Wanderreise in Jordanien

Jordanien-Reisebericht  |  Reisezeit: April 2015  |  von Markus Blackmar

Fazit

Allgemein

Diese Reise gehörte offensichtlich zum Versuch des Veranstalters, in ein neues Segment zu gehen – ist insofern nicht geglückt: die Reisebeschreibung war ungenau, hatte Fehler und große Lücken (u. a. eine fehlende Packliste). Zum Charakter einer anspruchsvollen Wanderreise (anhand von Wanderschuhen dargestellt) passte auch nicht die Zahl und Länge der Wanderungen. Das Alles hatte großen Anteil daran, daß die Gruppe in zwei Hälften zerfiel und v. a. die weniger sportliche Hälfte unzufrieden mit der Reise war.
Jordanien ist moderner als ich erwartet hätte und wird m. E auch in nächster Zeit ein sicheres Reiseland bleiben.

Ganz persönlich

mir hat die Reise gut gefallen: ich wollte Petra sehen und hatte auch die Wüste zuvor nicht so intensiv erlebt. Die Reise hätte drei Tage länger sein sollen (mit mehr Wanderungen).
Ich weiß, daß ich mich auf Reisen anders verhalte wie zuhause, dazu war dies meine erste Gruppenreise: ich war ziemlich verblüfft, daß es auch zu meinem Wesen gehören kann, mehr oder weniger im Mittelpunkt einer Gruppe zu stehen (zuhause wirke ich auf Viele eher unscheinbar). Dabei vertraue ich fest darauf, daß man mich weniger wegen meiner Vergesslichkeit auf Reisen ausgelacht hat, sondern sich v. a. über meine Unbekümmertheit/Naivität amüsiert hat (z. B. eine Distel anzufassen oder ein Dromedar zu streicheln) – wobei ich von Jordanien – Reisenden eher mehr Wagemut erwartet hätte .
Interessant war für mich, daß erfahrene Gruppenreisende wie selbstverständlich davon ausgehen, auch in arabischen Ländern jeden Tag Alkohol angeboten zu bekommen; anscheinend wählen viele Reiseplaner bei den Agenturen die Hotels in arabischen Ländern danach aus, ob es dort Alkohol gibt. Damit hätte das Kennenlernen fremder Kulturen, das man eigentlich mit Reisen verbindet, bei Gruppenreisen merkwürdige (willkürliche) Grenzen.
Eine Verhaltensweise, der ich selbst mich auch nur zeitweise entziehen kann, habe ich auch hier wieder festgestellt - eine Grüppchenbildung, indem man sich in Abgrenzung zu Anderen definiert und sich im kleinen Kreis über das Verhalten der Anderen mokiert. Dies vielleicht länger, als es der eigenen Entspannung gut tut, einfach weil man Bestätigung sucht. Reisen zu machen, die viele Bekannte nicht nachvollziehen können, verstärkt dabei evtl. das Bedürfnis, sich über (leibhaftige?) Klischees von sehr anspruchsvollen, unzufriedenen Reisenden lustig zu machen.
Meine sonstigen Urlaubsreisen waren individuell, meistens alleine und mit vielen Ortswechseln; hier war quasi erstmals die Chance zu einem Urlaubsflirt – die Chance habe ich zumindest andeutungsweise genutzt. Das war alleine deswegen schon ein gutes Zeichen: erst im Verlauf des März hatte mich ein unglücklich verlaufendes Beziehungsende traurig gestimmt. Mit der Frau, die ich bei einer Fernreise im Januar kennenlernte, hatte ich über einige Wochen einen quasi-virtuellen Flirt über Skype, Facebook und Mails – bis ich erkannte, daß sie keine Zeit bzw. Energie für eine Beziehung, wie ich sie verstehe, investieren will. Normalerweise brauche ich länger, um mich davon zu erholen/mich danach wieder zu öffnen. Evtl. habe ich sogar etwas davon gelernt, indem ich hier nicht mehr wie einen Flirt angestrebt hatte.

© Markus Blackmar, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
meine erste Gruppenreise
Details:
Aufbruch: 11.04.2015
Dauer: 10 Tage
Heimkehr: 20.04.2015
Reiseziele: Jordanien
Der Autor
 
Markus Blackmar berichtet seit 6 Jahren auf umdiewelt.