ANTARKTIS-SOUTH GERORGIA_FALKLAND

Antarktis-Reisebericht  |  Reisezeit: Februar / März 2018  |  von Jörg M. Seifert

Anreise: Stanley - Falkland

Stanley - Falklandinseln

Wie heißt die Hauptstadt der Falklandinseln? Für die Argentinier ist es Ushuaia! Argentinische Landkarten und Publikationen untermauern dies, denn es muss zusammenwachsen was zusammen gehört! Bis dahin bleibt Stanley nur die Basis einer widerrechtlich besetzten Inselgruppe. Mit den Zodiaks setzen wir über und können dann auf eigene Faust die Stadt erkunden. Habe ich Stadt geschrieben? Stanley ist eher ein Dorf und hat außer der Kirche, dem Haus des Gouverneurs und einige wenige, im englischen Stil erbaute historische Häuser mit ihren bunten Dächern, gepflegten Gärten und englischen Pubs nicht viel zu bieten. Von den beiden Schiffswracks in der Bucht vor Stanley ist kaum etwas übrig. Das Wrack der „Lady Elisabeth“ wurde zerlegt und das andere am Ende des Ortes, ist kaum noch als solches erkennbar. Für historisch interessierte Besucher gibt es in der Stadt ein Museum, welches Eindrücke aus den ersten Jahren der englischen Besiedlung und des Falklandkrieges von 1982 vermittelt. Bei einer Windgeschwindigkeit von 72 Kilometer pro Stunde, hält sich unser Entdeckerdrang in Grenzen. Der zunehmende Wind ist dann auch der Grund, warum alle wieder zurück auf das Schiff müssen, denn mit den Zodiaks bei noch höheren Windstärken überzusetzen sei zu gefährlich. Am Nachmittag verlassen wir dann Stanley mit dem Ziel Südgeorgien. Der Sturm lässt das Schiff bedrohlich hin und her schlingern. Wassergläser, Besteck, Milchkännchen und Zuckerdosen, alles beginnt sich zu verselbständigen. Trotz dieser Widrigkeiten gelingt der Crew das Meisterstück, uns das Abendessen zu servieren. Als uns dann aber Wellen mit einer Höhe von zehn Metern treffen, scheppert es in der Küche mehrmals derart laut, dass man nur hoffen kann, dass nun überhaupt noch Teller und Tassen für die Mahlzeiten vorhanden sind. Wir sind den Pharmakonzernen so unendlich dankbar, dass es ein Medikament gegen Seekrankheit gibt. So können wir trotz des Seegangs etwas Schlaf finden.

Stanley

Stanley

© Jörg M. Seifert, 2018
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Wir standen inmitten tausender Pinguine, sahen Robben, Seeleoparden und Seeelefanten. Wale, zum Anfassen nah und Vögel die keine Angst vor Menschen kannten. Im Sturm wurden wir seekrank bevor wir über haushohe bizarre Eisberge staunen konnten.
Details:
Aufbruch: 12.02.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 06.03.2018
Reiseziele: Antarktis
Der Autor
 
Jörg M. Seifert berichtet seit 13 Jahren auf umdiewelt.
Bild des Autors
Aus dem Gästebuch (1/1):
Daniel 1545053644000
Hallo Jörg, Danke für den schönen Berich­t.Da kommen E­rin­ne­run­gen hoch­.
Ich war 2014 auf der kurzen Route 7 Tage mit Quark Ex­pe­di­tions. Ich empfand die Größe
­
der Schiffe von ca. 90 Per­so­nen als sehr an­ge­nehm. Es war meine erste und bisher einzige Kreuz­fahrt, das gefällt mir sonst nicht so...