Lust auf Zug

Simbabwe-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Herbert S.

Matobo-Nationalpark

35 km südlich von Bulawayo, im Matobo National Park, befindet sich das Grab von Cecil Rhodes, am so genannten World’s View. Die Matobo Hills gehören zum Bestand des UNESCO-Weltkulturerbes. Im diesem Gebirge findet man steinzeitliche Höhlen mit Wandmalereien. Die Granitfelsen haben bizarre Formen und es gibt dort fischreiche Staudämme und ein Wildreservat.

Im Matobo-National-Park ist eine Pirschfahrt vorgesehen ist, um Nashörner zu sehen. In 6 Jeeps der 'African Wanderer' ziehen wir um 15.00 Uhr los und teilen uns in zwei Gruppen. Der Chefranger fährt eine geraume Zeit durch herrliche hügelige Landschaft, die z.T. wie die glatten Flächen des Yosemite NP in den USA aussehen oder wegen der auf den Anhöhen liegenden ‚Knubbel‘ an ein Feld nahe des Köcherbaumwaldes in Namibia erinnert.

Der Matobo National Park liegt in Matabeleland in Simbabwe. Er ist der älteste Nationalpark des Landes, gegründet 1926 als Rhodes Matopos National Park. Das Mpopoma-Flusstal mit seinen „balancierenden Felsen“ gilt landschaftlich als besonders attraktiv. Die tiefen Spuren der Erosion in diesen 200 Millionen Jahre alten Hügel gelten als atemberaubend.

Erster Stop ist an den Wandmalereien. Von den angeblich weltweit meisten Felsmalereien sehen wir nur wenige, sie sind sehr klein z.T. kaum zu erkennen. Da haben wir in Namibia Beeindruckenderes gesehen.
Schon in der Steinzeit war das Gebiet des heutigen Nationalparks bewohnt; der Tierreichtum und die vielen Regenfälle machten das Land attraktiv. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden an vielen Orten die berühmten Felsenzeichnungen der San.

Doch am nächsten Stop werden wir dann verwöhnt: nach kurzem Spaziergang durch den ‚Bösch‘ sehen wir eine ganze Familie Nashörner – Mutter 39 Jahre, mehr als 3 Tonnen, Babies von 1-4 Jahren (letzteres 1 Tonne) – sie sind zwar kaum zu erkennen zwischen den Bäumen, aber kommen allmählich immer näher.

Fantastische aufeinandergestapelte Felsformationen, die Balancing Rocks, stehen mitten in der satten Landschaft, geschaffen durch Millionen Jahren Erosion und Wetterabrieb.

Fantastische aufeinandergestapelte Felsformationen, die Balancing Rocks, stehen mitten in der satten Landschaft, geschaffen durch Millionen Jahren Erosion und Wetterabrieb.

Der Chefranger weist uns an, ganz ruhig zu sein und nicht laut zu sprechen - nachdem wir auf die Nashörner stoßen, halten sich alle außer ihm selbst an die Regel.

Im Gegensatz zu den Hinterlassenschaften der Elefanten konzentrieren sich die der Nashörner an einer Stelle, die nach Auskunft des Chefrangers auch als Kommunikationsplatz genutzt wird.

Im Gegensatz zu den Hinterlassenschaften der Elefanten konzentrieren sich die der Nashörner an einer Stelle, die nach Auskunft des Chefrangers auch als Kommunikationsplatz genutzt wird.

Den Sonnenuntergang sollen wir dann mit einem sundowner auf ‚World View‘ - der Stelle, an der Cecil Rhodes begraben werden wollte und ist – bewundern. Nach kurzem Aufstieg tun wir dies, es wird allmählich kühl.

die Reiseleiter schleppen mühsam die Sundowner zum Gipfel

die Reiseleiter schleppen mühsam die Sundowner zum Gipfel

World's View - 360° Rundumblick möglich - aber fotografisch schwierig

World's View - 360° Rundumblick möglich - aber fotografisch schwierig

Cecil Rhodes' Grab

Cecil Rhodes' Grab

beim Abstieg fallen mir die dicken Grasbüschel auf, die vom ständigen Wind in einer Richtung gekämmt sind

beim Abstieg fallen mir die dicken Grasbüschel auf, die vom ständigen Wind in einer Richtung gekämmt sind

In der Dunkelheit fahren wir zurück zum Parkeingang, - wir sehen zur Freude des Chefrangers ein ganz seltenes Tier – eine braune Hyäne – steigen wieder in die Busse und werden am Bahnhof mit rotem Teppich und Champus empfangen. Der Alkoholpegel steigt.

Nach kurzer Pause gibt es dann im Speisewagen wieder ein Drei-Gänge-Menu: Lauch-Ricotta-Törtchen mit Schwarzwälder Schinken/ Lachsfilet mit Spargel-Erbsen-Schaum und Linsen/ Amarula-Parfait mit Mango-Cloulis und Mandelflakes. Heute kein Kaffee – wahrscheinlich weil während des Essens der Strom ausfiel und wir zunächst mit iphone – später mit Kerzenschein gegessen haben.

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Welt per Zug entdecken? … oder was eine Schienen-Kreuzfahrt von einer Bahnfahrt unterscheidet. Nach unseren Erfahrungen mit der Transsib haben wir uns entschlossen eine weitere Schienenkreuzfahrt in Afrika von Simbabwe nach Südafrika zu unternehmen.
Details:
Aufbruch: 19.08.2019
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 02.09.2019
Reiseziele: Simbabwe
Südafrika
Mosambik
Swasiland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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