Wanderreise in Jordanien

Jordanien-Reisebericht  |  Reisezeit: April 2015  |  von Markus Blackmar

Wadi Dana

Der Wind ist am frühen Vormittag noch deutlich stärker als vor Sonnenaufgang und wir warten nach dem Frühstück und der Besichtigung des Community – Shops neben dem Guesthouse noch über eine halbe Stunde darauf, daß der leichte Sandsturm nachlässt.
Der Weg die Schlucht hinunter ist zwar anfangs eher steil, aber mehrere Meter breit und im trockenen Zustand gut mit Joggingschuhen zu gehen (meine hohen Wanderschuhe sind mir zu schwer). Ulrike hat die falschen Schuhe an: Osama hatte ihr wegen der Steinchen von den Wandersandalen abgeraten; von den Trekkingschuhen hat sie das alte Paar (8 Jahre oder älter) mitgenommen, bei denen die verheerende Langzeitwirkung der Weichmacher eingesetzt hat: nach einer dreiviertel Stunde löst sich eine Schuhsohle, nach einer weiteren halben Stunde die zweite. Die Versuche, die Sohlen mit Schnürsenkeln und Fundstücken vom Wegesrand zu befestigen, wirken etwa fünf bis 20 Minuten, meist rutschen die Sohlen nach vorne und etwa alle halbe Stunde ist Osama damit beschäftigt, sie neu zu fixieren; während eines einfacheren Abschnittes läuft Ulrike die Unterlage der Restschuhe etwas ab, damit die Sohlen danach besser halten. Wir treffen immer wieder auf Ziegen- und Schafherden, oft in Verbindung mit Dromedaren als Lasttiere, die Hirten sehen ihre Familien nur etwa alle zwei Wochen. Der mehrfache Wechsel der Vegetationszone ist tatsächlich beeindruckend, an wilden Tieren sehen wir aber leider nur Eidechsen und Geier. Am Rand des Naturschutzgebietes sehen wir Zelte von Nomaden (sie sich nicht ganz aus der Zone raushalten lassen).

Bei Regen bilden sich Flüsse, die das Gestein weit tragen

Bei Regen bilden sich Flüsse, die das Gestein weit tragen

Schafe von klein bis groß...

Schafe von klein bis groß...

..die sich in Ruhepausen schön warm halten.

..die sich in Ruhepausen schön warm halten.

Die Ziegen sind neugierig auf Wanderer.

Die Ziegen sind neugierig auf Wanderer.

Die Wanderung endet in einer prämierten Öko – Lodge; hier dauert es allerdings eine halbe Stunde, bis das Personal vom Cafè auftaucht, solange werden Lunchpakete verzehrt und die dortigen zutraulichen Katzen gefüttert (Claus und Petra haben drei Kater zuhause, ich habe sie bei meinen Klienten zuhause). Von dort fahren wir mit drei Jeeps ca. 40 min durch die Wüste an schönen Felsen vorbei bis zu einem Parkplatz, von dem aus unser Minibus uns nach Petra bringt, das 800 - 1500 m hoch liegt (über zwei Stunden Fahrt).
Etwa eine Stunde vor der Petra benachbarten Stadt Wadi Musa sehen wir wieder dunkle Wolken am Horizont, den wir hochfahren und nach einer Viertelstunde fängt es tatsächlich zu regnen an. Recht schnell bilden sich Rinnsale, Bäche und schließlich kleine Flüsse im sandigen Boden und mein Optimismus betreffs Reisebedingungen verkrümelt sich für kürzere Zeit. Osama freut sich über die Folgen für den Grundwasserspiegel, befürchtet aber eine Sperrung von Petra übermorgen wegen Überschwemmungsgefahr. Trotz Regens sind die farbig schimmernden Berge beeindruckend, an einem Aussichtspunkt machen wir einen Fotostop – da fängt es nach zwei Minuten zu hageln an!
Während der Weiterfahrt wird der Himmel noch dunkler und die Sonne schimmert rötlich durch das dichte Wolkenband(!)

in der Öko-Lodge                                                                        (c) C.Hartig

in der Öko-Lodge (c) C.Hartig

vom Aussichtspunkt nahe Petra

vom Aussichtspunkt nahe Petra

so viel Kitsch muß sein

so viel Kitsch muß sein

aus dem fahrenden Bus, aber die Farben sind echt (offene Seitenscheibe).

aus dem fahrenden Bus, aber die Farben sind echt (offene Seitenscheibe).

Im eigentlich guten Hotel 7 wonders ist die Klimaanlage nicht optimal und nach dem ungewöhnlich schlechten Wetter frieren viele im Zimmer; im Speisesaal steht die Klimaanlage auf 30° C, zu Osamas Verwunderung sind wir die Einzigen beim Abendessen, schon um neun gehen wir in die Zimmer. Der Muezzin hier ruft melodischer als in Amman oder Madaba.

© Markus Blackmar, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
meine erste Gruppenreise
Details:
Aufbruch: 11.04.2015
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 20.04.2015
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Markus Blackmar berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.