ANTARKTIS-SOUTH GERORGIA_FALKLAND

Antarktis-Reisebericht  |  Reisezeit: Februar / März 2018  |  von Jörg M. Seifert

Anreise: Shake or Lake?

Shake or Lake?

Für die Fahrt von der antarktischen Halbinsel nach Ushuaia, benötigt ein Schiff eineinhalb Tage. Warum auf unserer Tour dafür zweieinhalb Tage dafür angesetzt wurden, haben wir erst verstanden als wir die Geschichte des Schwesterschiffes, der MV Ortelius hörten. Das Schiff geriet auf der Rückfahrt von der antarktischen Halbinsel nach Ushuaia in so einen schweren Sturm, dass es zweitweise nur mit einem Knoten vorankam. Der Wind drückte es immer wieder zurück Richtung Antarktis. Nicht genug, dass die meisten Passagiere seekrank wurden, die Überfahrt dauerte vier Tage und alle verpassten ihre Flüge. Da am Tag der Ankunft in Ushuaia auch gleich die nächste Tour startet, verschob sich diese auch um zwei Tage. Wir haben Glück. Die Drake Passage ist so ruhig, dass man meinen könnte den Rhein runterzuschippern. Am Vormittag des 05.03. 2017 erreichen wir Kap Horn. Das stand zwar nicht auf dem Reiseplan, aber wenn wir schon mal so viel Zeit haben, kann das ja auch noch gleich mit erschlagen werden. Die Passagiere freuen sich über die Abwechslung, stehen an der Reling und machen Bilder von sich mit der unscheinbaren Felsenkette im Hintergrund. Die Chilenen erlauben dem Schiff nur die Annäherung auf drei Seemeilen. Nun sind es nur noch etwa 200 Kilometer bis nach Ushuaia.
Seit ein paar Tagen leiden wir unter „Cabin Fever“. 19 Tage auf einem kleinen Schiff ertragen wir nun nur noch unter Qualen. So lecker uns die Mahlzeiten am Anfang vorkamen, jetzt können wir den Geschmack einfach nicht mehr ertragen. Schlimmer noch ist das Wasser aus der Meerwasseraufbereitung. Es schmeckt salzig und nach eingeschlafenen Füßen. Da auch Tee und der Kaffee aus dem Automaten damit zubereitet wird, können wir auch das nicht mehr trinken. Für temporäre Abwechslung im Mund sorgen Cola, Fanta und Bier.
Am Nachmittag steigt dann die „Goodbye Party“ mit der Crew und dem Kapitän. Auf so einem kleinen Schiff hat das schon so etwas Familiäres. David Berg erzählt von seiner Grönlanddurchquerung. Der Bordfotograf zeigt die Impressionen der Reise, die Foto Competition wird ausgewertet und es gibt Häppchen und schöngeistige Getränke for free.

Hau ab und lass dich hier nie wieder blicken!

Hau ab und lass dich hier nie wieder blicken!

© Jörg M. Seifert, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir standen inmitten tausender Pinguine, sahen Robben, Seeleoparden und Seeelefanten. Wale, zum Anfassen nah und Vögel die keine Angst vor Menschen kannten. Im Sturm wurden wir seekrank bevor wir über haushohe bizarre Eisberge staunen konnten.
Details:
Aufbruch: 12.02.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 06.03.2018
Reiseziele: Antarktis
Der Autor
 
Jörg M. Seifert berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (1/1):
Daniel 1545053644000
Hallo Jörg, Danke für den schönen Berich­t.Da kommen E­rin­ne­run­gen hoch­.
Ich war 2014 auf der kurzen Route 7 Tage mit Quark Ex­pe­di­tions. Ich empfand die Größe
­
der Schiffe von ca. 90 Per­so­nen als sehr an­ge­nehm. Es war meine erste und bisher einzige Kreuz­fahrt, das gefällt mir sonst nicht so...