2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

Kanada-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

Nova Scotia ab 30.05.2013: Der östliche Teil

Der östliche Teil - von 03.06.2013 bis 07.06.2013 1415 km

Ziel: Im Gegen-Uhrzeigersinn um den östlichen Teil von Nova Scotia
Wetter: bedeckt bis sonnig < 25°
Wir fahren weiter auf dem Marine Drive durch endlose Kiefernwälder Richtung Osten und wäre da nicht diese Fähre bei Isac´s Harbour (<100m Überfahrt, $5,50 einfach!!) dann wäre dies eine totlangweilige Angelegenheit gewesen. Wenn man nicht bei ´sommerlichen´ Temperaturen einen der schönen Strände hier aufsuchen will, dann kann man sich diese Strecke sparen. Es gibt schnellere und bequemere Wege nach Cap Breton. Im Tor Bay Park werden wir per Gedenktafel daran erinnert, dass einst hier das u.a. von den Gebrüdern Siemens gesponserte Transatlantikkabel hier endete. Per Relais-Station gingen dann die Morsesignale von hier aus weiter nach New York.
Für das alljährliche Stan Rogers Folk Festival (4.7. - 7.7.) einem viertägigen Folk-, Bluegrass-,Country- und Rock Festival in Canso

sind wir leider einen Monat zu früh,
für die eine Bierprobe in der Mikrobrauerei von Guysborough (links im Bild) nur ein paar Stunden.

Dafür machen wir dieses Bild vom Queensport Lighthouse

und kommen dann noch am Sinclair Memorial vorbei -
Hier wird Sir St. Clair aus Schottland gedacht der (wissenschaftlich sehr umstritten) bereits 1395 Nova Scotia entdeckt haben soll.
Bei Mulgrave nehmen wir den Canso Causeway und erreichen Breton Island, statten uns noch mit Informationsmaterial zum Cape Breton Highlands National Park aus und finden bei St. Peter¨s einen schönen Stellplatz direkt an der Schleuse.

In der Nacht werden wir von prasselndem Regen geweckt, der auch morgens noch anhält, also ein perfekter Tag um Mails zu lesen und den ersten Teil unseres Reiseberichts hochzuladen. Gegenüber einer Hackfleischbraterei finden wir einen schönen Parkplatz, packen unsere Antenne aus -
Danke Helmut, dein Tipp war wiedermal perfekt, die Antenne funktioniert fantastisch -
und verschwinden für die nächsten paar Stunden im Internet.
Am frühen Nachmittag hört der Regen auf und wir können unsere Besichtigungstour fortsetzen.
Erst einmal kreuz und quer durch Sydney gefahren

die grösste Geige der Welt

die grösste Geige der Welt

und dann raus nach Glace Bay wo diese Gedenktafel an G. Marconi´s erste drahtlose Transatlantik Verbindung erinnert.

Ausser einem (heute schon??) geschlossen Besucherzentrum erinnert hier nichts weiter an diese Pioniertat. Die Station selbst wurde damals schon nach einem Jahr wieder abgebaut und in verbesserter Form 9km weiter neu errichtet. Ab 1907 konnte dieser Dienst dann kommerziell genutzt werden.
Uns zieht es weiter zum Fortress Louisbourg, dem kanadischen Williamsburg. Einst französische Festung aus dem frühen 18. Jahrhundert, um 1760 zerstört und in den Jahren 1960 - 1980 als ´Historical Site´ wiederaufgebaut. Hier wird, ähnlich wie in Williamsburg Va. das Leben im 18. Jh. stilecht wieder nachgespielt, wobei verkleidete Soldaten und Bürger versuchen den Besuchern das Leben in ´ihrer Zeit´ nahezubringen.
Die Nacht verbringen wir in den Nähe des Leuchtturms von Louisbourg, einem der ersten Leuchttürme von Nova Scotia.

Heute morgen kaufen wir uns im Visitor Center von Louisbourg erst einmal den ´Parks Canada Discovery Pass´. Mit diesem Pass für CA$ 136,40 können 12 Monate lang alle 43 National Parks, 167 Historic Sites und 4 Marine Conservation Areas in Kanada besucht werden - und dies noch in einer Gruppe von bis zu 7 Personen. Wenn man bedenkt, dass die Eintrittspreise pro Park/ pro Person bis zu knapp CA$ 20 betragen, dann ist dies schon ein Super-Deal.
Wir verzichten auf Zusatzangebote wie Self-Guided oder Guided Tour ebenso wie auf Time Travel eine Führung durch 3 weitere Häuser in denen den Besuchern das Leben vor 300 Jahren nahegebracht wird.
Wir ziehen los und stellen sehr schnell fest, dass Louisbourg noch im halben Winterschlaf liegt,

nur etwa ein Drittel der eigentlich sehr schön renovierten Häuser ist zur Besichtigung geöffnet und auch von den Statisten sind ausser ein paar Soldaten

und ein paar Truthähnen

nicht viel zu sehen.
Hier ist eben noch Vorsaison, erst im Juli / August herrscht hier angeblich Hochbetrieb und erst dann werden auch alle Gebäude zur Besichtigung freigegeben.
Nach 3 Stunden haben wir genug gesehen und fahren zurück nach Sydney und dann weiter über Nord Sydney zum Cape Breton Nationalpark. Dieser Park an der Nordspitze von Nova Scotia kann einerseits auf dem Cabot Trail mit dem Auto umrundet werden,

andererseits sind hier 25 Wanderpfade=Trails in den verschiedensten Schwierigkeitsgraden angelegt, die den Besuchern das ´Natur Pur´ Erlebnis näherbringen.

Wir fahren auf dem Cabot Trail die Ostseite des Parks entlang, halten immer einmal wieder in der Hoffnung einen Blick auf einen Wal werfen zu können, um das offenen Meer zu genießen.
Am Nord-Ost Ausgang verlassen wir den Park für heute und fahren noch wenige Kilometer bis Neils Harbour wo wir den Fischern eine Weile lang beim Zwischenlagern der Hummer zusehen -

hier weiter nördlich ist die Hummerernte noch in vollem Gange und in all diesen schwimmenden Kisten sieht es innen so aus:

bevor wir uns dann beim Lighthouse von Neil's Harbour für die Nacht einrichten.
Zum Abendessen gibt es selbstverständlich zwei Hummer die wir frisch gekocht gekauft haben. Notgedrungen muss uns unser Leatherman (DAS Universalwerkzeug für Camper und Welt-Reisende) Hummerzage und Hummergabeln ersetzen, aber das tut dem Genuss keinen Abbruch.

Am frühen Morgen sehen wir in der Bucht direkt neben unserem Auto zum ersten Mal sogenannte Blowouts, das sind die Wasserfontänen die von Walen beim Ausatmen verursacht werden. Nach dem Frühstück geht es dann erst einmal weiter nach Bay St. Lawrence, einem winzigen Fischerdorf am Lorenz-Strom gelegen.

Auf dem Weg zurück in den Nationalpark, kommen wir noch an Cabot Landing vorbei. Hier erinnert eine Gedenktafel an einen italienischen Seefahrer der im Auftrag des englischen Königs 1495 mit einem Boot und 20 Mann Besatzung diesen Teil von Amerika entdeckt haben soll.
Heute wollen wir ein paar der kürzeren Trails im NP ablaufen.
Trail 10, ca. 40 min/ 1,7km H/R bringt führt uns einen Bach entlang durch alte Bäume zum MacIntosh Brook Wasserfall

Auf dem Weg zum Trail 8 sehen wir am Strassenrand unseren ersten Elch, leider war der etwas schüchtern / kamerascheu, denn sobald wir die Kamera zückten versteckte er sich im Gebüsch.
Trail 8 , ca. 50 min / 3km H/R brachte uns durchs Hochland zum Benjie´s Lake.

Von den Elchen die hier leben sollen haben wir leider nur Hufspuren und ´Elchäpfel´ gefunden.
Trail 6 dann, der Skyline Trail, ca. 2,5 Std, 10km Loop, brachte uns erst vor bis zur Küstenlinie und dann auf einem Boardwalk etwa 100m abwärts

zu einer Aussichtsplattform, von wo aus wir dann weitere Blowouts von Walen beobachten konnten.

Genug gewandert für heute, wir verlassen den Park, durchqueren Cheticamp mit seiner alten Steinkirche

sind heute Abend leider schon wieder einmal zu spät für eine Besichtigungstour in der Whiskeybrennerei von Glenville

- hier wird Kanadas einziger Single Malt hergestellt - und fahren daher noch weiter bis zum Leuchtturm von Mabou, unserem Stellplatz für heute.
Am nächsten Morgen fahren wir erst einmal zurück nach Glenville um unsere Brennereibesichtigung nachzuholen.

Die anschliessende Kostprobe fällt derart überzeugend aus, dass wir mit einer Flasche mehr an Bord weiterziehen. Leute, das Zeug hier ist echt lecker!!!
Vorbei am Leuchtturm von Cape George

führt uns der Weg den Nortumberland Shore entlang nach New Glasgow und dann weiter nach Pictou, wo wir zuerst im Fischereimuseum diesen alten Herren bestaunen dürfen

heute frisch gefangen, geschätzte 30+ Jahre
darf im Museum bleiben

heute frisch gefangen, geschätzte 30+ Jahre
darf im Museum bleiben

und anschliessend in der nahegelegenen Lobster Hatchery (Hummerzuchtanstalt) die ersten 4 Phasen des Hummerlebens (Ei bis etwa 2 cm. grosse Larve) besichtigen können.
´Hummerbabies´ in Phase 4 werden dann von den Fischern im Meer ausgesetzt in der Hoffnung die überlebenden irgendwann wieder einmal fangen (ernten) zu können.
Hier lernen wir auch noch, dass jeder Teil der Küstenregion seine eigenen Fangzeiten hat, allein Nova Scotia hat 41 verschiedene Fangregionen und daher die Versorgung mit frischen Hummern das ganze Jahr über sichergestellt ist - unsere Sorge um die letzten Hummer für diesen Sommer war somit völlig unbegründet, uff ...
Von Pictou aus sind es nur noch wenige km bis nach Caribou, von wo aus wir dann um 18:15 in 75 Minuten mit dieser Fähre

nach Prince Edward Island (PEI), unserer nächsten Provinz in Kanada übersetzen.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
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Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
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Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.