Jordanien

Jordanien-Reisebericht  |  Reisezeit: Dezember 2010 - Januar 2011  |  von Meinhard + Birgitta Pontilli

Petra

Unser erster Tag in der Felsenstadt beginnt um 8:00 mit Kälte und Nebel.
Petra liegt zwischen 800 und 1300 m und lebt zur Gänze vom Tourismus. Hier gibt es derzeit 93 Hotels und die höchsten Preise in Jordanien.

Weg zum Siq

Weg zum Siq

Die ersten Gräber...

Die ersten Gräber...

Die Djinnblöcke

Die Djinnblöcke

Das Obeliskengrab

Das Obeliskengrab

Eingang zum Siq

Eingang zum Siq

Im Siq

Im Siq

Al Khazneh

Al Khazneh

Die Felsenstadt selbst ist geschätzte 48 km² groß mit 1.182 Fassaden, nur 3 Quellen, aber mit einem ausgeklügelten Wassersystem mit unterirdischen Keramikleitungen. Die meisten davon wurden leider aufgebrochen, weil darin Schätze vermutet wurden.
Petra wurde vor über 2.000 Jahren von den Nabatäern, einem fleißigen arabischen Volk, erbaut; wiederentdeckt (1812) vom Schweizer Johann Burckhardt,...aber diese Geschichte kennt man ja...
Meinhard war 1996 schon mal hier, aber ich darf heute diese berühmte Stadt das erste Mal betreten.
Zuerst kommen parallel zwei Wege: einer für uns und der zweite für Reiter und Pferdewagen (für die ganz Faulen - natürlich gegen Bezahlung).
Bald sieht man die ersten Felsgräber, das Kaufmannsgrab, den Obeliskentempel,... und gleich darauf stehen wir vor dem "richtigen" Eingang, dem Siq. Ein ca. 1,5 km langer, bis zu 70 m hoher, schmaler, früher zur Gänze gepflasterter Weg durch den Felsen. Man kann sich gut vorstellen, dass dieser Eingang lange Zeit unentdeckt blieb.
Wir schlendern an heiligen Nischen vorbei, an den Resten einer Karawanendarstellung,... bis wir endlich das Bild vor Augen haben, das jeder vom "Indianer Jones" kennt. Durch die schmale Schlucht erblicken wir erstmals das berühmte Schatzhaus, Al Khazneh oder auch Treasury genannt! Umwerfend! Am Khazneh haben angeblich nur 2 Männer über 40 Jahre gemeißelt. Fast 40 m hoch haben die Nabatäer diese Fassade von oben nach unten aus dem Fels geschlagen.

Auf diesem 250 m langen und 70 m breiten Platz spielt es sich natürlich ab: Menschen, Menschen,... und von hier weg könnte man mit Kamelen oder Esel weiterreiten.
Man kann heute nicht mehr ins Schatzhaus hinein, weil man unter dem Gebäude noch mehr in den Fels geschlagene Räume fand. Es geht jetzt noch mal über 4 m hinunter; ist aber abgesperrt.
Übrigens besuchen dieses Weltkulturerbe über 1,5 Mio Besucher im Jahr - nicht schlecht bei durchschnittlich € 50,- / Person!
Wir schlendern staunend weiter, die Felsschlucht wird breiter und langsam bekommt man ein Bild von diesen gigantischen Ausmaßen die diese Stadt einmal hatte.
Bis 1983 haben hier noch Beduinen gelebt, aber jetzt dürfen sie nur noch tagsüber rein und ihre Waren verkaufen. Der Staat baute für sie oberhalb Petras die Bdul-Siedlung, wodurch die traditionelle Lebensweise leider fast verloren ging.
Mohammed zeigt und erklärt uns das Theater, dass bis 1963 noch mit Marmor verkleidet war, weiters das Amtsgericht (Urnengrab), das Seidengrab, das Korinthische, das Palastgrab, die Kirche mit den (früher vergoldeten) Mosaiken wo 1993 152 Papyrusrollen in griechischer Schrift gefunden wurden. Vielleicht, wenn einmal alles entziffert ist, wird die Geschichte Petras neu geschrieben. Wer weiß?

Theater

Theater

Farbspiele im Felsen

Farbspiele im Felsen

Urnengrab

Urnengrab

Im Urnengrab

Im Urnengrab

Palastgrab

Palastgrab

Der "Kamelfelsen"

Der "Kamelfelsen"

Der Weg zum Kloster Ad-Deir

Der Weg zum Kloster Ad-Deir

Blick zurück

Blick zurück

Ed-Deir

Ed-Deir

Blick ins Wadi Araba

Blick ins Wadi Araba

Der Weg zum Ed-Deir ist mit Verkaufsläden gespickt (1996 war kein einziger hier)

Der Weg zum Ed-Deir ist mit Verkaufsläden gespickt (1996 war kein einziger hier)

Zurück über die Kolonaden

Zurück über die Kolonaden

"Jonny Depp" auf Kamel...

"Jonny Depp" auf Kamel...

Abends sind wir fast allein...

Abends sind wir fast allein...

Dann erklärt er uns noch den Mädchenpalast und will dann Mittagessen gehen. Nachdem wir das toller Restaurant und die Toiletten gesehen haben, hat niemand mehr Hunger und wir lassen unseren Guide alleine und marschieren um 12:30 Richtung Felsentempel Ad-Deir.
Fast eine Stunde und ungefähr 800 Stufen später bin ich wieder sehr bewegt von diesem Anblick: dieses "Kloster" ist ja fast noch imposanter als das Schatzhaus! 45 m hoch und 50 m breit! Allein die Urne auf dem Kapitell misst gigantische 9 m!
Jetzt scheint sogar die Sonne und wir steigen das letzte Stück auch noch auf um den fantastischen Rundblick zu genießen.
Runter geht`s dann leichter und wir gehen über die Kolonnaden retour bis zum Visitor Center, wo uns Mohammed schon erwartet.
Kurz vor 16:00 sitzen wir wieder im Bus und fahren dann die Königsstraße, entlang dem Wadi Rum, nach Aqaba.
Um 17:30 checken wir im Gulf Hotel (nicht so besonders) ein und nachdem wir heute nichts gegessen haben, wollen wir natürlich gleich ins Restaurant. Aber heute ist Silvestergala, Essen erst um 22:00! Na super!
Dann bummeln wir halt durch Aqaba mit Mohammed, der heute etwas neben sich steht, schon in Petra... wo sie doch angeblich keinen Alkohol trinken oder sonstige Mittelchen zu sich nehmen! Aber es ist ja recht witzig.
Er zeigt uns die wichtigsten Geschäfte (Gewürze, Schmuck, Getränke, ...) im Suk.

Aqaba ist seit 6 Jahren eine Zollfreizone. Hier bekommen wir ein in Jordanien produziertes Bier: "The taste of the rosy city" mit 8 % oder 10% um JOD 1,25 / € 1,30, 0,5 l. im Hotel kostet es JOD 5,- / € 5,30!
Restaurieren im Hotel und ab zum Galadinner. Eh schon so hungrig, dann setzen sie uns noch direkt zu den Musikboxen, vor die Bauchtänzerinnen,... Gott sei Dank konnten wir den Kellner überreden uns an den Rand zu setzen. Laut, Essen kalt und als sie auch noch mit Huterl und Konfetti kommen haben wir uns vertschüsst - ist nicht unseres! Schon gar nicht nach so einem tollen Tag mit so vielen schönen Eindrücken. Silvester am Zimmer war viel schöner...

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Die Reise
 
Worum geht's?:
Rundreise mit Wanderungen in Petra
Details:
Aufbruch: 26.12.2010
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 04.01.2011
Reiseziele: Jordanien
Der Autor