2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Kanada-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Northwest Territ.+1T AB-ab 23.07.2013 2750km

Blau & Rot = Route in Alberta und am Rand von Britsh Columbia
Grün = Route in den NWT
Lila = geplante Route, jedoch wegen Waldbrand gesperrt

Northwest Territories(NWT) - 23.07.2013 bis 26.07.2013 2030 km

Ziel: Eine Schleife durch die NWT, dabei zu den Wood Buffalos, den Mackenzie Bisons (Prairie Buffalos) und in die Hauptstadt Yellowknife zu den Resten der Mitternachtssonne.
Wetter: Heiter bis sonnig, > 25º

Gegen Mittag überqueren wir den 60. Breitengrad und betreten damit die Northwest Territories,

ein Gebiet, etwa so gross wie West-Europa, mit insgesamt 40.000 Ew, von denen bereits die Hälfte davon in der Hauptstadt Yellowknife wohnt, der Rest ist auf 32 weitere Ortschaften verteilt, dazu gibt es genau 8!! Strassen, die den Süden des Landes erschliessen, die Ortschaften im Norden sind nur per (Wasser-)Flugzeug angeflogen, oder im Winter auf Ice-Roads, also über gefrorene Seen und Flüsse erreichbar. Also viel Land, viel Landschaft und fast keine Leute.
In der Tourist-Info an der Grenze holen wir uns wie gehabt die letzten Tipps für die nächsten Tage und dann weiter auf den Mackenzie Hwy Richtung Norden. Beim Dorf? (80 Ew) Enterprise stehen wir am Hay River und besichtigen die Alexandra Falls

und 2km weiter die Louise Falls.

bevor wir dann Richtung Osten abbiegen und die nächsten 80km durch flaches Wald-(brand-) land fahren, bis wir den Wood Buffalo NP erreichen.
Ein UNESCO Welt-Kulturerbe, etwas grösser als die Schweiz und gleich am Anfang des Park eine eingestürzte Doline (Karst-Höhle) 100m Durchmesser, dabei ca. 20m tief, die von diesem ehemaligen Waldbrandlokalisierungswachturm überragt wird.

Auf den nächsten 80km gepflegter Staubstrasse in W-O Richtung sehen wir etliche Büffel,

die in stoischer Ruhe weiterfressen, ist doch auch kein Wunder bei dem dicken Fell, und einen fotoscheuen Bären, der sich bei unser Annäherung sofort im Gebüsch versteckt.
Am Ende des Park noch ein kurzer Blick auf die Little Buffalo River Falls,

bevor wir dann in Fort Smith, drunten am Slave River den Tag beenden.

24.7.
Heute morgen lassen wir uns im Visitor Center erst einmal den Unterschied zwischen einem Wood-Buffalo und einem Plains Buffalo erklären - ersterer ist grösser, hat einen deutlichen Höcker am Nacken und wesentlich mehr Haare im Kopf -Brustbereich. Anschliesend geht es auf Staubstrassen ca. 60 km in N-S Richtung durch den Park bis zum Pine Lake,

einem Picknick / Camping / Badeplatz mitten im Park und auch auf diesem Weg wieder ein Büffel am Wegesrand.

Die restlichen 60 km schenken wir uns, denn sooo attraktiv sind die Strassen hier auch nicht,

und jeden km den man hier fährt muss man ja auf dem selben Weg auch wieder zurück.
Eigentlich haben wir unheimliches Glück diese Tiere zu sehen, denn man muss sich vorstellen, in einem Gebiet von der Grösse der Schweiz ist laufen ca. Rindviecher 2500 frei herum und zur Suche hat man nur 2 Strassen die durch ´Waldgebiete´ führen. Die dritte, 60km lange Parsons Lake Road, die stellenweise auch durch offenes Land führt ist leider derzeit ab den Salt Plains,

also bereits nach ca. 8km wegen akuten Waldbränden gesperrt. Wir fahren auf bekannter O-W Staubstrasse wieder raus aus dem Park und dann den langen Weg zurück nach Enterprise zum Mackenzie Highway. Auf diesem fahren wir nun Richtung NW, nahe Kakisa kommen wir an den Lady Evelyn Falls vorbei,

und treffen dann einige km später auf den nach Norden führenden Highway 3. Da es in den NWT insgesamt nur 7 Highways gibt, ist ein verfahren hier eigentlich fast unmöglich .
Bei Fort Providence (780 Ew) fahren wir auf der neuen Deh Cho Bridge über den Mackenzie River

und sind nun im Mackenzie Bison Sanctuary. Die nächsten 250km wird laufend vor freilaufenden Bisons gewarnt, wir sehen nur einen einzigen Plains Buffalo

der vor uns die Strasse überquert. Bei Edzo erreichen wir den bisher nördlichsten Punkt unserer Reise (63ºN), die Strasse biegt nun nach SO ab, wird vom km zu km schlechter, mit metertiefen Bodenwellen die mit unter 30 km/h durchfahren werden wollen. Erinnerungen an unsere Balkanreise werden wachgerüttelt. Aber dann tröstete uns dieser Black Bear

der zuerst vor uns die Strasse überquert und uns dann noch zeigt wie gut die Bären-Beeren hier schmecken. Nach insgesamt 980km erreichen wir spät-abends Yellowknife, die Hauptstadt der NWT und gehen zur Belohnung noch kurz zum (Chicken-) Wings Wednesday ins Black Knight Pub.

25.07.
Von aussen sieht unser Auto jetzt so aus,

innen können wir unsere Notizen bereits mit dem Finger auf das Armaturenbrett schreiben, aber waschen (lassen) macht wenig Sinn, denn wir haben weitere knapp 600km Staubstrassen noch vor uns.
Wir schauen uns heute Morgen erst einmal die Gegend um Yellowknife an, fahren dabei auf dem Ingraham Trail an verlassenen Bergwerken vorbei (früher wurde hier Gold abgebaut) und dann an einer Kette von Seen entlang,

die im Winter dann als Ice Roads dienen um Waren / Güter in abgelegene Gegenden zu bringen - heute werden 300km nördlich von hier Diamanten gefördert.
Wir besuchen die Legislative Assembly

das Parlament der NWT, dessen parteilose Abgeordneten direkt aus den Gemeinden gewählt werden. In der Altstadt schlendern wir durch die Ragged Ass Road, einst Siedlung von Minenarbeitern, jetzt eher eine Hippie-Siedlung, sehen dort auch wieder schönes WoMo,

und als alternative dazu auf dem nebenliegenden See etliche dieser farbenfrohen Boathouses, deren Besitzer versuchen ohne die horrenden Grundstückskosten hier angenehm zu leben.

Yellowknife gehört neben Vancouver und Toronto zu den teuersten Städten Kanadas.
Auf der sonnenbeschienen Terrasse des traditionsreichen Wildcat Cafe

lernen wir beim Nachmittags-Bier (Sonnenuntergang z. Zt. 23:30), dass dies ein Cafe / Restaurant ist und deshalb auch Bier nur zusammen mit Speisen z.B zumindest Pommes, Salat o.ä. verkauft werden darf (restricted license).
Aber auch hier wird eine ´kundenfreundliche´, quasi gesetzeskonforme Lösung gefunden....

26.7.
Nachdem wir den halben Vormittag mit unseren kanadischen Nachbarn verplaudern, fahren wir eben erst später los, wir müssen ja sowieso die ersten 300km auf dem uns bereits bekannten Highway 3 zurück bis zur Deh Cho Bridge.
Unterwegs erreichen wir in Edzo mit 62,5ºN den bisher nördlichsten Punkt dieser Reise.
In der Mackenzie Bison Sanctuary erst zwei einzelne Büffel und dann diese Herde

mit über 40 Tieren die friedlich grasend den Strassenrand entlangwandern.

Nach der Deh Cho Bridge bewahrheitet sich, was wir im Radio schon heute Morgen so nebenbei gehört zu haben glauben:
Unser Highway 1 ist ab hier Richtung Westen wegen Waldbränden gesperrt.

Das bedeutet für uns auf dem Mackenzie Highway zurück, über Grimshaw nach Fort St. John (da waren wir zuletzt am 21.07. schon) und ab da weiter auf dem Alaska Highway. Mit anderen Worten gut 500km Umweg -
Das ist etwa so, als ob man von München nach Berlin möchte und in Hof erfährt, dass die einzige befahrbare Strasse zurück nach München und dann weiter über Prag und Dresden zum Ziel nach Berlin führt.
Machen wir uns halt auf den Rückweg, vorbei am 60º Marker Richtung Süden und beenden den Tag in High Level, denn hier wissen wir schon vom Herweg, wo man bequem stehen kann.

Alberta am 27.7.2013 720km

Ziel: Auf bekannten Wegen zurück nach Fort St. John (BC).
Wetter: wolkenbruchartiger Regen wechselt sich ab mit strahlenden Sonnenschein, < 25º

Da die Strecke am 22.7. in Gegenrichtung schon mal befahren und beschrieben wurde ersparen wir uns für heute diese Arbeit.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.