Vancouver und Vancouver Island

Kanada-Reisebericht  |  Reisezeit: Juni / Juli 2018  |  von Meike K.

Westkanadas Pazifiktraum - eine Rundreise

Vancouver

Blick auf Grönlands Eis

Blick auf Grönlands Eis

Kanadas Tor zum Pazifik

Mit ca. 1 Stunde Verspätung startet unsere LH492 am Dienstag, den 26. Juli aus Frankfurt. Ein toller Flug mit super sonnigen Ausblicken über Grönland. So wunderschön, Gletscher, Eisfelder, Eisschollen im Meer von oben zu sehen! Auch der Anflug auf Vancouver war sehr beeindruckend aus dem Landesinneren von Ost nach West. Wir sind dann mit der Metro bis City Center Station gefahren und mit unserem Gepäck ein bisschen ächzend nach dem laaaangen Tag (der noch lange nicht zuende war) durch die West Georgia Street zu unserem Airbnb-Appartment gelaufen. Der "checkin" war sehr unkompliziert und für die nächsten 3 Nächte war das 2-Zimmer-Appartment mit Blick auf die Waterfront gen Norden unser Zuhause. Die Lage war super, in 5 Minuten waren wir zu Fuß an der Waterfront, die Robson 5 Minuten in die andere Richtung und man kam eigentlich Downtown schnell überall hin.
Doch an diesem Nachmittag schafften wir nur noch einen kleinen Spaziergang zur Waterfront in der Abendsonne mit den startenden Wasserflugzeugen und im Anschluss einen Einkauf für das Wichtigste zum Abendessen und Frühstück.
Nachts schliefen wir alle mehr schlecht als recht und waren seeehr früh wach. Das war aber gar nicht so unpraktisch, da um 7 Uhr das zweite WM-Vorrundenspiel Deutschland vs. Südkorea übertragen wurde. Wir starteten also in den Tag mit dem Frühstück vor dem Fernseher - leider ging das ja nicht gut aus und die deutsche Fussballmannschaft schoss sich direkt schon in der Vorrunde aus dem Turnier. Der kanadische Bela Rethy hatte kurz vor Ende einen sehr beeindruckenden Kommentar "and Germany will be eliminated, as improbable as it may sound". Das war das Poetischste des gesamten Fernsehmorgens.

Wir kamen dadurch zeitig aus dem Haus und liefen in die Denman Street, um bereits reservierte Leihräder in Empfang zu nehmen. Helm ist Pflicht, was lästige Diskussionen mit Teenagern erspart - super! Wir verbrachten die nächsten 4 Stunden auf den Rädern: zunächst um den Stanley Park, wo der Radweg wunderbarerweise eine Einbahnstraße ist, sodass man stressfrei radeln kann. Durchgehend hatten wir herrliche Aussicht erst auf die Skyline von Vancouver, dann die Lions Gate Bridge, den Pazifik und schöne Stadtstrände. Wir beschlossen, nicht weiter im Stanley Park herumzukurven - was auch gut möglich ist, sondern lieber die Räder zur Stadterkundung zu nutzen, fuhren also weiter am Wasser entlang. Nach einer gemütlichen Mittagspause im Tapshack "Under the Bridge" gegenüber Granville Island radelten wir weiter und einmal quer durch die City. Es ging etwas bergauf und der Stadtverkehr stresst einen in Deutschlad als Radfahrer sehr. Doch hier war das gar kein Problem: viele andere Radler, die Autofahrer nehmen sehr Rücksicht, sodass ich schnell keine große Sorge mehr hatte. Wir radelten bis Gastown und machten uns auf die Suche nach der Steamclock, die nicht so ganz präsent auf der Waterstreet steht. Außerdem stehen so viele Leute zum Fotografieren um sie herum, dass man sie kaum sehen kann. Jede viertel Stunde pfeift sie dann die Big Ben Melodie, das ist ganz nett. Gastown ist ein nettes Viertel mit Backsteinhäuserfronten. Von dort fuhren wir vorbei am Canada Place und an der Waterfront und Coal Harbour entlang zurück zum Fahrradverleih.
Nach einer Kaffeepause im Appartment starteten wir zu zweit (die weibliche Hälfte der Familie) nochmal zu einer kleinen shopping tour auf die Robson Street. Wirklich begeistert hat uns das aber nicht, es gibt viele Ketten und damit vieles, was man bei uns auch kaufen kann.

Downtown Vancouver vom Stanley Park aus

Downtown Vancouver vom Stanley Park aus

An unserem zweiten Vancouver-Tag hatten wir mal was ganz Neues auf dem Programm: eine Foodie Tour auf dem Granville Island Market! Granville Island hatten wir mehrfach empfohlen bekommen, Märkte mögen wir und wir essen auch alle gerne - also perfekte Voraussetzungen für einen gelungenen Vormittag. Die Anreise war etwas kompliziert, weil wir nicht gleich den richtigen Bus fanden. Als er dann endlich kam, musste man das Kleingeld passend haben. Hatte ich vorher gelesen, aber dass man nicht einfach irgendwie bezahlen kann, wenn man genug Geld dabei hat, konnte ich mir nicht vorstellen. Man kann auch mit Kreditkarte zahlen, aber dann muss jeder mit einer eigenen Karte zahlen...soweit sind wir mit Teenies noch nicht. Aber letztendlich kamen wir auf die Lösung - zwei Kreditkartenzahler, für 2 bekamen wir das Kleingeld zusammen. Was für ein Quatsch, aber so hat jedes ÖPNV-System seine eigenen Macken.

Wir kamen gerade noch pünktlich zum Start. Zusammen mit der Tourguide, einem amerikanischen und einem walisischen Paar und einer Südkoreanerin ging die Tour los in "Edible Canada", einem Restaurant. Hier bekamen wir eine kleine indische Vorspeise und Wein aus dem Okanagan Valley bzw. Apfelsaft serviert. Im Anschluss gab es auf der Runde über den Markt leckeren frisch gerösteten Kaffee, verschiedene Brotsorten, Charcuterie von einem local Metzger, kanadischen Raclette Käse, Kirschen aus dem Okanagan Valley, Chai latte, die weltbesten frischesten Donuts mit Honeydew-Guss, warm und fluffig, und eine kleine Kostprobe kanadischer Spezialitäten wie Ahornsirup. Man könnte es auch als eine Art "Butterfahrt", also Verkaufsveranstaltung, verstehen, aber es war durchgehend interessant, weil wir viel über die Esskultur und einzelne kleine Unternehmen gehört haben -das Ganze natürlich auf Englisch hatte auch einen Lerneffekt. Wir verbrachten noch einige Zeit im Anschluss auf dem Markt und kauften auch noch ein paar Kleinigkeiten ein.

Die besten Donuts der Welt

Die besten Donuts der Welt

Für den Rückweg waren wir schlauer und hatten ausreichend Kleingeld dabei. Nun hatten wir eine weitere Appartment-Pause verdient.
Nachmittags versuchten wir uns nochmal mit Shopping, diesmal in einer Mall, dem CF Pacific Centre, was jedoch auch niemanden so recht befriedigte (aus vorher genannten Gründen).
Am Freitag, den 29.7. mussten wir packen und ein ungemütlicher, verregneter Gang zum PanPacific Hotel war unser erster Programmpunkt. Dort bei Alamo konnten wir unseren Mietwagen abholen. Im Parkhaus sagte eine andere Kundin passenderweise "it´s never as easy as it should be", das beschreibt alles...mal kurz ein Auto in Empfang nehmen dauert immer zu lange. Da wir eine Fährüberfahrt um 11 Uhr reserviert hatten, ging es daher leicht hektisch direkt nach North Vancouver zur Horseshoe Bay. Gleich als erstes mit dem geliehenen SUV auf eine Fähre fahren ist keine entspannte Sache, aber es hat alles geklappt.

Die Überfahrt nach Nanaimo bei Regen, Wind und gefühlten 10 Grad war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, aber mit solchem Wetter muss man rechnen. Nach 1,5 Stunden hatten wir Vancouver Island erreicht und rollten weiter in Richtung Nordwesten. Wir entschieden uns für ein Stück des alten Highway 19A, der direkt an der Küste entlangführt und schönere Ausblicke auf die Strait of Georgia hat als die langweilige Autobahn 19.

© Meike K., 2018
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Die Reise
 
Details:
Aufbruch: 26.06.2018
Dauer: 3 Wochen
Heimkehr: 13.07.2018
Reiseziele: Kanada
Der Autor
 
Meike K. berichtet seit 5 Jahren auf umdiewelt.
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