2 Jahre lang kreuz & quer durch die Americas

USA-Reisebericht  |  Reisezeit: Mai 2013 - Mai 2015  |  von Anja & Wolfgang

New Mexico & Arizona ab 06.02.2014: 47 - NM – von 06.02.bis 12.02.2013 2100 km

Ziel: Nach Carlsbad Caves, White Sands und Albuquerque, dann über Santa Fe nach Arizona
Wetter: klarer Himmel bei teilweise winterlichen Temperaturen, 5º bis 20º; nachts bis <-5º.

Die Kälteeinbrüche hier im Süden wollen dieses Jahr kein Ende nehmen. So alle 4-5 Tage zieht hier zur Zeit eine Kaltfront durch und da wir dem Wetter entgegenfahren sind die Intervalle bei uns noch kürzer. Zum Glück haben wir hier fast nur trockene Kälte, während der Norden und Osten auch noch gehörige Schneemassen abbekommen. Genug geklagt, wir fahren auf direktem Weg hoch zum Carlsbad Caverns NP.

Dass man ab 14 Uhr nicht mehr in die Höhle kommt, wissen wir, aber wir wollen ja heute Abend nur den Flug der Fledermäuse bewundern. Jedoch weitgefehlt, schmunzelnd erklärt uns ein Ranger, dass die ca.500.000 Fledermäuse gegen Einbruch der Dämmerung immer noch aus der Höhle aufsteigen, aber nur zwischen April und Oktober, jetzt im Winter sind die alle in Mexico zum Überwintern. Na wenn das so ist, dann verstehen wir auch, warum in Austin nix zum Sehen war.
Also fahren wir wieder runter vom Berg, vorbei an diesen malerischen Eiszapfen

und ein paar Bergziegen beim Abendspaziergang

um dann in Carlsbad den Tag zu beenden.
Am Morgen müssen wir erst einmal die Scheiben enteisen, bevor wir wieder zu der Höhle hochfahren können, wo wir dann für gut 3 Stunden in der Unterwelt verschwinden.
Der Abstieg durch den natürlichen Eingang - also durch das Loch wo im Sommer die Fledermäuse zu ihrem Abendausflug starten -

bis zum 'Big Room' dem zentralen Teil der Höhle, zu dem auch die Aufzüge vom Visitor Center führen, dauert gute 90 Minuten. Die Umrundung des 'Big Room', der etwa die Fläche von 14 Fussballfeldern einnimmt und weltweit als größter unterirdischer Hohlraum gilt, dauert eine gute Stunde. Dazu kommen noch ein paar Fotopausen und die Aufzugfahrt zurück ans Tageslicht. Dafür sieht man in dieser Höhle eigentlich alles, was man bisher in anderen Höhlen gesehen hat, nur ein bisschen groesser, schöner, mächtiger.
Eigentlich kann man sich nach dem Besuch hier jeden weiteren Höhlenbesuch sparen.
Hier ohne weiteren Kommentar eine kleine Auswahl unsere Bilder.

nur noch ein paar tausend Jahre
und dann sind die zwei auch vereint...

nur noch ein paar tausend Jahre
und dann sind die zwei auch vereint...

Wir fahren Richtung Süden und sind nach knapp 20 Meilen zurück in Texas, kommen vorbei am Guadalupe Mountain NP dessen höchster Berg (zugleich höchster Berg in Texas) mit 8750ft gerade mal halb so hoch wie der Denali in Alaska ist

und erreichen El Paso, Grenzstadt am Rio Grande. Dort wird zuerst einmal vom Scenic Drive aus

die Stadt von oben angeschaut,

bevor wir uns ins Stadtgetümmel stürzen und vor allem die grenznahen Märkte durchstreifen.

Das Abendrot verspricht schon mal gutes Wetter für Morgen.
Hier in Süden von El Paso befinden sich noch drei relativ gut erhaltene spanischen Missions die wir uns heute ansehen wollen, bevor es wieder zurück nach New Mexico geht.
Die Ysleta Mission scheint eine recht aktive Gemeinde mitten im Tigua (indianischen) Reservat zu sein.

In der Socorro Mission haben wir wegen einer Beerdigung fast nichts fotografiert,

dafür ist die San Elizario Mission, einst auch schon Kulisse für Western Filme, voll auf Besucher eingerichtet.

Man erfährt auf 16 Schautafeln nicht nur die Geschichte der Mission, sondern lernt auch einiges über das ehemalige Fort und das Gefängnis aus dem Billy the Kid sehr schnell wieder ausgebrochen sein soll.
Hier stehen wir dann auch zum ersten Mal am berühmtesten Zaun Amerikas,

der deutlich Grenzen der Freiheit, der doch sehr begrenzten unbegrenzten Möglichkeiten aufzeigt.
Auf dem Border Highway, immer schön dem Zaun entlang geht es zurück nach El Paso. Nach einem weiteren kurzer Besuch in Downtown

und auf dem Farmers Market wollten wir eigentlich noch den lt. Guinness weltgrößten Cowboy Stiefel fotografieren, aber der Laden war innerhalb der Öffnungszeit abgeschlossen - Hungeranfall??
Wir verlassen El Paso Richtung Norden, decken uns 15 Meilen weiter an der Grenze zu New Mexico mit Info-Material ein, durchqueren erst Las Cruses

und einen weiteren der hier allgegenwärtigen Kontrollposten in denen Hunde nach Drogen und Beamte nach illegalen Einwanderern suchen.
Eigentlich wollten wir das White Sand NM, das weltweit größte Gips-Dünen Gebiet besichtigen,

aber hinter dem Visitor Center ist der Park geschlossen. Der NP liegt ja mitten in einem Raketen Testgelände - schon die ersten aus Deutschland 'importierten' V2 wurden hier ausprobiert und wird beim überschießen für den Besuchsverkehr gesperrt. Gestern ist jedoch eine dieser größeren Drohnen - sieht aus wie ein alter Kampf-Jet - mitten im Park vom Himmel gefallen und muss nun erst mal ausgegraben und untersucht werden. Park also auf unbestimmte Zeit gesperrt. Bleibt uns nur übrig den lehrreichen Film mit solch schönen Fotos anzusehen

und dann,

im Abendrot entgegen bis Socorro weiterzufahren.
Es geht weiter zum Salinars Pueblo Mission NM, wo man im Umkreis von etwa 30 Meilen die Überreste von 3 Pueblos mit angeschlossener Missionsstation bewundern kann. Nun, von den aus Lehmziegeln erbauten Pueblos sind nur noch grasbedeckte Hügel übrig geblieben, während von den 'aus gebrannten Ziegeln für die Ewigkeit gebauten' Kirchen und Klöstern doch noch recht anschauliche Teile erhalten sind. Hier jeweils ein Bild von den Abo Ruins

und den Quarai Ruins.

Wir fahren weiter nach Albuquerque, wo immer noch an die legendäre Route 66 erinnert wird,

&lt;- Los Angeles  790 Miles,
-&gt;Chicago 1345 Miles

<- Los Angeles 790 Miles,
->Chicago 1345 Miles

die hier einst quer durch die Innenstadt führte.
In der Old Town noch die schöne St. Felipe Kirche,

das Kunst Museum und ein paar recht nette Läden und Lokale.

Auf dem weiteren Weg nach Santa Fee fahren wir durch einige der 19 Pueblo Dörfer, die es hier in der weiteren Umgebung gibt. Aber keines lädt uns irgendwie zum Verweilen ein.
In Santa Fe angekommen suchen wir uns erst einmal einen Stellplatz und statten dann der Innenstadt einen ersten Besuch ab. Im Capitol werden wir vom Wächter aufgefordert uns das Gebäude doch noch in aller Ruhe anzusehen, es ist zwar keine Besuchszeit mehr, aber dafür ist es drinnen jetzt schön ruhig. Wir können allein durch das ganze Gebäude streifen, selbst die Besuchergalerien beider Kammern sind offen, aber was uns am meisten beeindruckt hat, war die reichhaltige Sammlung an Kunstwerken mit denen jeder Flur dieses Gebäudes dekoriert ist,

da ist mehr, als so manches der sogenannten Kunst Museen vorweisen kann
Am nächsten Morgen dann die Besichtigung von Santa Fe. Ausgehend von der Plaza am Old Santa Fe Trail, unter deren Arkaden sich zahlreiche edle Kostgeschäfte befinden gehen wir zuerst zur St. Francis Basilika

und dann zur Loretto Chapel (E=$3), bei deren Bau um 1875 ursprünglich vergessen wurde eine Treppe zum Chor mit einzuplanen. Die Not war gross, die Architekten verzweifelt. Ein unbekannter Zimmermann (Josef?) tauchte aus dem Nichts auf und hat mit einfachsten Mitteln wie Hammer Säge und Winkel dieses statische Kunstwerk angefertigt.

Wir gehen weiter zum ältesten Haus der USA, aus Adobe Ziegeln um 1620 erbaut und bis 'vor kurzem' noch bewohnt

und dann die Canyon Road entlang, in der sich Kunsthandlung an Kunsthandlung reihen. Zum Glück haben wir keinen Platz für irgendwelche Einkäufe .
Wir fahren weiter Richtung Norden bis zum Taos Pueblo (E=$16 p.P.),

eine seit über 1000 Jahren bewohnte Siedlung und mittlerweile zum Weltkulturerbe erklärt.

Im Eintrittspreis ist eine sehr informative Führung durch die Anlage enthalten,

die erst vor kurzem generalüberholt wurde. Die Kirche und die beiden grossen Bauwerke erstrahlen im neuen Glanz und beim Besuch einiger der Geschäfte hier kann man auch mal einen Blick nach innen in so ein Adobe Haus werfen. Wir fahren vorbei an der Rio Grande George Bridge,

von wo wir sehnsüchtige Blicke auf den gut 200m tiefer liegenden Fluss werfen. Derzeit ein friedliches Gewässer, aber zur Zeit des Hochwassers zwischen April und Mitte Juni eine der anspruchsvollsten White Water Rafting Strecken. Das Thema kommt auf die Bucket List, wir fahren zurück nach Taos und streifen dort durch den romantischen Ort

mit seinen Adobe Bauten

und vor allen auch durch die Kunsthandlungen an der Old Plaza.

Der Blick auf die schneebedeckten Berge und die Schneereste in Taos selbst lassen auf eine kalte Nacht hier droben schliessen, wir fahren daher an Santa Fe vorbei zurück nach Albuquerque.
Am nächsten Morgen besuchen wir einen Teil des Petroglyph NM. Hier können im Umkreis von etwa 20 Meilen an 3 leicht zugänglichen Stellen in schwarzen Basalt geritzte alte indianische Felszeichnungen wie Schlange,

Menschen, Sonnen, Tiere u. ä. besichtigt werden.

Eigentlich wollten wir als nächstes den Acoma Pueblo, auch Sky City genannt, besichtigen, aber anscheinend wirft das von diesem Pueblo betriebene Spielkasino hier in der Nähe so viel Gewinn ab, dass es sich nicht mehr lohnt dieses aufwändige Museum,

den Shuttlebusverkehr und die Führungen im Winter weiterhin auch an Wochentagen zu betreiben. Mit ahnungslosen Besuchern wird hier aber offensichtlich weiterhin gerechnet, sind doch am Strassenrand 5 Verkaufsstände voll bestückt und besetzt. Machen wir eben ein Bild vom Pueblo aus der Ferne

und schnell noch eines von den Sandsteinformationen im Tal,

bevor wir am Nordrand des Malpais NM - den Reste eines Lavaflusses - vorbei zum El Marro NM weiterfahren.
Hier am Fusse eines etwa 100m hohen Sandsteinfelsen befindet sich ein Wasserloch, Grund genug für alle, die auf dem Trail gegen Westen zogen, hier Halt zu machen und sich daneben noch schnell mal im Sandstein zu verewigen.
Im Visitor Center kann man sich einen ausgezeichneten Trail Guide ausleihen mit Hilfe dessen man auf knapp 1km entlang der Felswand sowohl Inschriften der spanischen Eroberer

und 'europaeischer' Siedler, als auch alte indianische Petroglyphen findet.

Der Trail kann für abenteuerlustige dann wie folgt fortgesetzt werden:
man steigt auf ordentlichen Weg die 100m hoch, umrundet den Felsen an der Oberkante,

kommt noch an den Ausgrabungen eines etwa 600 Jahre alten Pueblo vorbei und ist nach ca. 4km wieder zurück am Visitor Center.
Wir geben unseren Trail Guide wieder ab und fahren weiter nach Gallup, wo mitten in der Stadt 11 Murals bewundert werden können.

Eines davon ist den 'Navajo Code Sprechern' gewidmet, die waehrend des 2. Weltkrieges Geheiminformationen in Ihrer Muttersprache weiterleiteten,

dieser Code wurde trotz aller Anstrengungen der Japaner nie geknackt.
Unseren letzten Abend in New Mexico begehen wir mit einem traditionellen Dinner, Mexican Food mit reichlich Chillisoße, wobei wir die Frage Red or Green (Chilisoße) mit 'X-Mas' also mit beiden beantworten.

Gut war's, nur ein bisschen reichlich .
Die Nacht war kalt und unruhig, mindestens jede halbe Stunde fährt hier ein Zug durch, der auch an den beschrankten Bahnübergängen sein Kommen lautstark ankündigen muss. An nächsten Morgen fahren wir nochmals auf der alten Route 66 zurück in die Innenstadt, machen noch ein paar weitere Erinnerungsfotos,

finden diese eigentlich recht schöne Vase

doch etwas zu gross zum Mitnehmen und fahren dann auf der Historical Route 66 Richtung Westen, nach Arizona.

© Anja & Wolfgang, 2015
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Die Reise
 
Worum geht's?:
Nach mehrmonatiger Reisepause geht es endlich wieder los. Diesmal von Kanada nach Alaska, von dort über Key West bis Feuerland und zurück nach Montevideo.
Details:
Aufbruch: Mai 2013
Dauer: 24 Monate
Heimkehr: 08.05.2015
Reiseziele: Kanada
Vereinigte Staaten
Malaysia
Mexiko
Belize
Guatemala
Honduras
Nicaragua
Costa Rica
Panama
Kolumbien
Ecuador
Peru
Bolivien
Argentinien
Chile
Uruguay
Paraguay
Brasilien
Deutschland
Der Autor
 
Anja & Wolfgang berichtet seit 9 Jahren auf umdiewelt.