy Trinity Cathedrale"
Hier sind hunderte von weißgekleideten Menschen, die beten.
Laute Gebete sind wieder über Lautsprecher zu hören. Die Menschen knieen nieder und stehen auf . Ganz oft hintereinander. Man kennt es so ähnlich vom Yoga--der Sonnengruß.
Es ist ergreifend, das zu sehen und dabei die lauten Gebete zu hören.
Wir werden angeschaut, aber nicht angesprochen.

So werden die weißen Tücher gewoben. Wir haben uns gleich jeder eins gekauft, damit das Outfit für die Kirchen stimmt.

So werden die weißen Tücher gewoben. Wir haben uns gleich jeder eins gekauft, damit das Outfit für die Kirchen stimmt.

 nice

nice

Blick von oben auf einen Stadtteil von AA.
Die Hauptstadt liegt auf über 2000 Meter Höhe

Blick von oben auf einen Stadtteil von AA.
Die Hauptstadt liegt auf über 2000 Meter Höhe

2 coole Jungs...

2 coole Jungs...

Ein Friedhof

Ein Friedhof

Iwie komisch, dass dies alles die Hauptstadt von Äthiopien ist...

Iwie komisch, dass dies alles die Hauptstadt von Äthiopien ist...

Es ist fast 14 Uhr als wir total platt in einen Kleinbus steigen, den Daniel für uns rangewunken hat.
Das scheint ein Sammelbus zu sein--aber alle Passagiere steigen aus und wir sitzen allein im Bus.

Daniel meint, wir würden bis zu unserem Guesthouse gefahren werden und die Fahrt würde 400 Birr kosten. Wir schütteln den Kopf--zu Viel...
Nach einigem Hin. Und Her meint er, dass er den Busfahrer auf 300 runtergehandelt hat. Ist zwar immer noch zu viel--aber wir willigen ein.
Da rückt er plötzlich mit seinen Forderungen raus: er will sich ein Buch für 60 US$ kaufen--das sollen wir ihm für seine Dienste heute bezahlen.
Wir sind sprachlos. Das wollen wir natürlich nicht.
Wir diskutieren lange hin und her--so schnell geben wir nicht nach. Daniel wird immer lauter. Irgendwann fängt er auch an mit dem Fahrer zu streiten.
Alle Freundlichkeit ist verschwunden--er droht mit der Polizei--aber als ich sage, dass wir da gern hinfahren können lenkt er wieder ab.
Der Bus fährt inzwischen im Kreis--so habe ich das Gefühl.
Irgendwann willigt er ein, sich mit 800 Birr zufrieden zu geben--denn wir geben nicht nach.
Nun suchen er und der Fahrer noch unser Guesthouse--sie finden den Weg nicht--fragen unterwegs oft Leute--aber in diesem Gassenwirrwarr ist das nicht so einfach.
Ein paarmal wollen sie uns schon raussetzen indem sie nach vorn zeigen da wäre das Guesthouse--aber wir bleiben stur sitzen.
Schließlich sind wir tatsächlich da.
Als wir dem Fahrer die 300 Birr geben schaut er uns mit großen Augen an--er will meeeehr!!
Die jungen Männer unseres Guesthouses haben inzwischen den Tumult bemerkt und das Tor geöffnet--schnell schlüpfen wir rein und gehen auf unsere Zimmer--sollen die sich doch damit auseinandersetzen!

Nachdem wir etwas geruht haben und uns den Staub vom Körper gewaschen haben, gehen wir zur Rezeption um etwas zu essen.
Dort lernen wir Augustin aus Argentinien kennen,
Er spricht gut Deutsch und erzählt uns viel über Äthiopien--leider viel negatives--Abzocke ohne Ende. Er kommt grad aus dem Norden.
Essen gibt es wohl heute ncht mehr im Guesthouse, da alle in den Kirchen beim beten sind.
Da schlägt uns Augustin vor , dass er uns begleitet zu einem Imbiss vorn an der Straße.
Er bestellt für uns Injera mit Fleisch. Das ist eine Art säuerliches Fladenbrot und Bier.
Wir bekommen Injera mit Spaghetti und 3 Glas Wasser.
Da eine Umbestellung zu umständlich ist versuchen wir die scharfen Spaghetti zu essen--aber das Wasser geht zurück. Das ist zu gefährlich zu trinken--Bakteriengefahr--meint Augustin--
Nach einigem Hin-und Her bekommen wir eine Sprite, eine Cola und ein Bier.
Ist das alles anstrengend!!! Wir schaffen etwa 1/3 der Portion und zahlen dafür 81 Birr--etwa 3,50 Euro...ein Witz!
Augustin gibt uns viele Tipps für unsere Weiterreise --er fliegt morgen nach Saudi-Arabien--beruflich--da kann er richtige Gruselstories erzählen--unglaublich was seine Kollegin als Frau da erlebt...

Injera mit Spaghetti...

Injera mit Spaghetti...

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Jetzt wird als Backpacker ein neuer Kontinent erkundet: Afrika! Warum heißt es "Dach von Afrika"? Weil tatsächlich ein großer Teil von Äthiopien auf über 2000m Höhe liegt.Es gibt Burgen, Klöster und in Felsen geschlagene Kirchen. Im Osten erkennt man an der Stadtmauer orientalischen Einfluss und in der Hauptstadt gibt es italienisches Flair .
Details:
Aufbruch: 13.04.2017
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 01.05.2017
Reiseziele: Äthiopien
Der Autor
 
Thalia&Christine R berichtet seit 8 Jahren auf umdiewelt.
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