Lust auf Zug

Simbabwe-Reisebericht  |  Reisezeit: August / September 2019  |  von Herbert S.

Great Zimbabwe I

Der Zug steht mitten in der Walachei - 7.30 Uhr frühstücken wir – die Bedienung ist heute auch nicht ganz so auf Zack wie sonst, der Saft kommt später, der Toast auch, jedenfalls können wir um 8.30 aus dem Zug in die parat stehenden Busse einsteigen. Der ‚Nichtort‘ heißt Oreti, liegt ca. 1000 m hoch und nahe der A9 bei 20,36° O/ 29.96° S. – Es ist dreckig, und beim Aussteigen steht natürlich eine ganze Traube Jugendlicher (z.T. mit Baby) umher. Ein paar Hütten und eine staubige Landstrasse – das ist alles.

Kurz hinter dem Nichtort biegen wir auf eine große geteerte Straße - die A9 - durchfahren den Ort Zbishawaer (25000 Einwohner), in dem bis vor wenigen Jahren noch eine Astbest-Mine in Betrieb war. Dahinter befindet ich auf der Top-Landstrasse die erste Maut-Station: PKW 2$, Lieferwagen 4$, Busse 5$, gr. LKW 10$ (USD-natürlich) .
Im Ort Mashava weisen diverse Schilder auf die Great Simbabwe University hin. In Masvingo blühen am Strassenrand Mandelbäume – jedenfalls rosa. Die 45000- Einwohnerstadt macht einen fortschrittlichen Eindruck (Ampeln mit Zeitangabe), wohl u.a weil bis 1982 eine Goldmine in Betrieb war und hier die Kreuzung mit der A4 liegt, die Simbabwe mit Südafrika verbindet.

Hinter Masvingo (Strasse Nr. 4) biegen wir auf eine kleine Strasse ab, die zum etwa 20 km südlich liegenden Great Zimbabwe führt. (20,26 E/ 30,93 S - 1140 m ü N.N. )

Die UNESCO-Weltkulturerbe-Ruinenstadt, die aus der späten Eisenzeit stammt und aus vielen historischen Steinbauten besteht, war ursprünglich die Hauptstadt des untergegangenen Munhumutapa-Reiches und hatte seine Hochzeit zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert.

Das Munhumutapa-Reich war ein bedeutender vorkolonialer Staat im südlichen Afrika. Es umfasste Teile von Simbabwe und des mittleren Mosambik. Seine Blütezeit hatte es in der Zeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert. Als die Portugiesen als erste Europäer das südliche Afrika bereisten, war es bereits in mehrere Teilreiche zerfallen. Da dieser Staat keine Schrift kannte, stützen sich die Kenntnisse über ihn auf archäologische Funde, besonders steinerne Monumentalbauten, von denen Groß-Simbabwe der bekannteste ist. Die Anlage ist der größte vorkoloniale Steinbau in Afrika südlich der Sahara und einer der ältesten.

Groß-Simbabwe ist viergeteilt: auf 7 qkm erstrecken sich der Hill Complex, der Valley Complex und das Great Enclosure. Außerdem gibt es im Osten das museale Shonadorf. (Grafik aus Wikipedia)

Groß-Simbabwe ist viergeteilt: auf 7 qkm erstrecken sich der Hill Complex, der Valley Complex und das Great Enclosure. Außerdem gibt es im Osten das museale Shonadorf. (Grafik aus Wikipedia)

Hier dauert es wieder ewig bis Mario die Aufteilung einzelner Gruppen vorgenommen hat. Es gibt zwar zwei Wege auf den Hügel zur Bergruine, aber mir ist unklar warum man wieder in Gruppen laufen soll. Schlußendlich laufen wir los. der etwas längere, weniger steile Anstieg ist recht einfach und nur an wenigen Stellen muß man über Steine 'klettern'.

Der Zugang von Westen erfolgt durch enge verwinkelte Gänge.

Die Mauern von Groß-Simbabwe sind aus vor Ort verfügbaren Granitblöcken zurechtgeformt und ohne Mörtel aufeinander geschichtet. Der (heutige) westliche Eingang in die Berg'festung' liegt in einem rekonstruierten Teil der westlichen Einfriedung - die Mauer ist acht Meter hoch und fünf Meter dick..
Vor em Eingang öffnet sich ein weiter Blick ins Tal.

wohl alle zwei Meter wechselten auf deren Mauerkrone Türme mit Steinsäulen - die beiden einzigen Säulen und die vier heute vorhandenen Türme wurden 1916 rekonstruiert.

wohl alle zwei Meter wechselten auf deren Mauerkrone Türme mit Steinsäulen - die beiden einzigen Säulen und die vier heute vorhandenen Türme wurden 1916 rekonstruiert.

In einem ersten Innenhof befindet sich heute eine ebenfalls rekonstruierte Hütte mit Feuerstelle.

Man kann von diesem Innenhof weiter nach oben steigen oder auch außen herum in den östlichen Teil laufen, wobei vor allem die nicht behauenen Felsblöcke imponieren.

Nach Süden öffnet sich der Blick auf das weite Tal, in dem die weiteren Teile der Ruinestadt liegen.

Der Abstieg erfolgt über die gleiche Route.

© Herbert S., 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Die Welt per Zug entdecken? … oder was eine Schienen-Kreuzfahrt von einer Bahnfahrt unterscheidet. Nach unseren Erfahrungen mit der Transsib haben wir uns entschlossen eine weitere Schienenkreuzfahrt in Afrika von Simbabwe nach Südafrika zu unternehmen.
Details:
Aufbruch: 19.08.2019
Dauer: 15 Tage
Heimkehr: 02.09.2019
Reiseziele: Simbabwe
Südafrika
Mosambik
Swasiland
Der Autor
 
Herbert S. berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Reiseberichte von Herbert sind von der umdiewelt-Redaktion als besonders lesenswert ausgezeichnet worden!
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