Zum Naadam Festival in die Mongolei

Iran-Reisebericht  |  Reisezeit: März - August 2019  |  von Anja & Wolfgang

IRAN: Teil 1 – von 10.04. bis 18.04.2019 2400 km

Ziel: Vom Grenzort Bazargan geht es in der generellen Richtung Süd -Ost nach Tabriz, Kondovan, Ardebil, Zanjan, Soltaniyeh, Qazvin, in die Hauptstadt Teheran, weiter nach Qom, Kashan, Isfahan und schliesslich durch das Zagros Gebirge bis nach Shiraz.

Wetter: Nachts kühl, tagsüber sonnig <25º.

Der Grenzübertritt dauerte bei uns mit / trotz Helfer fast 3 Stunden, endlich war alles (eigentlich nur die Visas und das Carnet de Passage) abgestempelt, die Auto-Versicherung für einen Monat abgeschlossen (sollte erst mal EUR 130, kosten, aber nach vorzeigen einiger Postings anderer Overlander war man(n) auch mit EUR 40 zufrieden??!!??), der letzte Schlagbaum ist passiert, wir sind angekommen im Iran.
Unser Weg führt uns erst mal nach Qareh Kelisa (E=IR 200.000)

eines der drei unter UNESCO Schutz stehenden Armenischen Klöster im Iran, deren Spuren bis auf das 7. Jh. zurückgehen. Nun geht es weiter bis 40km vor Tabriz, wo wir zwar den I-Overlander SP nicht finden, dafür ganz in der Nähe an einer Tankstelle die Nacht verbringen dürfen.
Wir finden mitten in der Innenstadt von Tabriz doch tatsächlich noch einen freien Parkplatz, gehen am ‚Eisen-Zeit‘ Museum vorbei zur Blauen Moschee,

von deren einstmals so strahlen blauen Kacheln nach einem schweren Erdbeben 1773 nicht mehr viele übrig geblieben sind. Ein Blick auf das Rathaus,

ein weiterer auf eine moderne Shopping Mall

bevor wir den Rest des Tages im Bazar von Tabriz verbringen.

UNESCO geschützt, findet man auf eine Flächen von 7 qkm !!!!! riesige reichdekorierte Hallen wie hier im Gold-Bazar,

mit mächtigen Kuppeln überdachte Räume wie hier in der Leder-Abteilung,

mehrere Moscheen im Innenbereich

und weil es so schön und praktisch ist, auch noch ein paar Moscheen im Aussenbereich.

Dazu kommen noch 24 Karawansereien,

umbaute Innenhöfe, die einst als ‚Motel‘-Unterkunft für die Karawanen dienten, die die Waren hier zum Markt brachten.
Die Nacht verbringen wir auf dem SP ‘Tabriz Free Camping‘ in Mosafer Park. Hier stellt die Stadt Ihren Besucher von nah und fern einen kleinen Park mit Camping-Möglichkeit zur Verfügung, dazu gehört ein Platzwart, Feuerstellen, beschattete / überdachte Plätze zum Zelten, das vor allem bei den Einheimischen so beliebt ist, Grillplätze, WC und warme Duschen und für den, der es braucht auch noch kostenlosen Strom.
Bestens ausgeruht geht es am nächsten Morgen erst mal nach Kondovan, E=IR50.000. In diesem kleinen Dörfchen leben die Bewohner (ähnlich wie in Kappadokien) in Höhlen, die sie sich in die Lavaasche-Felsen gehackt haben. Heute eigentlich mehr ein Touristenspektakel, aber irgendwie macht die ganze Bergwand einen recht bewohnten Eindruck,

bunt gemischt wechseln sich dort Läden, Wohnräume und Ställe ab.

Vom Hauptplatz führt der Weg nach oben,

unterwegs gehört fast zu jedem Wohnhaus ein kleiner Laden,

bis ganz oben, da wo den Normal-Touristen der Aufstieg zu mühselig wird, da sind dann nur noch Wohnungen zu erkennen.

ein letzter Blick runter aufs Dorf

bevor wir auf autobahnähnlicher Strasse quer durchs Gebirge bis Ardebil fahren, wo wir dank I-Overlander am Shourabil Lake einen relativ ruhigen SP finden.
Der Fischy River durch Ardebil wird vom 5 alten, aber bestens renovierten Brücken überspannt, die bekannteste davon ist die nach Ihren 7 Bögen benannte 7 Eyes Bridge,

das berühmteste Bauwerk der Stadt, das unter UNESCO Schutz stehende Sheikh Safi-od-Din Mausoleum. Der Sheikh liegt in dem blauen Turm in der Mitte des Bildes begraben, dessen Kacheln fortwährend den Schriftzug Allah bilden,

drinnen die standesgemäße Pracht,

nur im China Room, dessen Nischen einst mit tausenden Porzellan Stücken aus der Ming Dynastie gefüllt waren,

Geschenke des Kaisers von China, sind nach Plünderungen durch Besatzungstruppen nur noch wenige Stücke in Vitrinen zu sehen. Wir gehen noch kurz am Museum vorbei,

besuchen unseren ersten Supermarkt hier im Land, fahren über die Berge nach Khal Khal, besichtigen kurz die dortige Moschee

und weiter erst bergab durch das Qezel Owzan Tal mit seinen roten Sandstein Felsen,

dann wieder bergauf mit Blick zurück

und erreichen so die ‚Colourful Mountains‘, ein Gebiet, das sehr an die ‚Painted Desserts‘ in Arizona oder Australien erinnert. Mineralien-haltiger Sand, Sandstein bunt gemischt in allen Farben, mal grün,

mal rot,

mal rot – weiss gestreift,

Schliesslich erreichen wir Zanjan und finden dort unseren heutigen SP im Mellat Park.
Heute zuerst die Stadtbesichtigung von Zanjan, also zum Seyyed Ibrahim Shrine,

zum Zentralen Platz,

zum Archäologie Museum,

dessen Stolz die bestens erhaltenen Mumien aus der Chehrabad Salzmine sind und natürlich die Runde über den Bazar.

Weiter nach Soltaniyeh, von 1302 bis 1384 Hauptstadt des Landes und Standort des Oljetu Mausoleums,

das von einem der welt-größten und natürlich UNESCO geschützten Ziegelkuppel überdeckt wird. Ursprünglich sollte hier Ali, der Schwiegersohn Mohammeds begraben werden, aber nachdem die Religionsführer in Najaf (Iraq) die sterblichen Überreste nicht hergeben wollten, wurde eben um 1317 Oljetu selbst hier bestattet. Auf der Weiterfahrt begrüßt uns eine schöne Kuppel vom Wegesrand,

bevor wir in Qazvin den um 1510 erbauten, ehemaligen Kaiserpalast - heute ein Kalligraphie Museum, besichtigen,

dazu noch diese Moschee

und natürlich den Stolz der Stadt die bestens renovierte Karawanserei Sa’d-al Saltaneh, heute ein Design-Center

an das sich der gedeckte Bazar anschliesst. Bei der Ausfahrt aus der Stadt mitten im Kreisverkehr das Tor nach Teheran

durch das von der Teheran Seite aus eine Kamel-Karawane in die Stadt einzuziehen schein. Noch 100km weiter und wir stehen vor den Toren Teherans auf einem SP am Recreation Park in Karaj.
Wir fahren in den Süden Teherans zum Imman Khomeini Holy Shrine,

auf dessen kostenpflichtigem Riesenparkplatz auch übernachtet werden darf. Die Einheimischen zelten hier, drei italienische WoMos stehen rum, die Sat-Schüsseln ausgerichtet, wir stellen uns auch irgendwo hin und gehen zu Fuss ca. 10 Min. zu nächsten Metro Station. Ein Ticket gilt, egal wie weit, wie oft man umsteigt bis zum Verlassen einer Station und kostet IR 10.000 (ca. 0,10 EURO). Wir fahren gut 45 min lang Richtung Innenstadt, steigen auch noch einmal um und erreichen an der Station Hasan Abad wieder das Tageslicht.

Hier beginnt die im LP beschriebene, ca. 2km lange Besichtigungstour ‚vorbei an den Museen zum Grand Bazar‘, die wir heute ablaufen wollen. So kommen wir u.a. zum Bagh-e Meli Portal,

dem Qazaq Khaneh, das einst die Garnison, heute die Kunst Universität beherbergt,

dem Telekommunikation-Museum

und der ehemaligen Central Bank.

Statt wie vorgeschlagen hinten am Park des ehemaligen Shah-Palast (Golestan Palace) vorbeizugehen, biegen wir um ein paar Ecken und machen uns mal zwischendurch noch an dessen Besichtigung (E= IR150.000 für den Park, dazu kommen noch Tickets für einzelne Räume / Gebäude, für eine komplette Besichtigung werden etwa IR 11.000.000 fällig). Aussen nett dekoriert mit Ziegeln und blau gehaltenen Fliesen,

drinnen Spieglein Spieglein an der Wand.

Halb geblendet gehen wir weiter zum Grand Bazar,

wo wir lernen, wie diese teils doch recht schlecht nachgemachten Designer Waren entstehen: Man kauft hier im Bazar ein Säckchen, eine Rolle Originaler?? Labels,

näht die irgendwo drauf und schon ist aus etwas namenlosen ein Designer Stück geworden. Da hat es uns dann doch eher die Teppich Abteilung angetan,

Tja, wenn ich einmal reich wär, …Noch schnell an dieser Moschee vorbeigeschaut

und weiter geht es mit der Metro noch ein paar Stationen in den Norden von Teheran. Wir stehen vor der ehemaligen US Botschaft,

in der während der Revolution von 1979 52 Diplomaten für 444 Tage als Geiseln festgehalten wurden. Heute trägt sie den Namen US Spionagehöhle, wird derzeit innen renoviert und kann so nur in sehr begrenztem Umfang besichtigt werden (IR 200.000), was wir uns aber ersparten, sondern gleich nochmals ein paar Stationen weiter Richtung Norden fuhren, um am Iran Holy Defense Museum vorbei zu gehen,

das an den 8-jährigen Krieg gegen den Irak erinner soll, der über 1 Mio Leben kostete und schliesslich eines der schönsten modernen Bauwerke Teherans bewundern, die Tabiat Bridge,

eine wirklich gelungene Kombination aus Fußgänger Brücke und Party Zone. Noch ein letzter Blick auf die Berge im Norden,

bevor wir uns von der Metro zurück zu unserem SP im Süden der Stadt bringen lassen.
Heute Morgen werden wir von Marschmusik und Düsenjäger-Lärm geweckt, als wir beobachten wie eine 747 (Jumbo Jet) von 2 Düsenjägern zum nahegelegenen Flughafen eskortiert wird, kommen ernste Fragen auf und als dann noch so eine Kampfmaschine engste Kreise um das Mausoleum zieht, in den Steigflug übergeht, Kunstflugfiguren vorführt, sind wir froh zu erfahren, dass heute der ‚Army Day‘ sei, die vorbeiführende Autobahn bereits gesperrt ist und heute als Paradeplatz dient. Erleichtert gehen wir an den Zelten einige unserer ‚Mitbewohner‘ vorbei zum Khomeini Mausoleum,

passieren nach Geschlechtern getrennte Eingänge mit Sicherheitskontrollen müssen warum auch immer die Kamera abgeben, aber das fotographieren mit dem Smartphone ist drinnen kein Problem. Hier der mächtige Innenraum,

und der Schrein,

verehrt, bewundert, andächtig berührt.
Der Weg nach Qom, nach Mashhad der zweitheiligsten Stadt des Iran, führt durch wüstenartige Landschaft, an den zahllosen Ständen entlang der Strasse wird nun statt Obst und Gemüse Nüsse und getrocknete Früchte verkauft,

Feigen, Aprikosen und was auch sonst noch. In Qom selbst wieder mal Glück mit der Parkplatzsuche, 500m weiter dann der Bereich um das Hazrat-e Masumeh in dem sich der Schrein von Fatemeh, der Schwester von Reza befindet (mehr Details dazu erzählt euch Tante Google). Dieses Gebiet darf von Ungläubigen nur in Begleitung eines (kostenlosen) Führers besucht werden,

der Schrein selbst ist für Ungläubige tabu. Wir schauen uns mit unserer sehr auskunftsfreudigen Begleiterin eine Weile um und verlassen dann diesen heiligen Bereich über den Astane Square,

die ‚Gute Stube‘ der Stadt, ganz mit weissem Marmor gepflastert, bewundern die Imam Hassan Moschee von vorn

und von hoch droben auf einer Fußgängerbrücke,

schauen im Bazar den Bäckern kurz bei der Arbeit zu

und fahren weiter nach Kashan. Der vielgepriesene Bazar hier wirkt irgendwie tot, vielleicht 1 von 100 Läden sind heute nur geöffnet, dann schauen wir uns eben die andere Sehenswürdigkeit dieser Stadt an, die ‚Historischen Häuser‘, riesige aus Lehmziegeln, Adobe erstellte Kaufmannshäuser mit zahllosen Innenhöfen, die heute meist als Hotel genutzt werden. Für uns das schönste, das Khan-e Abbasian, Hotel, Restaurant,

und ein nettes Cafe, alles unter einem Dach. Nochmals knappe 100km weiter dann unser SP für heute am Park von Natanz.
Natanz, ist für zwei Sachen berühmt, die aus dem 14.Jh stammende Masjed-e Jameh (E=IR 100.000 pP),

auch Fire Temple genannt, vor der bereits die Safran Händler auf zahlungswillige Touristen warten und ‚die Höhle des Bösen“ eine unterirdische Urananreicherungsanlage, DER Streitpunkt mit der westlichen Welt, die so geheim ist, dass nicht mal der sie umgebende Schutzzaun fotografiert werden darf.
Wir fahren weiter nach Esfahan, parken auf einem SP an einem kleinen Park im Norden der Stadt und fahren mit der U-Bahn in die Stadtmitte. In den aus dem 11. Jh stammenden Bazar-e Honar können wir nur einen ganz kurzen Blick werfen, denn dort ist von 13h -16h Mittagspause,

also gleich weiter zum Naqsh-e Jahan (Iman) Square, mit 512m Länge und 163m Breite einem der größten öffentlichen Plätze weltweit.

Am Südrand des Platzes die Masjed-e Shah (E=IR 200.000 pP)

zu deren Fertigstellung 25 Jahre benötigt wurden.

In den Arkaden um den Platz ein edler Bazar, mit Kunsthandwerk und Teppichhändlern,

in der Mitte des Platzes auf der Westseite Kakh-e Ali Qapu (E=IR 200.000 pP), der ehemalige Palast mit einer Aussichtsterrasse im 4. Stock und gegenüber auf der Ostseite die Masjed-e Sheikh Lotfollah (E=IR 200.000 pP)

und das Südende ziert das Qeysarieh Portal, der Eingang zum Bazar-e Bozorg, der sich über einen km lang quer durch die Stadt erstreckt – hier haben uns heute vor allem die Gewürzhandler fasziniert, die solche Berge aus Zimt, Chilli, Ingwer, Muskat, Pfeffer, Kurkuma und Kardamom? aufbauen

und das ganze dann abgekratzt als universelle Gewürzmischung verkaufen. Am nördlichen Ende des Bazars dann noch die Masjed-e Jameh, (E=IR 200.000 pP),

mit über 20.000qm die größte Moschee des Iran, seit dem 9. Jh wird hier an- und umgebaut,

jede Epoche hat ihre deutlichen Spuren hinterlassen

und dennoch wirkt das ganze harmonisch, ein kunsthistorisches Wunderwerk. Nochmals wird der Bazar gekreuzt,

bevor wir mit der U-Bahn zurück zu unserem SP am Park in Esfahan fahren.
Am nächsten Morgen geht es mit dem Auto Richtung Süden quer durch die Stadt bis zur Si-o Seh Pol, um 1600 erbaut, 298m lang mit 33 Brückenbögen, dient sie heute immer noch als (Fußgänger-)Brücke), als Damm und in den Abendstunden als DER Sonnenuntergangsbewunderungsplatz.

Wir fahren durch das Zagros Gebirge Richtung Shiraz,

überqueren dabei mehrere Pässe, den höchsten davon auf über 2.400 Meter, sehen mehrere solcher Dörfer in denen jedes Haus seinen eigenen Wasserturm zu haben scheint

und erreichen schliesslich bereits nach Einbruch der Dämmerung Shiraz, wo wir dank I-Overlander in einer Sackgasse die zum Motahhari Family Garden führt, schnell einen netten Stellplatz finden, eine Gruppe von 4 Holländischen Campern stehen auch schon da, so dürfte einer weiteren ruhigen und sorgenfreien Nacht wohl nichts im Wege stehen. Mehr über Shiraz dann im nächsten Kapitel.

© Anja & Wolfgang, 2019
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nachdem wir letztes Jahr die Mongolei aus Visa- und Zeitgründen rechts liegen gelassen haben, kehren wir dieses Jahr nochmals dahin zurück mit dem Ziel das alljährliche stattfinden Naadam Festival (heuer vom 11. Juli bis 15. Jul) mitzuerleben.
Details:
Aufbruch: 25.03.2019
Dauer: 5 Monate
Heimkehr: 31.08.2019
Reiseziele: Deutschland
Türkei
Iran
Turkmenistan
Usbekistan
Kirgisistan
Kasachstan
Russland / Russische Föderation
Mongolei
Norwegen
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.